Fortem Technologies: Drohnenabwehr im Fokus

Massive Rüstungsaufträge und KI-gestützte Sensortechnik treiben den globalen Drohnenabwehr-Markt an. Deutschland und die EU rüsten sich für sichere Lufträume mit neuen Regulierungsrahmen.

Drohnenabwehr boomt: Großaufträge sichern Infrastruktur weltweit. Die jüngsten Beschaffungswellen zeigen, dass Staaten die Abwehr von Drohnen beschleunigen. Zentrale Akteure investieren stark in Sensorik, KI und Abschreckung, um militärische sowie zivile Infrastruktur zu schützen. Für Deutschland und die EU bedeutet das wachsende Abhängigkeit von sicherer Luftraumkontrolle und neue Kooperationspfade mit privaten Anbietern.

Großaufträge treiben Drohnenabwehr weltweit

Die US-Verteidigungs- und Sicherheitsbehörden beschleunigen die Entwicklung gegen Drohnen. Die Defense Innovation Unit (DIU) des Verteidigungsministeriums suchte dieser Woche nach neuen Sensoren, um kleine Drohnen unter neun Kilogramm aus mindestens zwei Kilometern Entfernung zuverlässig zu erkennen – für den Schutz kritischer Infrastruktur und Demonstrationen bis zum Frühjahr 2026.

Am 13. Februar vergab die US-Luftwaffe einen Auftrag in Höhe von 145 Millionen Euro an BAE Systems zur Entwicklung und Lieferung von Gegen-Drohnen-Waffensystemen. Gleichzeitig vergab das Department of Homeland Security (DHS) einen Mehrmillionen-Auftrag an Fortem Technologies, um 2026 die Austragungsorte der FIFA-Weltmeisterschaft in den USA vor Drohnenbedrohungen zu schützen. Die Initiative ist Teil einer größeren DHS-Investition in C-UAS-Technologie in Höhe von 115 Millionen Euro, die auch Jubiläumsfeiern zum 250. Jahrestag der USA absichert.

International wächst der Bedarf ebenfalls. Ondas Inc. meldete am 13. Februar einen mehrjährigen Auftrag für das Iron Drone Raider-System von einem NATO-Mitgliedstaat. Das System setzt auf eine Netzeingriff-Technik, um Drohnen physisch zu stoppen, und wurde bereits am größten europäischen Flughafengebiet erprobt – ein Beleg dafür, dass zivile Infrastruktur sicherer geschützt werden kann, ohne die Kollateralschäden herbeizuführen, die herkömmliche Störmaßnahmen verursachen.

KI-gestützte Sensorfusion verändert Detektion

Im Zentrum der nächsten Generation von C-UAS-Plattformen steht die Integration von künstlicher Intelligenz und Sensorfusion. Moderne Systeme verlassen einfache Signatur-Erkennung, da Drohnentechnologien sich rapide weiterentwickeln. KI-basierte Lösungen analysieren Daten aus Radar, Funkfrequenz (RF) und Akustik, um Drohnen zu erkennen, zu klassifizieren und zu verfolgen – mit weniger Fehlalarmen.

Diese automatisierte Risikobewertung erleichtert Entscheidungen und verkürzt Reaktionszeiten. Unternehmen arbeiten daran, dass Systeme kontinuierlich lernen und sich an neue Drohnentaktiken anpassen. Eine fortschrittliche Anwendung findet sich bei der DroneArmor-Plattform von Parsons Corporation, die die US-Armee an der Südgrenze einsetzen will. Dort sollen KI, Sensorfusion und verschiedene Gegenmaßnahmen wie RF-Störung und Cyberübernahme helfen, Bedrohungen rasch zu neutralisieren.

Urbaner Luftraum: Regulierung und Praxis

Die Ausweitung der Drohnenabwehr in zivile Räume wirft neue regulatorische Fragen auf. Ein Vorfall über El Paso, Texas, zeigte das Spannungsfeld zwischen Sicherheitsmaßnahmen und zivilem Flugverkehr: Der Luftraum des örtlichen Flughafens wurde zeitweise gesperrt, nachdem ein Laser-System nahe dem Airport eingesetzt wurde, ohne vollständige Abstimmung mit der Federal Aviation Administration (FAA).

Auf regulatorischer Ebene arbeiten die USA an einer Ausweitung der Befugnisse für heimische Strafverfolgungsbehörden im Rahmen des SAFER SKIES-Gesetzes, das als Teil des National Defense Authorization Act für das Haushaltsjahr 2026 vorgesehen ist. In der Europäischen Union legte die Kommission am 11. Februar einen Plan vor, Drohnengefahren mit KI-gestützter Detektion, 5G-Kommunikation und koordinierter Reaktion besser zu begegnen.

Wie reagiert Deutschland auf diese Entwicklungen? Die EU strebt eine engere Abstimmung zwischen Behörden, Industrien und Sicherheitsdiensten an. Auch hierzulande gewinnt die sichere Nutzung von Drohnentechnologie an Bedeutung, etwa in der zivilen Luftfahrt, dem Katastrophenschutz und der öffentlichen Sicherheit – mit klaren Standards für Betrieb, Transparenz und Verantwortlichkeit.

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Ausblick: Eine integrierte, autonome Skyline

Der Markt für autonomes städtisches Drohnenverkehrsmanagement (UTM) soll weiter wachsen und bis 2033 auf rund 8,3 Milliarden Euro anwachsen. Zukünftig stehen größere Selbstständigkeit, nahtlose Integration mit bestehenden Sicherheitsnetzen und nicht-kinetische Abwehrmethoden im Mittelpunkt. Die Entwicklungen richten sich auf noch intelligenteres Lernen, robuste Netzwerke und eine bessere Koordination zwischen Behörden und privaten Anbietern aus.

In Deutschland und der EU gilt daher: Wer sichere Lufträume will, braucht klare Rechtsrahmen, zuverlässige Technologien und europäisch-souveräne Lieferketten. Die nächsten Monate werden zeigen, wie schnell Behörden, Industrie und Verwaltungen auf diese neue Sicherheitsdimension reagieren – zum Nutzen von Bürgerinnen und Bürgern.