Ein Roboter läuft wie ein Mensch – und das im Freien. Das US-Unternehmen Figure AI hat mit seinem Modell Figure 03 eine entscheidende Hürde in der Robotik genommen und demonstriert einen flüssigen, schnellen Laufstil. Diese Entwicklung markiert einen Wendepunkt im Rennen um einsatzfähige Allzweck-Roboter.
Vom Labor auf die Straße: Der Geschwindigkeitssprung
Bislang bewegten sich humanoide Roboter meist langsam und vorsichtig. Die jetzt veröffentlichten Aufnahmen zeigen etwas völlig Neues: Der Figure 03 joggt mit bis zu 10,5 km/h über asphaltierte Wege. Entscheidend ist dabei die erreichte „Flugphase“, bei der für einen Moment beide Füße den Boden nicht berühren – die eigentliche Definition des Laufens.
Diese Dynamik erfordert ausgeklügelte Echtzeit-Steuerungssysteme. Der Roboter muss sein Gleichgewicht millisekundenschnell ausbalancieren. Der Übergang von der kontrollierten Laborumgebung ins Freie zeigt zudem Fortschritte in der Wahrnehmung. Die Algorithmen müssen nun mit unebenem Untergrund und wechselnden Lichtverhältnissen zurechtkommen.
Passend zum Thema künstliche Intelligenz: Die EU hat mit der KI‑Verordnung neue Regeln und Berichtspflichten beschlossen, die gerade für Entwickler von Mobilitäts‑ und Robotiksystemen wichtig sind. Wer jetzt nicht rechtzeitig dokumentiert und klassifiziert, riskiert Bußgelder oder Verzögerungen bei Tests und Praxiseinsätzen. Ein kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen und Übergangsfristen praxisnah – so behalten Sie Ihre Entwicklungspläne im Zeitplan. Kostenlosen KI‑Verordnungs‑Leitfaden herunterladen
KI statt Programmcode: Die Technik hinter der Bewegung
Der Erfolg basiert nicht auf traditioneller Programmierung, sondern auf künstlicher Intelligenz. Ein spezielles Team bei Figure AI, die „Helix“-Gruppe, setzt auf end-to-end Neuronale Netze. Mittels Reinforcement Learning trainiert der Roboter seine Motorik zunächst in einer hochdetaillierten Physik-Simulation, bevor das Gelernte auf die echte Hardware übertragen wird.
Diese „Sim-to-Real“-Methode ermöglicht es der Maschine, Störungen auszugleichen und sich neuen Situationen anzupassen. Laufen ist dabei mehr als nur Geschwindigkeit: Es demonstriert eine höhere Kontrolle über die Aktuatoren und eine verbesserte Energieeffizienz. Beides ist essenziell für den geplanten Einsatz in Logistik und Fertigung.
Boomender Markt: Milliardenbewertung und Konkurrenz
Die Demonstration fällt in eine Phase intensiven Wettbewerbs. Der gesamte Sektor der humanoiden Roboter erlebt einen Investitionsboom. Laut einem Bericht vom 23. Januar wird Figure AI mit rund 40 Milliarden US-Dollar bewertet. Das unterstreicht die hohen Erwartungen des Marktes an die Technologie.
Vergleiche mit dem Tesla Optimus drängen sich auf. Während auch Tesla agilere Roboter zeigt, hebt die Fachwelt den spezialisierten, leistungsstarken Laufstil von Figure AI als besonderen Fortschritt hervor. Schnelle Fortbewegung gilt als Voraussetzung für Notfalleinsätze oder zeitkritische Aufgaben in der Industrie – den wahrscheinlichsten ersten Einsatzgebieten.
Der Weg in die Fabrikhallen
Die praktischen Anwendungen sind vielfältig. In großen Lager- oder Fabrikhallen können Geschwindigkeit und Agilität die Produktivität erheblich steigern. Figure AI testet seine Roboter bereits in Kooperation mit Automobilherstellern wie BMW. Die jetzt gezeigten Fähigkeiten deuten darauf hin, dass die Hardware für die physischen Anforderungen solcher Arbeitsumgebungen reif wird.
Der nächste große Schritt wird die Kombination aus Mobilität und Geschicklichkeit sein. Die Industrie erwartet, dass der Fokus nun auf die Manipulation von Objekten mit den Händen übergeht. Die Integration von autonomer Navigation, Lauffähigkeit und präziser Handarbeit ist die kommende Herausforderung.
Das Bild eines frei laufenden Humanoiden ist mehr als eine spektakuläre Demo. Es signalisiert, dass das Zeitalter dynamisch mobiler Roboter Wirklichkeit wird. Die Hardware kann menschliche Geschwindigkeiten erreichen. Jetzt wartet die Branche auf die nächste Phase: Software-Updates, die diese Maschinen auch nützliche Arbeit in diesem Tempo verrichten lassen.
PS: Entwickeln oder betreiben Sie KI‑Systeme für Robotik oder Industrieanwendungen? Dann lohnt sich ein kurzer Compliance‑Check: Unser kostenloser Leitfaden zeigt, welche Dokumentation, Kennzeichnungen und Fristen für Ihr System gelten und wie Sie Meldepflichten sicher erfüllen, damit Tests und Pilotprojekte nicht ausgebremst werden. Jetzt KI‑Compliance‑Check sichern





