Die Staatschefs der G7 beraten in Evian über die Zukunft der Künstlichen Intelligenz. OpenAI-CEO Sam Altman fordert mehr staatliche Kontrolle.
Beim Gipfeltreffen am Genfer See appellierte der Chef des ChatGPT-Entwicklers an die Regierungen, ihre regulatorische Verantwortung nicht an private KI-Labore abzutreten. Altman plädierte für globale Standards und ein internationales Forum speziell für KI-Tests. Die Dringlichkeit sei enorm: Innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre würden KI-Systeme eine „außergewöhnliche Macht“ erreichen.
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„Wie die Erfindung der Elektrizität“
Altman zog einen historischen Vergleich: Der bevorstehende Wandel sei mit der Nutzbarmachung der Elektrizität vergleichbar. Die Regeln für diese Systeme müssten von den Bürgern demokratischer Nationen bestimmt werden – nicht von den Entwicklerfirmen. Eine klare Ansage an die eigene Branche.
Streit um US-Technologie-Dominanz
Der Gipfel war von Spannungen wegen der jüngsten US-Politik geprägt. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kritisierte eine Verfügung der Trump-Administration, die ausländischen Fachleuten den Zugang zu den neuesten KI-Modellen des US-Unternehmens Anthropic (Fable 5 und Mythos 5) verwehrt. Macron nannte die Beschränkungen nationalistisch und warnte vor sinkenden Marktwerten amerikanischer Firmen bei eingeschränktem internationalem Zugang.
Anthropic hatte die betroffenen Modelle nach der US-Anordnung deaktiviert – aus Gründen der nationalen Sicherheit, wie es hieß. Die Reaktion aus Europa ließ nicht lange auf sich warten.
Europäische Forderung nach digitaler Souveränität
Bundeskanzler Friedrich Merz betonte, Europa müsse seine Anstrengungen beschleunigen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Kanadas Premierminister Mark Carney schlug vor, die Anbieter von KI-Diensten zu diversifizieren, um die Abhängigkeit von wenigen Konzernen zu verringern.
Trotz der politischen Differenzen zeigten mehrere Staatschefs Interesse an einer transatlantischen Zusammenarbeit. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von einem beiderseitigen Interesse an der KI-Entwicklung. Macron kündigte eine Plattform für die Kooperation westlicher Demokratien an – Start innerhalb eines Monats, ein Folgetreffen ist für September geplant.
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Geheimsitzung zu Cyber-Fähigkeiten
In einer nicht-öffentlichen Sitzung schlugen Anthropic-CEO Dario Amodei und DeepMind-Chef Demis Hassabis die Bildung einer von den USA geführten Koalition vor. Ziel: Bedenken hinsichtlich neuer KI-Modelle mit erweiterten Cyber-Fähigkeiten adressieren.
Digitale Themen jenseits der KI-Spitze
Der letzte Gipfeltag befasste sich auch mit breiteren digitalen Fragen. Italiens Premierministerin Giorgia Meloni thematisierte die Definition von Wahrheit und die Verantwortung von Unternehmen im digitalen Zeitalter. Großbritannien kündigte ein Verbot sozialer Medien für unter 16-Jährige an – ein Schritt, der mit den G7-Diskussionen über Jugendresilienz und Internetsicherheit zusammenfiel.
Im Anschluss an die Gespräche in Evian war ein Abendessen zwischen Präsident Trump und Präsident Macron in Versailles geplant.

