FLiPP-Technologie: LG Display revolutioniert OLED-Fertigung ohne Metallmasken

LG Display stellt auf der IMID 2026 das maskenfreie OLED-Verfahren FLiPP vor. Es verspricht höhere Helligkeit, längere Lebensdauer und geringeren Stromverbrauch.

LG Display hat auf der Fachmesse IMID 2026 in Busan ein neues Fertigungsverfahren für OLED-Displays präsentiert, das erstmals ohne Feinstmetallmasken (FMM) auskommt. Die Technologie mit dem Namen FLiPP (FMM-Less innovative Pixel Patterning) soll die Herstellung von OLED-Panels grundlegend verändern und wurde am 19. August in Busan öffentlich gezeigt.

Deutliche technische Verbesserungen versprochen

Nach Angaben von LG Display soll FLiPP gegenüber der herkömmlichen FMM-Fertigung erhebliche Fortschritte bringen: eine um das 1,6-fache gesteigerte Helligkeit, eine 2,4-fach verlängerte Lebensdauer sowie einen um 13 Prozent reduzierten Stromverbrauch.

Zusätzlich soll sich das Aperturverhältnis – also der lichtdurchlässige Flächenanteil eines Pixels – um 55 Prozent erhöhen. Möglich wird dies durch den Verzicht auf die bislang notwendigen Feinstmetallmasken, die bei der Herstellung von OLED-Panels traditionell für die präzise Platzierung der lichtemittierenden Materialien sorgen.

Ein weiterer Vorteil des Verfahrens liegt laut LG Display in der Skalierbarkeit: FLiPP ermöglicht erstmals eine maskenfreie Strukturierung auf Glassubstraten der Generation 8,5. Dadurch lasse sich die Glasausnutzung um bis zu 64 Prozent steigern – ein Faktor, der angesichts der hohen Materialkosten in der Displayfertigung wirtschaftlich bedeutsam sein dürfte.

Breites Einsatzspektrum von Wearables bis TV

Die Panelgrößen, die mit FLiPP realisiert werden können, reichen laut LG Display von 1 bis 100 Zoll. Das Unternehmen plant, die Technologie zunächst in IT-Produkten wie Tablets, Monitoren und Notebooks einzusetzen, bevor sie später auch in Wearables, Fernsehern sowie VR- und AR-Geräten zum Einsatz kommen soll.

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LG-Display-CTO Choi Young-seok bezeichnete FLiPP bei der Vorstellung als eine „Traumtechnologie“ für die Branche.

Milliardeninvestition und konkreter Zeitplan

LG Display begleitet die Ankündigung mit einer Investitionszusage in Höhe von 3 Billionen Won, umgerechnet rund 2,1 Milliarden US-Dollar. Der Zeitplan sieht vor, dass die technischen Spezifikationen der benötigten Fertigungsausrüstung im September 2026 feststehen sollen.

Entsprechende Bestellungen bei Ausrüstungsherstellern sind für Januar 2027 vorgesehen, der eigentliche Produktionsstart soll im dritten Quartal 2027 am Standort P10 in Paju erfolgen.

Auszeichnung auf der IMID 2026

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Neben der FLiPP-Präsentation konnte LG Display auf der Messe auch einen Preis einheimsen: Für die HDS-Technologie, die eine Steigerung der Bildwiederholrate von 144 Hz auf 165 Hz ermöglicht, wurde das Unternehmen mit dem IMID Display of the Year Award ausgezeichnet.

Mit FLiPP positioniert sich LG Display in einem Marktumfeld, in dem die Fertigungskosten und die Effizienz von OLED-Panels zunehmend über Wettbewerbsfähigkeit entscheiden. Der für 2027 angepeilte Produktionsstart am Standort Paju dürfte zeigen, ob sich die auf der IMID vorgestellten Laborwerte auch im industriellen Maßstab reproduzieren lassen.