FortiBleed: Russische Hacker kapern britische Regierungsnetze

Russische, chinesische und nordkoreanische Gruppen attackieren weltweit Regierungsnetze und stehlen sensible Daten.

Eine beispiellose Welle von Cyber-Angriffen erschüttert Regierungen und Behörden weltweit. Betroffen sind unter anderem Großbritannien, Südkorea und mehrere NATO-Staaten. Die Angreifer haben tausende Systeme kompromittiert und sensible Daten gestohlen.

FortiBleed: Russische Hacker kapern britische Regierungsnetze

Unter dem Codenamen FortiBleed haben russischsprachige Hacker zehntausende Fortinet-Firewalls weltweit geknackt – mit besonderem Fokus auf britische Regierungseinrichtungen. Das Außenministerium, der Nationale Gesundheitsdienst (NHS), Energieversorger sowie die Bezirksverwaltungen von Derbyshire und Waltham Forest sind betroffen.

Die gestohlenen Zugangsdaten werden im Darknet gehandelt. Einige Datenpakete erzielen Preise von bis zu 55.000 Euro. Das britische National Cyber Security Centre (NCSC) hat eine dringende Warnung herausgegeben. Zwar gibt es keine direkten Beweise für eine Beteiligung des russischen Staates, doch die Täter sprechen Russisch und sind mit den Erpresserbanden INC und Lynx verbunden.

Südkorea: Kompletter Austausch diplomatischer E-Mail-Adressen

Südkorea steht vor einer Mammutaufgabe. Nach einem zehnmonatigen Einbruch in die Korea National Diplomatic Academy (KNDA) müssen sämtliche diplomatischen E-Mail-Adressen ausgetauscht werden. Die Angreifer erbeuteten Namen und Benutzerkennungen von rund 10.000 Personen – praktisch das gesamte diplomatische Personal des Landes.

Die Ermittler vermuten, dass die Täter aus China oder Nordkorea stammen. Auch das Verteidigungsministerium und das Sanitätskommando der Streitkräfte wurden attackiert. Die südkoreanischen Behörden bestätigten am heutigen Sonntag, dass die Ermittlungen noch laufen. Besonders gefährlich: Die gestohlenen Daten könnten für gezielte Phishing-Angriffe genutzt werden.

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Laundry Bear: Die Zimbra-Lücke, die alles offenlegt

Eine russische Gruppe namens Laundry Bear hat eine kritische Sicherheitslücke im Zimbra Classic Web Client ausgenutzt. Die Schwachstelle mit der Kennung CVE-2025-66376 erlaubte es Angreifern, E-Mails, Browser-Zugangsdaten und sogar Wiederherstellungscodes für die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu stehlen – und das allein durch das Öffnen einer präparierten E-Mail.

Die Kampagne begann im Juli 2025 und richtete sich gegen NATO-Mitglieder, die Ukraine sowie Regierungs- und Militäreinrichtungen in den USA und Afrika. Das NCSC und 15 internationale Partner deckten die Operation auf. Die Hacker nutzten eine Spezialsoftware namens ZimReaper, um 90 Tage E-Mail-Verlauf und globale Adresslisten abzugreifen.

Ein Sicherheitsupdate wurde im November 2025 veröffentlicht. Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA nahm die Lücke im März 2026 in ihren Katalog bekannter Schwachstellen auf. Dennoch: Viele Server sind bis heute nicht gepatcht.

Secret Blizzard und JadeProx: Spionage auf allen Kanälen

Microsofts Bedrohungsanalyse hat eine weitere laufende Kampagne des russischen Geheimdienstes FSB identifiziert: Secret Blizzard, auch bekannt als Turla. Seit mindestens 2024 werden ausländische Botschaften in Moskau angegriffen. Die Hacker kompromittieren lokale Internetanbieter, um Hintertüren zu installieren und Daten abzusaugen.

Parallel dazu ist die chinesische Gruppe JadeProx aktiv. Sie hat Regierungen und Gesundheitssysteme in Asien und Lateinamerika ins Visier genommen. Zu den jüngsten Opfern zählen das malaysische Außenministerium, das vietnamesische Gesundheitswesen und der Kongress von Honduras. Ein Kommandoserver der Gruppe, gehostet auf Alibaba Cloud, wurde im April 2026 entdeckt und war bis zum 23. Juli online.

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Vier schwere Angriffe pro Woche

Richard Horne, Chef des NCSC, schlägt Alarm: Die größten Cyber-Bedrohungen für Großbritannien gehen derzeit von Russland, Iran und China aus. Seiner Behörde zufolge müssen derzeit rund vier national bedeutsame Cyber-Vorfälle pro Woche bewältigt werden.