Fitbit Air: Google bringt 90-Euro-Tracker mit 7-Tage-Akku

Apple senkt Watch-Preise drastisch, während Konkurrenten wie Fitbit Air und Oura mit langer Akkulaufzeit punkten.

Während Apple mit Rabattaktionen um Kunden kämpft, erobern bildschirmlose Fitness-Tracker die Nase vorn.

Rabattschlacht am Memorial-Day-Wochenende

Apple hat zum Memorial-Day-Wochenende die Preise für die Apple Watch Series 11 drastisch gesenkt. Bei großen Händlern wie Amazon ist das 42mm Rose Gold Aluminum Modell bereits für umgerechnet rund 275 Euro erhältlich – ein Nachlass von 25 Prozent. Einstiegsmodelle starten bei etwa 300 Euro statt der üblichen 370 Euro.

Die Series 11 bleibt das Herzstück von Apples Gesundheitsstrategie. Sie bietet eine FDA-zertifizierte Blutdruckerkennung, EKG-Funktionen und Schlafapnoe-Warnungen. Ausgestattet mit dem S10-Chip und 64 GB Speicher, hat das Gerät jedoch weiterhin nur eine 24-Stunden-Akkulaufzeit – ein Schwachpunkt im Vergleich zur Konkurrenz.

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Indien als neuer Wachstumsmarkt

Am 24. Mai 2026 hat Apple zudem wichtige Gesundheitsfunktionen in Indien eingeführt. Schlafapnoe-Benachrichtigungen sind nun für die Modelle Series 9, 10 und 11 sowie die Ultra-Varianten verfügbar. Auch Hörtests für kompatible AirPods Pro wurden in der Region gestartet. Der Schritt zeigt: Apple setzt verstärkt auf Schwellenländer, um sein Gesundheitsgeschäft auszubauen.

Software-Rückschläge und Führungswechsel

Die Software-Entwicklung für 2026 verläuft holprig. watchOS 27, das im Juni auf der WWDC vorgestellt wird, soll laut Branchenbeobachtern vor allem Stabilität bringen – echte Neuerungen bleiben aus.

Besonders brisant: Das ambitionierte KI-Projekt „Project Mulberry“ – ein KI-gestützter Gesundheitscoach – wurde offenbar zurückgestuft. Statt eines großen Launches sollen die Funktionen nun nach und nach in die Betriebssysteme einfließen.

Hinzu kommen personelle Veränderungen. Im April verließ Stan Ng, langjähriger Vizepräsident für Watch- und Gesundheitsmarketing, das Unternehmen. Seine Nachfolge tritt Kaiann Drance an. Die Gesundheitsabteilung steht nun unter der Leitung von Eddy Cue, nachdem mehrere Veteranen wie Jeff Williams und Jay Blahnik das Unternehmen verlassen haben.

Der Siegeszug der bildschirmlosen Tracker

Die Apple Watch hat in elf Jahren rund 100 Milliarden Euro Umsatz generiert. Doch die Zeiten ändern sich. Laut IDC wuchsen bildschirmlose Wearables zuletzt um 14,7 Prozent, während Apples Watch-Verkäufe 2025 mit 33,3 Millionen Einheiten nur um acht Prozent zulegten – für viele Analysten ein Zeichen nachlassender Innovationskraft.

Am 26. Mai 2026 brachte Google den Fitbit Air auf den Markt: ein minimalistischer Tracker für umgerechnet rund 90 Euro. Mit gerade einmal zwölf Gramm Gewicht und einer Woche Akkulaufzeit ist er die direkte Antwort auf Apples tägliche Lade-Probleme. Optional gibt es einen KI-Gesundheitscoach für zehn Euro monatlich.

Auch die Konkurrenz macht Druck: Oura hat vertrauliche IPO-Pläne in den USA eingereicht. Der Oura Ring 4 hält bis zu acht Tage durch. Whoop wiederum erhielt FDA-Zulassung für EKG und Blutdruckmessung – bei über 14 Tagen Akkulaufzeit. Diese Geräte sprechen Nutzer an, die Gesundheitsdaten wollen, aber ohne Bildschirm-Ablenkung auskommen möchten.

Technische Pannen und Datenschutzdebatten

Nicht alle Konkurrenten haben leichtes Spiel. Ende Mai 2026 sorgte ein Software-Fehler bei den Pixel Watch 3 und 4 für Aufsehen: Die Funktionen „Find My Device“ und EKG fielen zeitweise aus. Nutzer mussten auf Sprachassistenten ausweichen, um ihre gekoppelten Smartphones zu orten.

Gleichzeitig entfacht Amazons Einstieg ins Wearable-Geschäft mit der „Amazon Bee“ eine Debatte über Datenschutz. Das Gerät, das Amazon 2025 übernahm, zeichnet berufliche Gespräche auf und fasst sie per KI zusammen. Die umfangreichen Berechtigungen – Zugriff auf Kontakte und Standort – sowie die Cloud-Speicherung lassen Datenschützer aufhorchen.

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Ausblick: Wende oder Verteidigung?

Laut Counterpoint hielt Apple im vierten Quartal 2025 noch 32 Prozent des globalen Smartwatch-Marktes. Doch günstigere Alternativen und spezialisierte Gesundheitsringe machen Druck. Die aktuellen Rabattaktionen deuten auf eine zunehmende Preissensibilität im Markt hin.

Mit dem verzögerten „Project Mulberry“ und einer neuen Führungsriege steht Apple vor der Herausforderung, die Innovationsführerschaft zurückzuerobern. Die erfolgreiche Einführung des Fitbit Air und der bevorstehende Börsengang von Oura zeigen: Der Wettbewerb dreht sich nicht mehr um den besten Bildschirm, sondern um das nahtloseste und ausdauerndste Gesundheitserlebnis. Für Apple heißt das: aggressive Preispolitik und Stabilisierung des Kernangebots – bis zum nächsten großen Hardware-Zyklus.