Firefox Nova: Mozilla plant radikalen Browser-Umbau mit KI

Mozilla präsentiert mit Firefox Nova ein umfassendes Redesign und führt KI-Zusammenfassungen sowie einen integrierten Werbeblocker ein.

Der Browser-Hersteller Mozilla kündigt eine umfassende Neugestaltung seiner Software an. Das Projekt „Firefox Nova“ soll sowohl die Optik als auch die Funktionen des Browsers grundlegend verändern.

Mitte Juni veröffentlichte Mozilla ein aktualisiertes Produkt-Roadmap, das die Pläne für die kommenden Monate detailliert beschreibt. Im Mittelpunkt steht ein neues Designsystem, das weichere Formen, abgerundete Bedienelemente und eine wärmere Farbpalette auf Android, iOS und dem Desktop vorsieht. Parallel dazu rollt der Konzern erste KI-Funktionen und verbesserte Privatsphäre-Tools aus.

Frisches Design für unterwegs

Das Firefox-Nova-Designsystem, das am 16. Juni 2026 vorgestellt wurde, konzentriert sich auf mehrere ästhetische und strukturelle Änderungen. Für mobile Nutzer sind Tab-Gruppen und die Rückkehr eines „kompakten Modus“ geplant – eine direkte Reaktion auf Nutzerwünsche nach dichteren Oberflächen.

Die Neugestaltung umfasst zudem eine erweiterbare Such- und Adressleiste, verbesserte Autofill-Funktionen und die Einführung von Link-Sammlungen. Auch eine Dokumenten-Bild-in-Bild-Unterstützung und anpassbare Verknüpfungen sollen die Navigation auf kleineren Bildschirmen erleichtern.

Bereits in der aktuellen stabilen Version Firefox 152, die am 15. Juni 2026 erschien, hat Mozilla eine überarbeitete Einstellungsseite implementiert. Diese optimiert die Organisation der Browser-Präferenzen auf allen unterstützten Plattformen.

KI-Funktion: Schütteln für Zusammenfassung

Am 25. Juni 2026 startete Mozilla eine experimentelle KI-Funktion namens „Page Summaries“ für Firefox auf Android. Das Tool erstellt prägnante Zusammenfassungen von Webinhalten – und zwar mithilfe des Mistral Small 3.1-Modells. Auf Android-Geräten lässt sich die Funktion entweder über ein spezielles Menü oder durch einfaches Schütteln des Smartphones aktivieren.

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Derzeit ist das Werkzeug auf englischsprachige Seiten mit weniger als 5.000 Wörtern beschränkt. In der aktuellen Testphase ist die Funktion standardmäßig aktiviert, Mozilla bietet jedoch einen zentralen Schalter in den Einstellungen, um alle KI-bezogenen Funktionen zu deaktivieren. Ähnliche Fähigkeiten hatte Mozilla bereits 2025 auf iOS eingeführt.

Eingebauter Werbeblocker in Sicht

Während einer Community-Diskussion am 24. Juni 2026 bestätigten Mozilla-Vertreter, dass ein integrierter Werbeblocker in naher Zukunft erscheinen soll. Diese Entwicklung passt zum Nova-Roadmap-Schwerpunkt auf Privatsphäre, der natives Werbeblocking für iOS und integrierte VPN-Dienste für mobile Plattformen vorsieht.

Die Roadmap beschreibt zudem ein Update für den privaten Modus mit Ein-Klick-Cookie-Löschung und einer tieferen Integration für Firefox-Container. Auch Passkey-Unterstützung und ein Energiesparmodus befinden sich in der Entwicklung, um Sicherheit und Leistung auf mobilen Geräten zu verbessern.

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Auf technischer Seite stellt Mozilla auf die ANGLE-Grafikschicht mit Vulkan- und Metal-Backends um. Das Unternehmen untersucht außerdem spezifische mobile Probleme, etwa einen Android-Fehler, bei dem Links aus externen Anwendungen gelegentlich nicht im richtigen Benutzerprofil geladen werden.

Was die Community will

Die Aktivitäten auf der Mozilla-Connect-Plattform, insbesondere in der Woche vom 19. bis 26. Juni 2026, zeigen ein hohes Nutzerinteresse an weiteren mobilen Verbesserungen. Zu den am häufigsten gewählten Vorschlägen gehören vertikale Tabs für Android-Tablets und ein dauerhaftes, durchsuchbares „Launchpad“ für geräteübergreifende synchronisierte Tabs.

Nutzer wünschen sich zudem die Möglichkeit, Tabs von anderen Geräten stapelweise zu öffnen, sowie ein Kalender-Widget auf der neuen Tab-Seite. Während einige dieser Funktionen wie die mobilen Tab-Gruppen bereits als in Entwicklung markiert sind, bleiben andere vorerst unter Vorbehalt – Mozilla arbeitet weiter am Nova-Designsystem.