FordPass-App: Fernsperre für Zündung wird zur Kostenfalle

Ford führt kostenpflichtige Fernsperre per App für mehrere 2026er-Modelle ein. Kritiker warnen vor Abhängigkeiten und Sicherheitsrisiken.

Der Autobauer weitet seine Smartphone-Sperre für gestohlene Fahrzeuge auf mehrere 2026er-Modelle aus – und setzt dabei auf ein Abo-Modell.

Die neue Sicherheitsfunktion klingt radikal: Selbst wer den Autoschlüssel in der Hand hält, kann den Motor nicht starten. Möglich macht es die FordPass-App, die eine Fernsperre für den Zündvorgang bereitstellt. Was bisher den F-Serie-Pickups vorbehalten war, kommt nun auch im 2026er-Expedition, Bronco Sport und Mustang Mach-E zum Einsatz.

Doch die vermeintliche Schutzfunktion hat einen Haken: Nach dem ersten Jahr wird sie zur Kostenfalle. In den USA verlangt Ford umgerechnet rund 7,50 Euro pro Monat, in Kanada knapp 9,40 Euro. Immerhin: Der Luxusableger Lincoln Navigator soll vier Jahre lang kostenlos mit der Technik ausgestattet sein.

Abo-Sicherheit: Segen oder Risiko?

Die Ausweitung der fernsteuerbaren Sicherheitstechnik stößt bei Branchenbeobachtern auf gemischte Reaktionen. Kritiker warnen vor neuen Abhängigkeiten: Was passiert, wenn der Hersteller die Server für ältere Modelle abschaltet? Oder wenn Hacker die Plattform kompromittieren?

Parallel sorgt Ford mit neuen Patenten für Diskussionen. Die am heutigen Freitag bekannt gewordenen Unterlagen beschäftigen sich mit biometrischen Zugangssystemen und der Weitergabe von Nutzungsdaten. Das weckt Erinnerungen an die Debatte um staatlich verordnete Wegfahrsperren. Der Konzern betont jedoch: Patente bedeuten noch keine Serienproduktion. Zudem müssten Kunden explizit in Datenschutzprogramme einwilligen. Immerhin: Die Weitergabe von Fahrzeugdaten an Versicherungen hat Ford bereits eingestellt.

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Die andere Gefahr: Störsender und alte Tricks

Während die Autoindustrie auf Hightech setzt, warnen Polizeibehörden vor erstaunlich simplen Methoden. Die Rede ist von „Remote Jamming“ – einer Störung der Funkverbindung zwischen Schlüssel und Fahrzeug. Die Masche: Der Fahrer steigt aus, will per Knopfdruck abschließen – doch ein Dieb öffnet in genau diesem Moment eine andere Tür. Das elektronische Signal wird unterbrochen, das Auto bleibt unverschlossen.

Noch perfider: digitale Schlüssel-Nachbauten. In New Castle County (Delaware) nahm die Polizei einen Verdächtigen fest, der mit einem Key-Fob-Programmiergerät mehrere Hochleistungsfahrzeuge gestohlen haben soll – darunter einen Dodge Challenger R/T Scat Pack und einen Honda Accord. Die Taten erstreckten sich von November 2025 bis Januar 2026.

Deutschland im Fokus: Wo die Diebe zuschlagen

Der Juli gilt in den USA als Nationaler Monat der Diebstahlprävention – und die aktuellen Zahlen geben Anlass zur Sorge:

  • South Carolina: In Mount Pleasant wurden in der Nacht zum 16. Juli über 20 Fahrzeuge aufgebrochen, drei gestohlen. Die Täter suchten gezielt nach unverschlossenen Türen.
  • Pennsylvania: Die Polizei von Lower Merion Township zählte binnen eines Monats 21 Diebstähle aus Fahrzeugen. Allein am 15. Juli gab es mehrere Aufbrüche an zwei Parks.
  • New York: Positives Signal: Gouverneurin Hochul meldet einen Rückgang der Autodiebstähle um 15 Prozent zwischen 2024 und 2025. Grund sei die CARS-Initiative. Allein in der ersten Jahreshälfte 2026 stellten die Behörden 140 gestohlene Fahrzeuge sicher.
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Vorsorge: Was wirklich hilft

Die Polizei rät weiterhin zu mechanischen Sperren wie Lenkradkrallen. Auch Faraday-Taschen für Schlüssel können helfen: Sie blockieren die Funkwellen und verhindern so das Auslesen oder Verstärken des Signals durch Diebe.

Ein ungewöhnlicher Ansatz kommt aus South Carolina: Die Polizeibehörden von Berkeley, Charleston und Dorchester organisieren für den morgigen Samstag eine kostenlose VIN-Prägung. Dabei werden Fahrgestellnummern an versteckten und sichtbaren Stellen von Anhängern, Rasenmähern und Quads eingraviert – zur leichteren Identifizierung im Diebstahlsfall.