Framework Desktop: 192 GB RAM für KI-Modelle bis 300 Milliarden Parameter

Framework zeigt Desktop mit 192 GB Arbeitsspeicher und AMD Ryzen AI Max+ Pro 495 für KI-Anwendungen ohne Cloud-Anbindung.

Der PC-Hersteller Framework zeigt auf der Advancing AI 2026 eine neue Spitzenkonfiguration seines Desktop-Computers. Das System soll lokale KI-Modelle mit bis zu 300 Milliarden Parametern bewältigen.

Technische Daten im Detail

Im Zentrum des neuen Framework Desktop arbeitet der AMD Ryzen AI Max+ Pro 495 mit 16 Zen-5-Kernen und einer Taktfrequenz von bis zu 5,2 GHz. Die integrierte Radeon 8065S Grafikeinheit setzt auf 40 RDNA-3.5-Recheneinheiten bei 3 GHz. Für KI-spezifische Aufgaben steht eine Neural Processing Unit (NPU) mit 55 TOPS Rechenleistung bereit.

Das eigentliche Highlight ist der Arbeitsspeicher: 192 GB LPDDR5X-8533 Unified Memory mit einer Bandbreite von 273 GB/s. Das entspricht einer Kapazitätssteigerung von 50 Prozent gegenüber der bisherigen 128-GB-Version. Die Speicherbandbreite legte um 6,6 Prozent zu.

Live-Demonstration mit DeepSeek

Framework führte die Leistungsfähigkeit des Systems vor, indem es das Modell DeepSeek-V4-Flash in Q8-Quantisierung direkt auf dem Rechner ausführte. Branchenbeobachter betonen: Die enorme Speicherkapazität ermöglicht den Betrieb von KI-Modellen mit bis zu 300 Milliarden Parametern – ohne Cloud-Anbindung.

Erweiterbarkeit und Vernetzung

Der Framework Desktop verfügt über einen offenen PCIe-x4-Steckplatz für Hardware-Erweiterungen. Auf der Messe demonstrierte das Unternehmen einen Cluster aus mehreren Geräten: Über 50-GbE-Netzwerkkarten ließen sich die Speicherressourcen bündeln – insgesamt standen 384 GB gemeinsamer Arbeitsspeicher zur Verfügung.

Anzeige

Moderne Hochleistungssysteme wie der neue Framework Desktop benötigen ein Betriebssystem, das maximale Stabilität und Sicherheit bietet. Erfahren Sie im kostenlosen Startpaket, wie Sie Ubuntu als performante Alternative zu Windows nutzen können. Vorteile von Ubuntu jetzt risikofrei testen

Framework plant zudem eine vorinstallierte Linux-Version des Systems. Die „PRO“-Bezeichnung des AMD-Prozessors deutet auf professionelle Verwaltungsfunktionen wie Remote-Management hin. AMDs offizieller Marktstart der Ryzen-AI-Max+-Serie ist für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen.

Preise und Marktentwicklung

Einen endgültigen Preis für die 192-GB-Konfiguration nannte Framework noch nicht. Marktbeobachter rechnen mit über 4.000 Euro, einige Schätzungen liegen sogar bei mehr als 5.000 Euro. Zum Vergleich: Die aktuelle 128-GB-Version kostet 3.449 Euro. Der Preisanstieg dürfte vor allem auf gestiegene Speicherchip-Kosten zurückgehen.

Anzeige

Während Hardware immer leistungsfähiger wird, reguliert die EU den Einsatz von KI-Modellen durch den neuen AI Act immer strenger. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden zeigt Unternehmen kompakt auf, welche Fristen und Pflichten bei der Nutzung moderner KI-Systeme jetzt gelten. Kostenlosen KI-Verordnungs-Guide herunterladen

Erst am Dienstag dieser Woche wurde bekannt, dass Framework die Preise für 32-GB- und 64-GB-Speicheroptionen seines Laptop 13 Pro fast verdoppelt hat. Das Unternehmen begründete den Schritt mit höheren Zulieferpreisen – die Kosten vollständig selbst zu tragen, sei finanziell zu riskant gewesen.

AMD setzt auf KI-Infrastruktur

Die Framework-Vorstellung war Teil eines größeren AMD-Events. Der Chip-Hersteller präsentierte den kommenden Zen-6-EPYC-Prozessor „Venice“ mit 256 Kernen – das erste Hochleistungsprodukt im 2-nm-Verfahren von TSMC. AMD verspricht eine 70-prozentige Verbesserung bei Leistung und Effizienz gegenüber der Vorgängergeneration.

Zudem gaben AMD und das KI-Unternehmen Anthropic eine strategische Partnerschaft bekannt. AMD investiert fünf Milliarden Dollar in den Deal. Im Gegenzug kommen bis zu zwei Gigawatt AMD-Instinct-MI450-GPUs zum Einsatz. Anthropic optimiert mit seinen Claude-KI-Modellen die ROCm-Software-Plattform und die Chip-Entwicklung von AMD. Die ersten großen Hardware-Auslieferungen sind für das erste Halbjahr 2027 geplant.