Die unter dem Namen ZeroBytes bekannte Hackinggruppe behauptet, Zugriff auf die französische Regierungsplattform „Zéro logement vacant“ erlangt zu haben. Nach Angaben der Gruppe wurden dabei rund 149 Millionen Datensätze entwendet. Das betroffene Portal dient der Verwaltung von leerstehendem Wohnraum in Frankreich und wird von staatlichen Stellen genutzt, um entsprechende Immobilienkapazitäten zu erfassen.
Umfang und Art der kompromittierten Daten
Die Hacker veröffentlichten ihre Behauptungen in einem Forum für Cyberkriminalität. Den Angaben zufolge umfasst die Beute 149 Millionen Rohdatensätze. Nach einer ersten Bereinigung und Deduplizierung der Daten schätzen Experten, dass etwa 48 Millionen Einzelpersonen von dem Leck betroffen sein könnten. Durch einen erweiterten Abgleich von Namen und Geburtsdaten könnte sich diese Zahl auf bis zu 71 Millionen betroffene Personen erhöhen.
Zu den gestohlenen Informationen gehören sensible persönliche Daten wie vollständige Namen, Geburtsdaten, Adressen und verschiedene Identifikationsnummern. Ein erheblicher Teil der Daten stammt laut der Hackinggruppe aus der nationalen Steuerdatei DataFoncier 2024. Konkret sollen 82 Millionen Grundstücksdatensätze sowie 66,9 Millionen Steuerdatensätze Teil des Pakets sein.
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Neben den Bürgerdaten wurden offenbar auch Informationen von Behördenmitarbeitern entwendet. Berichten zufolge befinden sich unter den Daten 10.700 E-Mails, 6.800 Telefonnummern sowie 3.500 Passwort-Hashes, die mit dem bcrypt-Verfahren verschlüsselt wurden. Zudem seien 1.600 aktive Sitzungstokens kompromittiert worden, was ein unmittelbares Sicherheitsrisiko für die betroffenen Systeme darstellt.
Reaktionen der Behörden und Sicherheitsrisiken
Das französische Ministerium für Wohnungsbau hat sich bisher nicht offiziell zu dem Vorfall geäußert und lehnte eine Stellungnahme ab. Es wurde jedoch beobachtet, dass die Website „Zéro logement vacant“ derzeit nicht erreichbar ist. Auch vonseiten der französischen Regierung liegt bislang keine Bestätigung für einen erfolgreichen Hackerangriff vor.
Sicherheitsexperten warnen vor den Folgen des Datenlecks. Da die entwendeten Informationen sehr detailliert seien, bestehe ein hohes Risiko für gezielte Phishing-Angriffe. Obwohl die Passwörter durch bcrypt-Hashing geschützt sind, könnten die persönlichen Informationen in Kombination mit Steuer- und Immobiliendaten für Identitätsdiebstahl oder betrügerische Aktivitäten genutzt werden.
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Serie von Cyberangriffen im August 2026
Der aktuelle Vorfall reiht sich in eine Serie von Angriffen auf französische Regierungsinstitutionen ein, die im August 2026 verzeichnet wurden. Die Gruppe ZeroBytes beanspruchte bereits zuvor Angriffe auf den französischen Steuerdienst sowie das Bildungsministerium für sich.
Beim Angriff auf das Bildungsministerium sollen 346 Millionen Zeilen an Daten entwendet worden sein, während der Vorfall beim Steuerdienst mindestens 678.000 Personen betraf.
Zusätzlich meldete die Generaldirektion für öffentliche Finanzen (DGFiP) im Verlauf des Augusts drei separate Datenlecks. Mitte des Monats wurden nacheinander Sicherheitsvorfälle bekannt, die 350.000 Personen, etwa 433.500 Privatpersonen sowie 1.000 juristische Personen betrafen.
Ein weiterer Vorfall bezog sich auf Daten im Zusammenhang mit Erbfällen. Die Häufung dieser Vorfälle deutet auf eine gezielte Kampagne gegen die digitale Infrastruktur des französischen Staates hin.

