Flip sammelt 22 Millionen Euro: KI-Plattform für Frontline-Arbeit

Stuttgarter Startup Flip erhält 22 Mio. Euro für den Ausbau seiner KI-Plattform für Frontline-Mitarbeiter. Bestehende und neue Investoren unterstützen die Skalierung.

Das Stuttgarter Technologieunternehmen Flip hat eine neue Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen. Wie das Unternehmen bekannt gab, wurden insgesamt 22 Millionen Euro (in anderen Quellen als 25 Millionen US-Dollar angegeben) eingeworben, um die Skalierung seiner KI-gestützten Plattform für Frontline-Mitarbeiter voranzutreiben. Das frische Kapital soll primär in den weiteren Ausbau der technologischen Infrastruktur fließen, insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz.

Erweiterter Investorenkreis und finanzielle Historie

Die aktuelle Finanzierungsrunde wird von den bereits bestehenden Investoren Notion Capital und HV Capital getragen. Neu in den Kreis der Kapitalgeber ist zudem die L-Bank getreten. Mit diesem Schritt setzt Flip seinen Wachstumskurs fort, der in den vergangenen Jahren bereits durch signikante Investments untermauert wurde.

So folgte die jetzige Runde auf eine Series-A-Verlängerung im Jahr 2025, bei der das Unternehmen 25 Millionen Euro einsammeln konnte. Bereits im Jahr 2022 hatte Flip eine Finanzierung in Höhe von 26,5 Millionen Euro erhalten. Das 2018 in Stuttgart gegründete Unternehmen festigt mit dem neuen Kapital seine Position im Markt für digitale Mitarbeiterkommunikation.

Fokus auf den „Deskless“-Sektor

Die Plattform von Flip richtet sich gezielt an sogenannte Frontline- oder Deskless-Mitarbeiter. Nach Einschätzung des Unternehmens machen diese Arbeitskräfte, die keinen festen Schreibtischplatz haben, etwa 80 % der weltweiten Erwerbstätigen aus. Um diese Zielgruppe besser zu erreichen, umfasst das Angebot unter anderem den sogenannten Fusion-App-Builder, mit dem kundenspezifische Anwendungen erstellt werden können.

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Ein wesentliches Merkmal der technologischen Lösung ist zudem die Funktion „Frontline Identity“. Diese ermögliche den Zugriff auf die Plattform und die Unternehmensressourcen auch ohne eine dedizierte geschäftliche E-Mail-Adresse, was in vielen operativen Bereichen wie der Fertigung oder dem Einzelhandel eine Hürde für die Digitalisierung darstellte.

Marktdurchdringung und Anwendungsbeispiele

Nach aktuellen Angaben nutzen bereits mehr als 2 Millionen Menschen bei über 1.000 Marken die Plattform. Flip bedient dabei ein breites Spektrum an Branchen, das von der Logistik und Pflege über das Gastgewerbe bis hin zum klassischen Einzelhandel und der Fertigung reicht. Zu den namhaften Kunden zählen unter anderem die REWE Group, Bosch, SIXT, TEDi, FORVIA HELLA sowie APCOA.

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Konkrete Daten aus der operativen Anwendung belegen die Akzeptanz der Lösung. Bei einem Pilotprojekt mit dem Unternehmen Greif wurde eine Akzeptanzrate von 85 % erzielt, wobei 74 % der Nutzer wöchentlich aktiv waren. Die Zufriedenheitsbewertung durch die Belegschaft lag bei 4,3 von 5 Punkten. In der Folge wurde dieses Projekt auf über 100 Standorte in 15 Ländern ausgeweitet.

Weitere Beispiele zeigen die langfristige Nutzung: Der Anbieter Europart setzt die Plattform bereits seit 2021 ein und vernetzt damit 2.000 Mitarbeiter an 300 Standorten in 28 Ländern. Bei Sonderpreis Baumarkt kommt zudem der spezifische KI-Assistent „SMILE“ zum Einsatz, der 4.000 Mitarbeiter in 364 Filialen unterstützt.