Ein Softwarefehler im National Airspace System (NAS) der Flugsicherung NATS hat am 8. September 2026 zu massiven Ausfällen im gesamten britischen Luftraum geführt. Auslöser der folgenschweren Panne war ein zeitlicher Konflikt im Millisekundenbereich bei der manuellen Zuweisung eines Transpondercodes. Der Vorfall zog mehrstündige Sperrungen, Hunderte Flugstreichungen und erhebliche Verspätungen für Hunderttausende Passagiere nach sich.
Timing-Problem bei Code-Zuweisung korrumpierte Systemdaten
Nach Angaben der Flugsicherungsorganisation NATS entstand die Störung, als das System während der manuellen Zuweisung eines Squawk-Codes gleichzeitig eine Nachricht mit höherer Priorität verarbeiten musste.
Beim Wiederaufnehmen der zwischenzeitlich pausierten Code-Anfrage startete die Software fehlerhaft neu und erzeugte innerhalb einer einzigen Millisekunde eine korrupte Ausgabe. NATS verdeutlichte das minimale Zeitfenster des Vorfalls: Hätte sich das entsprechende Update auch nur eine Millisekunde früher oder später vollzogen, wäre der Vorgang regulär abgeschlossen worden.
Infolge der Datenkorruption verlor das London Area Control Centre (LAC) den Zugriff auf die Live-Flugdaten. Die Flugsicherung musste auf manuelle Übergabeverfahren zurückgreifen und den Flugverkehr drastisch drosseln, um die Sicherheit im Luftraum zu gewährleisten.
NATS-Chef Martin Rolfe stufte die Ursache als kleinen Codierungsfehler ein und unterstrich, dass die Flugsicherheit zu keinem Zeitpunkt kompromittiert gewesen sei. Zudem liege weder ein Fehlverhalten ziviler noch militärischer Betreiber vor.
Hunderttausende Fluggäste von Sperrungen und Annullierungen betroffen
Die technische Störung erzwang am 8. September 2026 eine rund sechsstündige Einschränkung des Flugbetriebs in ganz Großbritannien. Zwar konnte NATS den Normalbetrieb am Abend wieder aufnehmen, die betrieblichen Nachwirkungen und der entstandene Rückstau dauerten jedoch mehr als zwei Tage an.
Ein einziger Millisekunden-Konflikt bei der manuellen Code-Zuweisung genügte, um die Live-Flugdaten des London Area Control Centre zu korrumpieren — sechs Stunden Sperrung, über 2.000 betroffene Flüge, Rückstau von mehr als zwei Tagen. Wer kritische Systeme betreibt, sollte jetzt prüfen, ob die eigene Software bei konkurrierenden Prioritäten genauso verwundbar ist. Unser kostenloser Leitfaden bündelt die wichtigsten Prüfschritte für Timing-Risiken, Redundanz und Audit-Dokumentation. Leitfaden für kritische Infrastruktur jetzt anfordern
Zu den besonders stark betroffenen Drehkreuzen zählten die Flughäfen Heathrow, Gatwick, Stansted, Manchester, Luton und Glasgow. Insgesamt waren über 2.000 Flüge von den Ausfällen und Verzögerungen tangiert; Analysen von Cirium bezifferten das Ausmaß auf rund 2.163 Flüge bei einer Annullierungsrate von 30 %. Mindestens 300.000 Passagiere spürten die direkten Auswirkungen des Ausfalls, insgesamt waren Hunderttausende Reisende betroffen.
Ursachenforschung, Kritik aus der Politik und Entschädigungsdebatte
Sowohl NATS als auch das britische Verteidigungsministerium schlossen eine militärische Beteiligung oder den Zusammenhang mit einem Militärflugzeug aus. Ebenso stellte NATS klar, dass keine Verbindung zum Systemausfall vom August 2023 oder zu den Radarproblemen vom Juli 2025 bestehe. Auch die britische Regierung, die einen Anteil von 49 % an NATS hält, schloss einen Cyberangriff aus und forderte einen umfassenden Bericht an.
Verkehrsministerin Alexander bezeichnete die massiven Behinderungen als unakzeptabel. Sie kündigte eine unabhängige Prüfung durch die Zivilluftfahrtbehörde Civil Aviation Authority (CAA) innerhalb von sechs Monaten an; der offizielle NATS-Bericht müsse binnen 60 Tagen vorliegen. Ein Regierungsvertreter merkte zudem an, dass der Bericht Fragen dazu offenlasse, warum das Softwareproblem nicht bereits früher erkannt und bereinigt worden sei.
Die CAA leitete eine unabhängige Untersuchung ein und gab zugleich die Einschätzung ab, dass der Vorfall voraussichtlich als außergewöhnlicher Umstand einzustufen sei.
Als das London Area Control Centre den Zugriff auf seine Live-Flugdaten verlor, musste die Flugsicherung auf manuelle Übergabeverfahren zurückgreifen und den Verkehr drastisch drosseln — über 300.000 Passagiere spürten die Folgen, Airlines UK beziffert die Schäden in Millionenhöhe. Fehlt Ihrem Haus ein belastbarer Notfallplan für genau diesen Moment, wird aus einem Softwarefehler schnell ein Compliance- und Entschädigungsfall. Unser Leitfaden zeigt, wie Sie Ausfall-Szenarien vorbereiten und gegenüber Aufsichtsbehörden belegen. Notfallplan für kritische Systeme jetzt sichern
Diese Bewertung ist für Fluggesellschaften und Reisende von zentraler Bedeutung, da sie direkte Auswirkungen auf gesetzliche Entschädigungsansprüche hat. Der Branchenverband Airlines UK, dessen Mitgliedern Verluste in Millionenhöhe entstanden, forderte ungeachtet dessen Kompensationen für die wirtschaftlichen Schäden.
Hinsichtlich der technischen Infrastruktur verwies NATS darauf, über einen Zeitraum von zehn Jahren mehr als 1 Mrd. Pfund investiert zu haben. Bis Ende 2033 plant das Flugsicherungsunternehmen weitere Investitionen in Höhe von 1 Mrd. Pfund.

