Fortnite für Linux: Epic baut Easy Anti-Cheat mit Version v2 grundlegend um

EAC Linux v2 soll Fortnite auf Linux ermöglichen, verlangt jedoch umfassende Sicherheitsfunktionen; ein Starttermin steht noch nicht fest.

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Der Videospielentwickler Epic Games bereitet die Veröffentlichung seines Titels Fortnite für Linux vor. Um den Battle-Royale-Shooter auf dem Open-Source-Betriebssystem abzusichern, baut das Unternehmen seine Sicherheitssoftware Easy Anti-Cheat grundlegend um und führt die Version EAC Linux v2 ein.

Der Schritt markiert eine strategische Wende: Während EAC native Linux-Clients bereits seit 2014 unterstützt und seit 2021 eine optionale Unterstützung für Windows-Builds über Wine und Proton bietet, blieb das Schutzniveau lange Zeit hinter der Windows-Fassung zurück. Aus diesem Grund war Fortnite auf Linux-Systemen bisher nicht spielbar.

Epic Games begründet die Überarbeitung mit dem massiven wirtschaftlichen Schaden durch Manipulationen und stuft das Geschäft mit Cheating-Software als Milliardenmarkt ein.

Um ein Sicherheitsniveau zu erreichen, das in sehr naher Zukunft dem unter Windows entsprechen soll, verzichtet EAC Linux v2 auf ein klassisches Kernel-Modul. Stattdessen setzt die Software auf einen systemd-Dienst, der ausschließlich während einer geschützten Spielsitzung aktiv ist, kombiniert mit eBPF sowie LSM-BPF.

Strikte Systemanforderungen für das Betriebssystem

Für den Start setzt die neue Sicherheitsarchitektur insgesamt acht technische Bedingungen voraus. Erforderlich sind:
– ein kryptografisch signierter Kernel sowie signierte Kernel-Module (einschließlich externer Treiber, etwa von Nvidia),
– ein aktives TPM 2.0 im BIOS,
– aktivierter Secure Boot sowie Measured Boot,
– aktivierte IOMMU bei ausgeschaltetem Passthrough,
– der Integrity Mode im Kernel-Lockdown,
– die Deaktivierung von Kexec sowie
– aktives LSM BPF.

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Die Integrität des Systems wird unmittelbar beim Spielstart überprüft. Werden die Vorgaben nicht erfüllt, führt dies nicht zu einer Sperre des Spielerkontos, sondern bricht den Startvorgang mit einer Fehlermeldung ab. Nutzer können die benötigten Parameter beispielsweise über einen separaten Dual-Boot-Eintrag einrichten.

Zur Erkennung vertrauenswürdigem Umgebungen hinterlegt Epic Games eine Liste bekannter Schlüssel, die unter anderem Zertifikate von Canonical für Ubuntu und Linux Mint, Fedora einschließlich Silverblue, Universal Blue mit Bazzite, Bluefin und Aurora sowie Debian, openSUSE, SUSE Linux Enterprise, Rocky Linux, AlmaLinux und die Microsoft UEFI CA über shim umfasst.

Diese Schlüsselliste soll als Open-Source-Projekt veröffentlicht werden, sodass Distributionen künftig über Pull-Requests Anpassungen einreichen können.

Fortnite dient als Testballon für Entwickler

Fortnite fungiert als Pilotprojekt für den neuen Schutz. Nach einer ersten Live-Testphase will Epic Games die Technologie für andere Spieleentwickler freigeben. Studios, die bereits frühere Implementierungen des Kopierschutzes nutzen, sollen künftig die Wahl zwischen der bisherigen Version und v2 erhalten.

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Das Problem des Manipulationsschutzes auf Linux betrifft die gesamte Branche: So hatte der operative Leiter der Facepunch Studios, Alistair McFarlane, im Jahr 2025 erklärt, dass das Mehrspielerspiel Rust aufgrund von Cheating weiterhin nicht auf Linux unterstützt werde und keine Pläne für Proton oder Linux bestünden.

Die Veröffentlichung von Fortnite auf Linux soll über den Epic Games Launcher erfolgen, sobald EAC Linux v2 eine ausreichende Abdeckung bei den Distributoren erreicht hat. Ein festes Veröffentlichungsdatum nannte das Unternehmen bislang nicht.

Auch das Steam Deck von Valve wird zum aktuellen Zeitpunkt nicht unterstützt, da der Plattform die erforderlichen Sicherheitsfunktionen fehlen. Rick Deist, Director für Games-Security bei Epic Games, erklärte jedoch, dass sein Team die Kompatibilität mit dem Handheld und SteamOS untersuche und mit Valve zusammenarbeite, um das Steam Deck bestmöglich zu unterstützen.

Mehr zum Thema bei The Verge: „Epic is bringing Fortnite to Linux“