Fitbit-Kalorienmessung: Sieben Werte liegen mehr als 450 Prozent daneben

Studien und Gerätetests zeigen ungenaue Kalorienschätzungen; der Fitbit Air bietet Basisfunktionen, vertiefte Auswertungen kosten extra.

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Aktuelle Untersuchungen zum tatsächlichen gesundheitlichen Nutzen und der Datenqualität von Wearables werfen Fragen zur Zuverlässigkeit verbreiteter Smart-Ringe und Fitnesstracker auf. Fachleute weisen in diesem Zusammenhang auf teils massive Abweichungen bei der Erfassung von Vitaldaten und dem Kalorienverbrauch hin, wie aus mehreren Berichten vom 26. September 2026 hervorgeht.

Erhebliche Abweichungen bei der Kalorienmessung

Im Rahmen einer in der Fachzeitschrift PLOS One veröffentlichten Studie wurden 58 hispanische Erwachsene in Miami untersucht. Dabei verglichen die Forscher die Messdaten der Apple Watch Series 8, der Garmin Forerunner 955, der Samsung Galaxy Watch5 und der Fitbit Sense 2 während des Radfahrens mit einem professionellen Stoffwechselmessgerät.

Die Ergebnisse zeigen über alle Geräte hinweg einen medianen Fehler bei der Kalorienschätzung von 15 bis 25 %. Demnach überschätzten die Modelle von Apple, Garmin und Samsung den tatsächlichen Energieverbrauch systematisch. Besonders deutliche Ausreißer wurden bei Geräten der Marke Fitbit registriert; hier lagen sieben Messwerte um mehr als 450 % über dem Referenzwert.

Ein wesentlicher Faktor für die Ungenauigkeit scheint die körperliche Konstitution der Nutzer zu sein. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass der Messfehler bei allen untersuchten Marken mit steigendem Körperfettanteil zunahm.

Bei Teilnehmenden mit einem höheren Körperfettanteil wurden bei einigen Uhren Fehler von etwa 50 bis 100 % oder mehr festgestellt. Die Hautfarbe der Probanden hatte unter den gewählten Testbedingungen hingegen keinen signifikanten Einfluss auf die Ergebnisse.

Für Personen mit einem Körperfettanteil von mindestens 35 %, die vier Stunden pro Woche trainieren, könnte die wöchentliche Abweichung laut der Untersuchung zwischen 1.200 und 2.400 kcal liegen.

Diskrepanzen in aktuellen Gerätetests

Dass diese Problematik auch neuere Hardware-Generationen betrifft, verdeutlicht ein aktueller Test von TechRadar. Bei einer 40-minütigen Krafteinheit lieferten die Apple Watch Series 12 und die Garmin Fenix 9 Pro unterschiedliche Werte: Während die Apple-Uhr einen durchschnittlichen Puls von 125 bpm aufzeichnete, ermittelte das Garmin-Modell 132 bpm.

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Wer nach Kalorienwerten seiner Smartwatch isst, plant sein Defizit auf Basis unzuverlässiger Daten: Eine aktuelle Studie fand mediane Fehler von 15 bis 25 Prozent, bei einzelnen Fitbit-Messwerten sogar über 450 Prozent. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie die Werte Ihrer Uhr realistisch einordnen und Ihren Bedarf verlässlich bestimmen. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern

Noch deutlicher fielen die Differenzen beim geschätzten Energieverbrauch aus. Garmin bezifferte den Kalorienverbrauch der Trainingseinheit auf 340 kcal, Apple hingegen auf 242 kcal – eine Differenz von 88 kcal. Die Tester verwiesen in diesem Kontext ebenfalls auf die aktuelle wissenschaftliche Datenlage, wonach bei verbreiteten Modellen Fehler von über 20 % bei der Energieverbrauchsmessung keine Seltenheit seien.

Fitbit Air: Kostengünstiger Tracker mit funktionalen Einschränkungen

Parallel dazu liegen erste Testergebnisse für den neuen Fitnesstracker Fitbit Air vor. Das Gerät wird zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 99,99 Euro angeboten, wobei der Marktpreis bereits bei rund 78 Euro liegt. Mit einem Gewicht von etwa 5 g für den Tracker selbst und 12 g inklusive Armband ist das Modell vergleichsweise leicht.

Der Funktionsumfang des Fitbit Air ist jedoch begrenzt. Das Gerät verfügt weder über ein Display noch über ein eigenes GPS-Modul, sodass für die Aufzeichnung von Laufstrecken ein Smartphone mitgeführt werden muss.

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Bei höherem Körperfettanteil steigt der Messfehler laut Studien deutlich — bei manchen Uhren auf 50 bis 100 Prozent oder mehr, was wöchentlich 1.200 bis 2.400 kcal Abweichung bedeuten kann. Wer sein Abnehm-Ziel nicht gefährden will, braucht einen Plan B zur Kalorienmessung. Unser kostenloser Leitfaden liefert Ihnen fünf Alternativen und eine einfache Kalibrierungs-Anleitung. 5 Alternativen jetzt kostenlos sichern

Während die Pulsmessung bei Ruhe und gleichmäßiger Belastung als präzise bewertet wird, treten bei schnellen Belastungswechseln Ausreißer auf. In hohen Pulsbereichen wurden Abweichungen von teilweise bis zu 10 Schlägen im Vergleich zu einem Referenz-Brustgurt gemessen.

Zudem ist die Nutzung des vollen Funktionsumfangs an ein Abonnement gebunden. Zwar sind grundlegende Aktivitäts-, Schlaf- und Gesundheitsdaten in der kostenlosen App verfügbar, tiefergehende Auswertungen wie ein KI-basierter Coach oder personalisierte Trainingspläne erfordern jedoch eine Google Health Premium-Mitgliedschaft. Diese kostet nach einer dreimonatigen Testphase 8,99 Euro monatlich oder 99,99 Euro pro Jahr. Bestimmte Funktionen, wie Trends zur Insulinresistenz oder zum Blutdruck, standen zum Zeitpunkt der ersten Tests noch nicht zur Verfügung.