Sam Altman hat die Regierungen der G7-Staaten eindringlich aufgefordert, die Kontrolle über die Künstliche Intelligenz nicht den Tech-Konzernen zu überlassen. Der OpenAI-CEO sprach am Mittwoch und Donnerstag beim Gipfeltreffen im französischen Évian-les-Bains und warnte davor, dass die Aufsicht über die rasante Entwicklung der KI nicht in privaten Laboren wie seinem eigenen verbleiben dürfe.
Internationale Regeln statt Unternehmensinteressen
Altman plädierte für die Schaffung eines internationalen Forums, das globale Standards und Testprotokolle für KI festlegen soll. „Die Frage, ob KI nützlich ist, ist längst entschieden“, sagte er. Innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre erwartet er Systeme mit enormer Leistungsfähigkeit. Die Regierungen müssten jetzt die Leitplanken setzen – nicht die Tech-Konzerne.
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Der Vorstoß kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die regulatorischen Wege weit auseinandergehen: Die EU setzt auf strenge, risikobasierte Gesetze, während die US-Regierung unter Präsident Trump einige Regeln wieder zurückgefahren hat.
Neben Altman nahmen weitere prominente Branchenvertreter an dem Gipfel teil, darunter Anthropic-CEO Dario Amodei, Google-DeepMind-Chef Demis Hassabis sowie Vertreter von Mistral, Cohere, Salesforce und mehreren asiatischen KI-Startups.
Streit um Exportkontrollen und Zugang
Ein zentraler Punkt der G7-Diskussionen waren die jüngsten US-Beschränkungen. Die Trump-Administration hatte Maßnahmen erlassen, um ausländischen Staatsangehörigen den Zugang zu den fortschrittlichsten Anthropic-Modellen – Mythos 5 und Fable 5 – zu verwehren. Zur Begründung hieß es, die nationale Sicherheit stehe auf dem Spiel.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kritisierte diese Blockade scharf und bezeichnete sie als nationalistisch. Der Wert amerikanischer KI-Firmen könne sinken, wenn sie von den Weltmärkten abgeschnitten würden, warnte Macron. Er forderte eine Zusammenarbeit der Demokratien statt Abschottung: Grenzmodelle müssten zwar autoritären Regimen vorenthalten bleiben, aber vertrauenswürdigen Verbündeten zugänglich sein.
Die G7-Staaten diskutierten daraufhin ein mögliches „Trusted-Partners“-System. Dieses Rahmenwerk würde Nicht-US-Staaten unter bestimmten Sicherheitsauflagen den Zugang zu Spitzen-KI-Modellen ermöglichen.
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Zwei Lager: Internationale Standards vs. US-geführte Koalition
Während Altman auf internationale Standards setzte, schlugen die Chefs von Anthropic und Google DeepMind eine US-geführte Koalition vor. Dario Amodei regte eine strukturierte Zusammenarbeit unter Verbündeten an – sowohl beim Modellzugang als auch beim Handel mit Halbleiterchips. China soll dabei explizit ausgeschlossen bleiben.
Andere Staatschefs äußerten Bedenken gegen eine zu starke Konzentration von KI-Macht. Kanadas Premierminister Mark Carney warnte vor einer zu großen Abhängigkeit von wenigen KI-Anbietern. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte die tiefe Verflechtung zwischen den USA und der EU im Technologiesektor. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sah durch die jüngsten diplomatischen Entwicklungen eine positivere Atmosphäre für internationale Verhandlungen.
Der indische Premierminister Narendra Modi, der als Gast teilnahm, äußerte sich besorgt über die Auswirkungen der Exportkontrollen auf die globale technologische Entwicklung.
Der Gipfel endete mit dem Bekenntnis der G7-Staaten, künftig enger bei den Risiken der Grenz-KI zusammenzuarbeiten.

