Frozen v2: Googles neuer KI-Chip soll 6–10x effizienter sein

Alphabet arbeitet an einem eigenen Serverchip für KI-Modelle. Der Frozen v2 soll die Effizienz drastisch steigern, birgt aber Abhängigkeitsrisiken.

Google-Mutterkonzern setzt auf maßgeschneiderte Hardware – und riskiert damit Abhängigkeit von eigener Technologie.

Alphabet arbeitet einem Bericht zufolge an einem neuen Serverchip, der die hauseigenen Gemini-KI-Modelle deutlich effizienter betreiben soll. Der Prozessor mit dem internen Codenamen „Frozen v2″ ist eine strategische Kehrtwende: Statt auf universelle Bausteine zu setzen, wird die Architektur der Gemini-Modelle direkt in den Silizium-Chip integriert.

Sechs- bis zehnfach mehr Leistung pro Watt

Die Effizienzgewinne sind beeindruckend. Der Frozen v2 soll zwischen sechs und zehnmal mehr Tokens pro Energieeinheit liefern als Googles bisherige Tensor Processing Units (TPUs). Möglich wird das durch fest einprogrammierte Optimierungen – eine Spezialisierung, die aber auch Risiken birgt.

Denn der Chip könnte ausschließlich mit der aktuellen Gemini-Architektur kompatibel sein. Sollte Google seine KI-Modelle radikal umbauen, wäre die teure Hardware womöglich nutzlos. Derzeit plant der Konzern, Frozen v2 ab 2028 in den aktiven Dienst zu stellen.

Börse reagiert positiv

Die Nachricht ließ die Alphabet-Aktie am Montag um rund drei Prozent auf knapp 358 Euro steigen. Anleger warten gespannt auf den Quartalsbericht, der für den 22. Juli erwartet wird. Analysten rechnen mit einem Umsatz von rund 117 Milliarden Euro.

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Doch Googles Cloud-Sparte kämpft mit Engpässen. Aktuelle Zahlen zeigen: Der Konzern zahlt SpaceX rund eine Milliarde Euro pro Monat für zusätzliche Rechenkapitaten. Auch intern läuft es nicht rund: Die Veröffentlichung von Gemini Pro verzögerte sich, mehrere Forscher wechselten zur Konkurrenz.

Wettlauf um eigene Chips

Frozen v2 ist Teil eines Branchentrends: Immer mehr Tech-Giganten entwickeln eigene Prozessoren, um sich von Zulieferern wie Nvidia unabhängig zu machen. Google begann bereits 2015 mit der TPU-Entwicklung und setzt inzwischen die achte Generation ein.

Das Unternehmen geht noch einen Schritt weiter: Es ermutigt andere Cloud-Anbieter, TPUs anzubieten – ein direkter Angriff auf Nvidias Dominanz. Zu den Kunden zählen bereits Apple und Meta.

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Die Konkurrenz schläft nicht:

  • Amazon treibt seine Trainium- und Inferentia-Chips voran
  • Microsoft hat die Maia-100- und 200-Serie eingeführt
  • Meta arbeitet an der MTIA-Familie mit regelmäßigen Updates
  • OpenAI und Anthropic entwickeln eigene Designs – OpenAIs Projekt trägt den Codenamen „Jalapeño“

Parallel dazu bleibt die Software-Szene in Bewegung. Elon Musk kündigte an, dass xAIs Modell Grok 4.6 mit zwei Billionen Parametern in der kommenden Woche fertig trainiert sein soll. Google selbst hat kürzlich seine Gemini Enterprise Agent Platform aktualisiert, um der wachsenden Nachfrage nach KI-Governance gerecht zu werden.