Der Start des neuen Fitbit Air wird von technischen Pannen überschattet. Viele Android-Nutzer können ihren schirmlosen Tracker nicht nutzen.
Die Auslieferung des Fitbit Air, Googles neuem schirmlosen Fitness-Tracker, begann für viele Vorbesteller früher als geplant – doch die Freude währte kurz. Auf Android-Geräten ließ sich das Wearable nicht mit dem Smartphone koppeln. Grund: Die erforderliche App-Version Google Health 5.0 war im Play Store noch nicht flächendeckend verfügbar. iOS-Nutzer hingegen konnten den Tracker dank des bereits bereitstehenden Updates im Apple App Store problemlos einrichten.
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Google reagierte am Dienstag und bestätigte die beschleunigte Auslieferung der Android-Version. Das Unternehmen entschuldigte sich bei den betroffenen Kunden und versprach eine zeitnahe Lösung. Technisch versierte Nutzer halfen sich zwischenzeitlich mit einem manuellen Installationspaket (APK), doch für die breite Masse soll nun das offizielle Update Abhilfe schaffen.
Der Fitbit Air: Winzig, leicht und ohne Display
Mit dem Fitbit Air betritt Google das Segment der minimalistischen Tracker, das bisher von Anbietern wie Whoop dominiert wird. Das Gerät wiegt ohne Armband gerade einmal 5,2 Gramm, mit Armband sind es 12 Gramm. Es kommt ganz ohne Bildschirm aus und kommuniziert den Status über LED-Muster.
Trotz der geringen Größe steckt eine umfangreiche Sensorik im Inneren: Der Tracker misst Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung (SpO2) und Schlafmuster, erkennt Vorhofflimmern und automatisiert Trainingseinheiten. Die Akkulaufzeit gibt Google mit bis zu sieben Tagen an, fünf Minuten Laden reichen für einen ganzen Tag. Das Gerät ist bis 50 Meter wasserdicht – ideal für Schwimmer und Ausdauersportler.
Der Preis liegt bei rund 100 Euro, eine Sonderedition in Zusammenarbeit mit Basketball-Star Stephen Curry kostet etwa 130 Euro.
Fitbit-App geht in Rente – Google Health übernimmt
Der Fitbit Air ist der erste Tracker, der vollständig auf das neue Google Health 5.0-Ökosystem setzt. Die alte Fitbit-App wurde nach 14 Jahren eingestellt. Die neue Oberfläche gliedert sich in vier Kategorien: Heute, Fitness, Schlaf und Gesundheit.
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Herzstück ist der KI-Coach, der auf Googles Gemini-Technologie basiert. Er analysiert Kalorienaufnahme, Schlafqualität und einen täglichen Bereitschaftswert und gibt personalisierte Empfehlungen. Der Dienst ist Teil des Google Health Premium-Abonnements für 9,99 Euro pro Monat oder 99 Euro im Jahr. Die Basisfunktionen des Trackers bleiben jedoch auch ohne Abo nutzbar – ein entscheidender Vorteil gegenüber manchen Konkurrenten, die für die Gerätenutzung teure Pflichtabos verlangen.
Datenstrategie: Gesundheitsplattform statt Werbeprofil
Google verspricht, dass die Gesundheitsdaten nicht für Werbezwecke genutzt werden. Die App erlaubt zudem das Hochladen medizinischer Aufzeichnungen, die Ende-zu-Ende-verschlüsselt gespeichert werden. Neue Funktionen wie „Smart Health Links“ zum Teilen von Daten mit Ärzten und eine Kommandozeilenschnittstelle für fortgeschrittene Analysen runden das Angebot ab.
Absehbar soll Google Health auch Daten von Apple Health und Samsung Health einbinden – ein klares Signal, dass Google nicht nur den Fitbit-Kosmos bedienen, sondern eine universelle Gesundheitsplattform aufbauen will.
Ein kritischer Moment für Googles Wearable-Strategie
Für Google steht viel auf dem Spiel. Mit dem Fitbit Air will der Konzern die Lücke zwischen der High-End-Pixel-Watch und dem Einstiegssegment schließen. Die Anlaufschwierigkeiten zeigen jedoch die Tücken eines globalen Hardware-Software-Launches.
Die schnelle Reaktion und der beschleunigte Rollout deuten darauf hin, dass Google die Migration der bestehenden Fitbit-Nutzer in das neue KI-Ökosystem nicht gefährden will. Ob der Gemini-gestützte Coach die erhoffte Marktdurchdringung bringt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Fest steht: Mit der Integration medizinischer Daten und der plattformübergreifenden Kompatibilität hat Google das Potenzial, vom Schrittzähler zum umfassenden Gesundheits-Dashboard zu werden.

