Fitbit: Google verlängert Frist für Konto-Umstellung bis Mai 2026

Google gewährt Nutzern alter Fitbit-Konten drei Monate mehr Zeit für den Wechsel zu Google-Konten, kündigt jedoch erstmals eine unwiderrufliche Löschung nicht übertragener Gesundheitsdaten an.

Nutzer alter Fitbit-Konten erhalten eine letzte Gnadenfrist. Google hat die verpflichtende Migration zu Google-Konten überraschend um drei Monate verschoben. Gleichzeitig setzt der Konzern aber erstmals ein festes Datum für die endgültige Löschung nicht übertragener Gesundheitsdaten.

Die neue Deadline für den Login mit alten Zugangsdaten ist der 19. Mai 2026. Das gab Google diese Woche in einer aktualisierten Support-Notiz bekannt. Die ursprünglich für den 2. Februar geplante Zwangsumstellung ist damit zum zweiten Mal verschoben worden. Für Millionen langjähriger Nutzer bedeutet das zusätzliche Zeit, ihre Fitness-Historie zu sichern. Ab Juli 2026 droht jedoch die unwiderrufliche Löschung.

Letzte Chance für Fitness-Daten

Die Verlängerung kommt im letzten Moment. Nutzer, die ihr Konto vor 2021 erstellt und seitdem kein neues Gerät aktiviert haben, müssen bis zum 19. Mai wechseln. Anschließend wird die alte Login-Infrastruktur abgeschaltet. Der Zugriff auf die Fitbit-App, Geräte-Sync und Jahre an Gesundheitsdaten ist dann nur noch mit einem Google-Konto möglich.

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Warum der erneute Aufschub? Branchenbeobachter vermuten, dass noch immer eine beträchtliche Zahl aktiver Nutzer den Wechsel verweigert. Google will offenbar einen abrupten Service-Verlust für treue Kunden vermeiden. Doch die Geduld scheint zu enden: Parallel zur neuen Login-Frist hat der Konzern erstmals ein konkretes Löschdatum kommuniziert.

Ab dem 15. Juli 2026 will Google mit der endgültigen Entfernung nicht migrirter Daten beginnen. Betroffene Nutzer haben damit ein knappes zweimonatiges Zeitfenster zwischen Login-Sperre und Datenvernichtung, um ihre Informationen zu retten.

So funktioniert die Migration – und was droht

Der Übertragungsprozess läuft über die Fitbit-App. In den Einstellungen finden Nutzer die Option, ihr Konto mit einem Google-Account zu verknüpfen. Schrittanzahl, Schlafprotokolle und Herzfrequenz-Verlauf – die gesamte Fitness-Historie wird übertragen. Die Entscheidung ist unwiderruflich: Eine Rückkehr zum eigenständigen Fitbit-Login ist nicht möglich.

Google betont Vorteile wie verbesserte Sicherheit durch Zwei-Faktor-Authentifizierung und zentrale Privatsphäre-Einstellungen. Der Konzern versichert zudem, Fitbit-Gesundheitsdaten weiterhin strikt von Werbedaten zu trennen – eine lange gehegte Befürchtung datenbewusster Nutzer.

Wer nach 2023 ein Konto erstellt oder kürzlich ein Gerät wie die Pixel Watch aktiviert hat, ist von der Umstellung nicht betroffen. Diese Nutzer verwenden bereits ein Google-Konto.

Die große Gefahr lauert für Zögerer: Wer bis zum 19. Mai nicht wechselt, verliert den Zugriff auf App und Geräte-Sync. Die Daten liegen dann zwar bis Juli noch auf Googles Servern, sind aber nicht mehr nutzbar. In dieser Übergangsphase bleibt nur der Weg über Googles Export-Tools, um die persönliche Fitness-Chronik lokal zu archivieren. Nach dem 15. Juli ist alles gelöscht – endgültig und unwiederbringlich.

Hintergrund: Googles Fitbit-Integration

Die Migration ist der Schlusspunkt von Googles 2,1-Milliarden-Dollar-Übernahme Fitbits im Januar 2021. Seither verschmilzt der Tech-Riese Hardware und Software schrittweise mit seinem Ökosystem. Die Umstellung auf Google-Konten folgt einem bekannten Muster, ähnlich wie bei den Integrationen von Nest oder Waze.

Doch die Fitbit-Community erweist sich als besonders widerständig. Fitness-Daten sind hochsensibel – die Scheu, sie mit Googles mächtigem Daten-Ökosystem zu verbinden, ist groß. Dieser Widerstand könnte den schleppenden Migrationsfortschritt erklären.

Mit der jetzt gesetzten Mai-Frist dürfte die Geduld am Ende sein. Die präzise Löschankündigung für Juli legt nahe, dass die alte Infrastruktur im Sommer vollständig abgeschaltet wird. Marktbeobachter erwarten, dass Google anschließend seine Wearable-Strategie neu ausrichten wird. Ältere Fitbit-Dienste könnten dann zugunsten eines einheitlichen Pixel-Gesundheits-Ökosystems auslaufen.

Für verbliebene Nutzer alter Konten tickt die Uhr. Die Wahl steht: Mitgehen in Googles Universum oder die eigenen Daten exportieren und die Plattform wechseln. Ein Check des eigenen Konto-Status in der Fitbit-App gibt jetzt Klarheit.

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