Der Digital-Publishing-Anbieter FlipHTML5 bringt einen KI-gestützten E-Book-Generator an den Start. Das Tool erstellt aus wenigen Textvorgaben oder hochgeladenen Word- und PDF-Dateien vollständige, professionell gestaltete digitale Bücher.
Der neue Dienst richtet sich an Unternehmen und Privatpersonen, die bisher an technischen Hürden gescheitert sind. „Wir wollen die technischen Barrieren beseitigen, die Menschen normalerweise davon abhalten, ihre Ideen in fertige Publikationen zu verwandeln“, erklärt CEO Winston Zhang.
So funktioniert die KI-Produktion
Der Ablauf ist simpel: Der Nutzer gibt eine kurze Textbeschreibung ein oder lädt ein bestehendes Dokument hoch. Die KI erstellt daraufhin eine Gliederung, die der Anwender überprüfen und anpassen kann. Nach der Freigabe setzt das System die Inhalte in ein fertiges Layout um – basierend auf einer Auswahl von Vorlagen und Designs.
Während KI-Tools die Erstellung von Inhalten revolutionieren, setzt der Gesetzgeber mit dem EU AI Act neue rechtliche Rahmenbedingungen für deren Einsatz. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Unternehmen einen kompakten Überblick über alle neuen Anforderungen, Pflichten und Fristen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt
Doch damit nicht genug: Nutzer können Schriftarten, Farben und Bilder nach Belieben anpassen. Das Tool unterstützt zudem interaktive Elemente wie Audio, Video und Hyperlinks. Die fertigen E-Books lassen sich über Direktlinks, QR-Codes, soziale Medien oder Webseiten-Einbettungen verbreiten. Für den Offline-Gebrauch steht eine Download-Funktion bereit.
Neue Vorlagen für Markenidentität
Parallel zum E-Book-Generator hat FlipHTML5 seine Bibliothek an Markenbuch-Vorlagen erweitert. Neue Designs wie eine „Branding Deck Presentation“ und eine „Classic Brand Guide“-Vorlage sollen Unternehmen ohne eigene Designabteilung helfen, Logo-Regeln, Farbpaletten und Markentöne professionell zu definieren.
Ein zusätzlicher KI-Markenbuch-Generator unterstützt bei der professionellen Layout-Gestaltung. „Wir bringen professionelle Design-Fähigkeiten zu einem breiteren Publikum“, betont Zhang.
Der Einsatz von KI-Systemen zur Automatisierung von Marketing und Design unterliegt künftig strengen Dokumentationspflichten. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche Systeme als Hochrisiko eingestuft werden und was Verantwortliche jetzt konkret tun müssen. Welche KI-Systeme gelten als Hochrisiko – und was müssen Unternehmen jetzt konkret tun?
Boom der KI-Kreativtools
Der Markt für KI-Design-Tools wächst rasant – von umgerechnet rund 6,2 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf geschätzte 7,6 Milliarden Euro im laufenden Jahr. Entsprechend aktiv ist die Branche:
- Character.AI startete am 19. Juli mit „c.ai Books“ eine Plattform für interaktives Storytelling in klassischen Romanen.
- SVGMaker brachte einen KI-SVG-Generator für Unternehmen auf den Markt.
- Microsoft erweiterte SharePoint um neue Copilot-Funktionen, die direkt aus der Plattform heraus Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien erstellen.
- FAUNA, ein KI-Kreativpartner, sicherte sich kürzlich 48 Millionen Euro Finanzierung für professionelle visuelle Arbeitsabläufe.
- Calibre 9.8 bietet seit Juli einen KI-gestützten Leseassistenten, der Texte in der E-Book-Bibliothek zusammenfasst und erklärt.
Schattenseite: Klagen gegen KI-Publishing
Doch der Boom hat auch eine Kehrseite. Am 18. Juli reichten große Verlagshäuser wie Hachette, Cengage und Elsevier gemeinsam mit Autor Scott Turow eine Sammelklage gegen Google ein. Der Vorwurf: Googles KI Gemini sei mit unerlaubten Inhalten aus Google Books, Google Play Books und Google Scholar trainiert worden.
Die Kläger argumentieren, dass die KI-generierten Texte Urheberrechte verletzen und unfairen Wettbewerb auf dem Literaturmarkt schaffen. Ein Fall, der richtungsweisend für die gesamte Branche sein könnte – denn je mehr KI-Tools auf den Markt kommen, desto lauter werden die Fragen nach legalen Trainingsdaten.

