Firefox 150.0.1: Millionen Android-Nutzer von Sicherheitsupdates abgeschnitten

Mozilla schließt mit Firefox 150.0.1 mehrere als hochriskant eingestufte Sicherheitslücken. Nutzer älterer Android-Versionen erhalten keine Patches mehr.

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Seit dem 28. April 2026 ist Firefox 150.0.1 verfügbar. Das Update stopft mehrere als hochriskant eingestufte Sicherheitslücken – und zieht einen endgültigen Schlussstrich unter die Unterstützung für alte Android-Versionen. Nutzer von Android 5.0 (Lollipop), 6.0 (Marshmallow) und 7.0 (Nougat) bleiben auf Firefox 143 aus dem Herbst 2025 sitzen. Für sie gibt es keinen Patches mehr.

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Kritische Lücken im Browser-Kern

Die Sicherheitsmitteilung 2026-35 von Mozilla listet mehrere schwerwiegende Fehler auf. An vorderster Front steht CVE-2026-7322: ein kritischer Speicherfehler, der theoretisch die Ausführung von Schadcode auf dem Zielgerät ermöglicht. Hinzu kommt CVE-2026-7320, eine Schwachstelle im Audio/Video-Bereich, die zur Offenlegung vertraulicher Informationen führen kann. Die weiteren Einträge CVE-2026-7323 und CVE-2026-7324 betreffen ebenfalls Speicherprobleme in der Browser-Engine.

Die kanadische Cybersicherheitsbehörde (Canadian Centre for Cyber Security) hat bereits Ende April eine dringende Warnung herausgegeben: Nutzer sollen umgehend auf Version 150.0.1 aktualisieren. Doch genau das ist für Millionen Menschen unmöglich.

Das Ende einer Ära

Der Schritt war absehbar. Bereits mit Firefox 144 hatte Mozilla die Mindestanforderung auf Android 8.0 (Oreo, erschienen 2017) angehoben. Auch die Unterstützung für 32-Bit-x86-Architekturen fiel damals weg – ein Schlag für Besitzer älterer Tablets und industrieller Spezialhardware.

Die Entwickler begründeten den Schritt mit dem hohen Wartungsaufwand. Ein Betriebssystem wie Android 5.0 ist inzwischen über zehn Jahre alt. Mozilla will Ressourcen bündeln, moderne Android-APIs und die Programmiersprache Kotlin effizienter nutzen. So konnten Funktionen wie die überarbeitete „Split View“ und verbesserte PDF-Werkzeuge in Version 150 überhaupt erst realisiert werden.

Ein gefährlicher „Schattenmarkt“

Sicherheitsexperten schlagen Alarm. Die weiterhin genutzten Altgeräte bilden ein ganzes Ökosystem ungeschützter Hardware. Während moderne Android-Versionen Sicherheitsupdates modular über Google-Dienste erhalten, sind ältere Modelle auf Hersteller-Updates angewiesen – die meist längst eingestellt wurden.

Der Browser war für viele Nutzer alter Geräte die letzte Verteidigungslinie gegen Bedrohungen aus dem Netz. Mit dem Ende der Firefox-Unterstützung ist diese Mauer gefallen. Gerade die nun geschlossenen Speicherlücken sind genau die Art von Schwachstellen, die Angreifer für sogenannte „Drive-by“-Attacken nutzen – Infektionen allein durch den Besuch einer präparierten Webseite.

Hinzu kommt: Auch neue Privatsphäre-Funktionen bleiben den Alt-Nutzern verwehrt. Dazu gehört die erweiterte Funktion „Ohne Website-Tracking kopieren“, die inzwischen über 300 Tracking-Parameter blockiert, sowie die auf 50 E-Mail-Aliasse erhöhte Grenze des Firefox-Relay-Dienstes für Free-User.

Was bleibt, ist die Lücke

Der Trend ist klar: Die Softwareindustrie wird die Unterstützung für alte Systeme weiter zurückfahren. Der Wartungsaufwand für fragmentierte, veraltete APIs übersteigt schlicht den Nutzen einer kleinen Nutzerbasis. Mozilla setzt voll auf die „Fenix“-Architektur mit Fokus auf KI-Verarbeitung auf dem Gerät und tiefer Integration in die Systemsicherheit.

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Für Besitzer alter Geräte gibt es kaum Auswege. Sicherheitsexperten raten: Wer kein Android 8.0 oder neuer nutzen kann, sollte solche Geräte nicht mehr für Bankgeschäfte oder berufliche Kommunikation verwenden. Drittanbieter-Projekte, die versuchen, Sicherheitspatches nachzurüsten, erreichen selten das Tempo und die Gründlichkeit des Originalentwicklers.

Firefox 150.0.1 ist ein Weckruf. Während der Browser auf Version 151 und darüber hinaus zusteuert, bleiben Millionen Geräte auf Version 143 zurück – ein Sicherheitsrisiko, das die Branche noch lange beschäftigen wird.