Finanzberater: 74% nutzen KI-Tools – Sprung um 31 Punkte

Eine Studie belegt den rasanten Anstieg des KI-Einsatzes bei Finanzberatern. Neue Plattformen wie Advyzon und FinTurk versprechen Effizienzsteigerung.

Deutsche Finanzberater stehen vor einem massiven Wandel. Künstliche Intelligenz erobert die Kundenverwaltungssysteme – und das Tempo ist atemberaubend.

74 Prozent der Finanzberater nutzen inzwischen KI-Tools in ihrem Arbeitsalltag. Das ist ein Sprung um 31 Prozentpunkte binnen eines Jahres, wie eine aktuelle Studie zeigt. Besonders gefragt: automatische Notizen (87 Prozent) und Berichtserstellung (44 Prozent). Der Grund liegt auf der Hand: Die Branche erstickt in technischer Komplexität.

Der Fluch der vielen Systeme

61 Prozent der Beratungsfirmen arbeiten mit fünf oder mehr verschiedenen Kernsystemen. 68 Prozent klagen über manuelle Dateneingabe als größte Hürde. Die Folge: Auf einer Skala von eins bis zehn bewerten Berater ihre Workflow-Effizienz mit gerade einmal 6,23. Drei Viertel sind überzeugt: Ihre aktuellen Prozesse begrenzen die Qualität der Kundenbetreuung.

Was würden Berater mit weniger Verwaltungsarbeit tun? 66 Prozent würden mehr Kunden betreuen, 47 Prozent sich stärker um die Geschäftsentwicklung kümmern. Kein Wunder also, dass die Branche nach Lösungen sucht.

Neue Plattformen greifen an

Die Softwareanbieter reagieren mit einer neuen Generation von KI-Systemen. Advyzon startete am 22. Juli eine KI-Engine, die tief in die Vermögensverwaltungsplattform integriert ist. Sie erledigt Terminvorbereitung, Dokumentenklassifizierung und Finanzplanung – inklusive Steuer- und Cashflow-Modellierung. CEO Hailin Li bringt es auf den Punkt: „KI muss die spezifischen Nuancen der Beraterarbeit verstehen.“

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FinTurk erweitert sein KI-gestütztes CRM mit den Tools FormFiller und CashSweep. Die Lösung füllt Kundenformulare automatisch aus und identifiziert überschüssiges Bargeld für Investitionen. Das Ziel: Schluss mit lästiger Papierarbeit.

Saturn plant für Herbst 2026 den Start von „Project OS“ – nach einem Test mit 50 Firmen. Das System analysiert Compliance-Anforderungen und setzt automatisch Schutzregeln. CEO Amal Jolly prophezeit: Solche Betriebssysteme könnten traditionelle CRMs überflüssig machen.

Plattformwechsel und Integration

Der Druck auf die Anbieter wächst. LPL Financial vermeldete am 23. Juli, dass Williams Tax & Financial Services sein 340 Millionen Dollar schweres Beratungsportfolio auf die LPL-Plattform verlagert. Der Grund: einheitliches CRM und API-first-Architektur. Ein Gartner-Bericht von 2024 bestätigt den Trend: 68 Prozent der unabhängigen Berater wollen innerhalb von zwei Jahren voll integrierte Technologie-Stacks.

Auch HubSpot mischt mit: Der Agent Hub und Agent Builder sind seit dem 23. Juli in der öffentlichen Beta. Firmen können KI-Agenten bauen, die CRM-Daten mit Slack und Asana verbinden. Ein früher Nutzer, Ignite Reading, sparte über 350 Stunden pro Jahr.

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Strengere Regeln für KI-Systeme

Mit der KI-Integration wächst der regulatorische Druck. Eine Studie von StarCompliance vom 24. Juli zeigt: 67 Prozent der Firmen setzen KI bereits ein oder testen sie. 76 Prozent haben ihre Compliance-Budgets erhöht. Doch 40 Prozent fühlen sich auf die Komplexität digitaler Assets nicht vorbereitet.

In Großbritannien mahnt die Finanzaufsicht FCA mehr Widerstandsfähigkeit an. Die Vermögenssperren stiegen von 24,4 Milliarden Pfund (2023/24) auf 37 Milliarden Pfund (2024/25). Das belastet die CRM-Prüfsysteme enorm.

In Europa investieren 70 Prozent der Banken in Compliance-Technologie, wie Moody’s am 24. Juli berichtete. Die Europäer setzen auf KI – aber mit menschlicher Kontrolle. Der „Human-in-the-Loop“ bleibt Standard, um Betrug und Sanktionsrisiken zu managen.