Mozilla hat mit dem Rollout von Firefox 157 begonnen und führt damit die neue Designsprache „Nova“ für alle Desktop- und Mobilnutzer ein. Das intern als „Project Nova“ bezeichnete Update gilt laut Mozilla als größte visuelle Überarbeitung des Browsers seit Jahren.
Die finalen Builds wurden Ende September veröffentlicht, die offizielle Enthüllung erfolgte am 29. September 2026. Getestet wurde das neue Design zuvor über mehrere Monate im Nightly-Kanal, erste Leitlinien dazu stellte Mozilla bereits im Mai 2026 vor.
Kompaktmodus meldet sich zurück
Zu den zentralen Neuerungen zählt die Rückkehr des Kompaktmodus, der seit Firefox 89 gefehlt hatte und zuletzt nur über die versteckte Einstellung browser.compactmode.show in about:config erreichbar war. Der Modus reduziert die Größe von Tabs und Toolbar und schafft so mehr vertikalen Platz auf dem Bildschirm – ein Vorteil insbesondere für kleine Displays oder Split-Screen-Nutzung.
Ergänzend gibt es eine Auto-Compact-Funktion, die sich automatisch an kleinere Bildschirme anpasst. In den Appearance-Einstellungen findet sich dazu neu die Sektion „Window density“ mit den drei Optionen Standard, Compact und Touch.
Neuer Theme-Picker und personalisierte Startseite
Firefox 157 führt außerdem einen überarbeiteten Theme-Picker ein, der neben klassischen Themes auch Wallpaper-Designs anbietet – dazu zählen integrierte, gespeicherte und empfohlene Varianten.
Auf der New-Tab-Seite lassen sich Shortcuts künftig anpinnen und flexibler organisieren, was die Personalisierung der Startseite deutlich erweitert. Insgesamt sollen Desktop und Mobilversion nun dieselbe Designsprache teilen, wodurch sich das Erscheinungsbild über Geräte hinweg stärker angleicht.
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Optische Überarbeitung im Detail
Nova verändert das Erscheinungsbild von Firefox grundlegend: Fensterecken, Tabs, Adressleiste, Eingabefelder und Menüs erscheinen runder, Toolbar und Sidebar sind nun bündig mit den Fensterkanten, und die Sidebar teilt sich den Theme-Hintergrund mit der Toolbar.
Vertikale Tabs sind als vollwertiges Layout integriert. Icons in Toolbar und Sidebar wirken kräftiger, der Adressleisten-Rahmen wird bei Fokus stärker hervorgehoben, und in den Einstellungen kommen lila Akzentfarben zum Einsatz.
Der bisherige Schatten beim ausgewählten Tab aus der Proton-Ära wurde entfernt. Für Theme-Entwickler bedeutet das Anpassungen: Sie müssen künftig tab_selected und tab_line setzen sowie Sidebar-Farben explizit über sidebar und sidebar_text definieren, während sidebar_border nun als Trennlinie dient.
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Wer das gewohnte Erscheinungsbild bevorzugt, kann seit dem 29. September über den Add-ons Manager auf das klassische Proton-Theme zurückgreifen. Auch die neue Seitenleiste lässt sich bei Bedarf über die Einstellung sidebar.revamp=false wieder auf die alte Variante zurücksetzen – diese Option soll bis Ende 2027 verfügbar bleiben.
Weitere technische Neuerungen
Neben den optischen Änderungen bringt Firefox 157 auch funktionale Verbesserungen mit: Für WebRTC-Videoanrufe steht erstmals Hardware-AV1-Dekodierung zur Verfügung, was die CPU-Last und den Akkuverbrauch senken soll. Zudem wurde ein Fehler behoben, durch den 8-Bit-HDR-Videos bislang matt und grau statt in korrekter Darstellung erschienen.
Die Synchronisation von Audio und Video bei geänderter Wiedergabegeschwindigkeit wurde ebenfalls verbessert. Auf Windows-Systemen bleibt die Taskleiste künftig nicht mehr über Vollbildvideos sichtbar, und vertikale Tabs am Bildschirmrand funktionieren im Vollbildmodus zuverlässiger.
Laut Mozilla soll das neue Design keine Leistungseinbußen mit sich bringen, während Firefox unabhängig und Open Source bleibt. Nachfolger Firefox 158 ist für den 13. Oktober angekündigt und soll unter anderem einen Fix für die Expand-on-Hover-Funktion der Sidebar mitbringen.

