FRIDA: Tirol schließt digitale Kita-Anmeldung mit über 11.000 Anträgen

Über 11.000 Anträge gingen auf der neuen Plattform ein, die mehr Fairness bringen soll. Kritik gibt es an den noch unbekannten Gebühren, die erst später festgelegt werden.

Die digitale Anmeldung für Kinderbetreuungsplätze in Tirol endet heute mit einer starken Resonanz, aber auch offenen Fragen zu den Kosten. Über 11.000 Anträge sind auf der neuen Plattform FRIDA eingegangen, die das alte Papiersystem ablöst und für mehr Fairness sorgen soll.

Digitaler Neustart nach Kritik am Papier-Chaos

Seit dem 1. Dezember 2025 mussten Eltern in Tirol Betreuungsplätze für Krippe, Kindergarten oder Hort erstmals zentral online beantragen. Die Plattform FRIDA (Frühe Individuelle und Digitale Anmeldung) markiert einen fundamentalen Wandel. Sie ersetzt das bisherige, oft intransparente Verfahren, bei dem Formulare bei einzelnen Gemeinden oder Einrichtungen eingereicht werden mussten.

„Unser Ziel ist eine zentrale, transparente und faire Platzvergabe“, betont die zuständige Bildungslandesrätin Cornelia Hagele (ÖVP). Ein wichtiger Grundsatz: Der Eingang der Anmeldung spielt keine Rolle. Alle zwischen Dezember und heute eingereichten Anträge werden gleich behandelt. Nach dem heutigen Stichtag beginnen die Gemeinden und privaten Träger mit der Zuordnung. Sie sollen Plätze möglichst wohnort- oder arbeitsplatznah vergeben. Wo das nicht klappt, suchen spezielle Koordinatoren nach Alternativen.

Erfolgreiche Nutzung, aber Kritik am „Bundesliga-Ticket“

Die Resonanz auf das neue System fällt stark aus. Bis zum letzten Wochenende gingen über 11.000 Anmeldungen ein. Bereits Anfang Januar waren mehr als 6.200 Anträge erfolgreich abgeschickt worden, weitere 4.200 lagen im Entwurfsstatus. Die Zahlen zeigen den hohen Bedarf – und dass viele Eltern den digitalen Weg annehmen.

Doch es gibt auch deutliche Kritik. Die Oppositionspartei „Liste Fritz“ moniert vor allem die intransparenten Kosten. Während Eltern ihren Bedarf anmelden müssen, bleiben die Gebühren für die Plätze unbekannt. Diese werden erst später von den einzelnen Gemeinden festgelegt. Die Kritiker sprechen von einem „Bundesliga-Ticket“: Man bewerbe sich blind, ohne die finanziellen Konsequenzen zu kennen.

Landesrätin Hagele räumt ein, dass eine landesweite Tarifharmonisierung ein notwendiger nächster Schritt sei. Gespräche mit Gemeinden und Einrichtungen laufen. Derzeit wissen Familien also nicht, ob die Betreuung im Herbst wenige hundert oder über tausend Euro im Monat kosten wird.

Testphase für den Rechtsanspruch beginnt

Hinter FRIDA steht ein größeres politisches Ziel: die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem zweiten Lebensjahr. Die digitale Erfassung soll erstmals einen vollständigen Überblick über den Bedarf in ganz Tirol schaffen. Das ist die Grundlage für eine bessere Planung und Ressourcensteuerung.

Mit dem Ende der Anmeldefrist beginnt nun die eigentliche Bewährungsprobe. Können die Gemeinden die über 11.000 Wünsche mit den verfügbaren Plätzen in Einklang bringen? Die Ergebnisse der Platzvergabe werden im Frühjahr und Sommer erwartet und zeigen, ob das System hält, was es verspricht.

Die Debatte um die Kosten dürfte indes weiter eskalieren. Der technische Erfolg der Plattform ist nur die erste Hürde. Die wahre Herausforderung wird sein, den garantierten Betreuungsplatz auch finanziell für alle Familien tragbar zu gestalten.