Der Softwarekonzern bringt ein neues „Relight“-Tool auf Copilot+ PCs – Bildbearbeitung läuft lokal und ohne Cloud.
Microsoft hat die künstliche Intelligenz seiner Windows-11-Fotos-App deutlich ausgebaut. Seit dem 8. Juli 2026 steht Nutzern die neue „Relight“-Funktion zur Verfügung, mit der sich Beleuchtungsparameter in Bildern direkt auf dem Gerät anpassen lassen. Das Besondere: Die Verarbeitung erfolgt komplett lokal, ohne Daten in die Cloud zu senden.
Exklusiv für Snapdragon-X-Prozessoren
Das KI-Werkzeug ist Teil der Fotos-App-Version 2024.11080.4001.0 und setzt Windows 11 Version 24H2 voraus. Zum Start läuft die Funktion ausschließlich auf Copilot+ PCs mit Snapdragon-X-Chipsätzen. Sie nutzt die integrierte neuronale Verarbeitungseinheit (NPU), um Lichtrichtung, Intensität und Lichtabfall in Echtzeit zu berechnen.
Microsoft hatte bereits angekündigt, dass Unterstützung für Intel- und AMD-basierte Copilot+ PCs nach Entwicklungen Ende 2025 folgen soll. Der aktuelle Fokus auf ARM-Hardware unterstreicht die enge Partnerschaft mit Qualcomm.
Die Aktualisierung festigt die Rolle der Fotos-App als zentrales Bildmanagement-Tool unter Windows 11. Neben den neuen KI-Funktionen bleibt die Anwendung ein Viewer, Browser und Editor für verschiedene Formate wie RAW, HEIC, JPG und PNG.
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Cloud-Synchronisation und Zeitleisten-Ansicht
Parallel zu den Bearbeitungswerkzeugen testet Microsoft neue Synchronisationsfunktionen. Eine im Juli 2026 entdeckte „Favoriten“-Funktion nutzt OneDrive, um markierte Bilder geräteübergreifend zu synchronisieren. Die Aktualisierung führt zudem eine einheitliche Foto-Ansicht ein, die lokale Dateien und Cloud-Bilder in einer chronologischen Zeitleiste zusammenführt.
Die Metadaten der Favoriten werden ausschließlich in der Cloud gespeichert. Für die Synchronisation ist eine Anmeldung mit einem OneDrive-Konto erforderlich.
Wettbewerb um KI-Bildbearbeitung verschärft sich
Die Verbesserungen kommen in einer Phase, in der KI-gestützte Bildbearbeitungswerkzeuge boomen. Bereits am 6. Juli 2026 zeigten Branchenanalysen, dass Adobe mit Photoshop (Firefly) und Lightroom weiterhin die Nase vorn hat – vor allem bei professioneller RAW-Verarbeitung und KI-Verbesserungen.
Weitere große Player haben in den vergangenen Monaten eigene Modelle vorgestellt:
- Meta brachte sein „Muse Image“-Modell auf den Markt, das erste hauseigene Bildgenerierungsmodell. Es wird in Meta AI, WhatsApp und Instagram integriert und bietet fotorealistische Bildgenerierung sowie über 30 neue visuelle Effekte.
- Microsoft MAI-Image-1 startete bereits im Oktober 2025 als Alternative zu DALL-E in Bing Image Creator und Copilot. Der Fokus liegt auf hoher Prompt-Treue und Fotorealismus.
- Open-Source-Tools wie ShareX 21.0.0 führten am 3. Juli 2026 lokale KI-Hintergrundentfernung mit ONNX-Modellen ein – ein weiterer Beleg für den Trend zu datenschutzfreundlicher, cloudfreier Verarbeitung.
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Auch Infrastrukturanbieter erleichtern die Entwicklung eigener Bearbeitungswerkzeuge. Am 7. Juli 2026 veröffentlichte AWS Dokumentation für serverlose Bildbearbeitungs-Agenten mit Amazon Bedrock. Entwickler können damit natürliche Sprachbefehle für komplexe Bildänderungen nutzen.
Kreativ-Updates auch bei Apple
Neben Microsoft hat auch Apple im Juli 2026 sein Creator Studio mit KI-Werkzeugen für Final Cut Pro aktualisiert. Dazu gehören automatische Untertitelgenerierung und eine verbesserte Integration mit Pixelmator Pro. Die Entwicklungen zeigen: KI ist kein isoliertes Feature mehr, sondern wird zum festen Bestandteil von Produktivitäts- und Kreativ-Workflows.

