Firmus Technologies hat OpenAI als Ankermieter für zwei neue AI-Factory-Standorte in Malaysia gewonnen. Die Vereinbarung ist Teil einer mehrjährigen Partnerschaft und treibt die insgesamt kontrahierte Kapazität des Unternehmens auf über 900 Megawatt. Firmus betreibt bereits ein Portfolio von sieben AI-Factories in Australien, Singapur, Indonesien und Malaysia, von denen zwei in Betrieb sind und fünf sich in der Entwicklung befinden.
Technische Ausstattung und Wachstumspläne
Für die neuen Standorte plant Firmus den Einsatz der NVIDIA-Vera-Rubin-Plattform in Kombination mit einer sogenannten Hypercube-Flüssigkühlung. Diese Technologie soll die hohe Wärmeentwicklung moderner GPU-Cluster effizient abführen, wie sie für das Training und den Betrieb großer KI-Modelle erforderlich ist.
Parallel zur Malaysia-Partnerschaft bereitet Firmus einen Börsengang vor. Nach vorliegenden Informationen soll das Volumen bis zu 15,5 Milliarden US-Dollar betragen, während die Bewertung des Unternehmens bei 10,5 Milliarden US-Dollar liegt. Der Deal mit OpenAI dürfte für Investoren ein zentrales Argument im Rahmen dieses geplanten Listings darstellen, da er die Auslastung der neuen Kapazitäten frühzeitig absichert.
Einordnung in den globalen Trend zu KI-Rechenzentren
Die Ankündigung von Firmus reiht sich in eine Reihe ähnlicher Ankermieter-Modelle ein, mit denen Betreiber von Rechenzentren ihre milliardenschweren Infrastrukturinvestitionen absichern.
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Auch die TCS-Tochter HyperVault hat OpenAI als Ankerkunden für ein Rechenzentrums-Projekt in Hyderabad gewonnen: Dort wurden 264 Acres für einen Campus mit einer möglichen Kapazität von bis zu 1 Gigawatt gesichert, bei einer Investition von bis zu 7,4 Milliarden US-Dollar. Die erste Phase mit 100 Megawatt soll ebenfalls OpenAI zugutekommen, mit einer Option auf den Ausbau auf 1 Gigawatt.
Der Fokus auf Flüssigkühlung, wie ihn Firmus mit der Hypercube-Technologie verfolgt, ist branchenweit zu einem zentralen Thema geworden. Angesichts der hohen Leistungsdichte moderner GPU-Racks – Singapurs Industriestandard SS 726:2026 verweist etwa darauf, dass KI-Server bis zum 50-Fachen der Leistung konventioneller Racks verbrauchen können und Kühlung bis zu 40 Prozent des Energiebedarfs eines Rechenzentrums ausmachen kann – setzen immer mehr Betreiber auf Direct-to-Chip- oder Closed-Loop-Systeme statt auf klassische Luftkühlung.
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Bedeutung für den asiatisch-pazifischen Markt
Mit der Erweiterung in Malaysia stärkt Firmus seine Position im asiatisch-pazifischen Raum, wo Betreiber wie Firmus und HyperVault um große Sprachmodell-Anbieter als Ankerkunden konkurrieren. Für OpenAI wiederum sichert die Partnerschaft zusätzliche Rechenkapazität außerhalb der USA, die für Training und Inferenz seiner Modelle benötigt wird.
Angesichts der insgesamt über 900 Megawatt kontrahierter Kapazität von Firmus dürfte Malaysia damit zu einem der wichtigeren Standorte für die Recheninfrastruktur des Unternehmens in der Region werden.
Der bevorstehende Börsengang von Firmus dürfte zeigen, wie Investoren die Kombination aus langfristigen Ankermieter-Verträgen und dem technologischen Vorsprung bei Flüssigkühlungslösungen bewerten – ein Modell, das angesichts des wachsenden Energie- und Kühlbedarfs von KI-Rechenzentren zunehmend als Differenzierungsmerkmal gilt.

