Galaxy Glasses: Samsung fordert Meta mit neuer AR-Brille heraus

Samsung präsentiert mit Google entwickelte Datenbrille. Halliday bringt kamerafreies Modell für Unternehmen. Marktanteil von Meta bleibt dominant.

Samsung steigt in den Markt für intelligente Brillen ein und fordert damit direkt den Branchenprimus Meta heraus.

Auf dem Galaxy-Unpacked-Event am 22. Juli in London präsentierte der südkoreanische Konzern seine neue Produktlinie. Entwickelt wurden die „Galaxy Glasses“ in Zusammenarbeit mit Google und renommierten Brillendesignern. Das Timing ist kein Zufall: Der Markt für Wearables boomt, und die Konkurrenz schläft nicht.

Google Gemini steckt im Designerrahmen

Die neuen Samsung-Datenbrillen laufen auf der Snapdragon-AR1-Gen1-Plattform und nutzen das Betriebssystem Android XR. Sie sind als Erweiterung des Galaxy-Smartphone-Ökosystems konzipiert – nicht als eigenständige Geräte. Zu den Kernfunktionen gehören Echtzeit-Übersetzungen, Navigationshilfen, Zusammenfassungen von Nachrichten und die Möglichkeit, Whiteboard-Notizen direkt in Samsung Notes zu übertragen.

Die Hardware verfügt über eine eingebaute Kamera für visuelle Erkennung und „Live View“-Freigaben sowie über Open-Ear-Audio. Die Steuerung erfolgt per Gesten – entweder über die Galaxy Watch 9 oder den Galaxy Ring. Die Akkulaufzeit beträgt neun Stunden, das mitgelieferte Ladecase ermöglicht sieben weitere Ladungen.

Für das Design holte Samsung sich prominente Partner ins Boot: Gentle Monster entwarf einen schlanken schwarzen Rahmen, Warby Parker eine braune Browline-Fassung. Während erste Berichte von einem Einstiegspreis von 379 US-Dollar ausgingen, halten Analysten von IDC einen Preis zwischen 600 und 700 Dollar für realistischer. Der Marktstart ist für Herbst 2026 geplant.

Halliday setzt auf Kameraverzicht für Profis

Während Samsung auf den Massenmarkt zielt, bringt Halliday am 21. Juli 2026 die G2-Smartglasses auf den Markt – und geht einen anderen Weg. Die G2 verzichtet bewusst auf eine Kamera, um Datenschutzbedenken in Unternehmen auszuräumen.

Stattdessen setzt das Modell auf binokulare Waveguide-Displays mit 1.600 Nits Helligkeit und monochromer grüner Anzeige. Herzstück ist die „Meeting Flow AI“: eine Software, die Echtzeit-Untertitel liefert, in 45 Sprachen übersetzt und automatisch Diskussionsfäden, Entscheidungen und Aufgaben protokolliert.

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Der Preis liegt bei 599 Dollar, der Versand soll im September 2026 beginnen. Die KI-Dienste sind in einem abgestuften Abomodell erhältlich – von einer kostenlosen Basisversion bis zum „Max“-Tarif für 99 Dollar monatlich.

Wettbewerb und neue Regularien

Der Markt für smarte Brillen wächst rasant – und Meta liegt vorn. Laut IDC hielt der Facebook-Konzern im ersten Quartal 2026 einen Marktanteil von 69,2 Prozent. Omdia beziffert Metas Anteil für das Gesamtjahr 2025 sogar auf 85,2 Prozent.

Doch die Konkurrenz holt auf. Das chinesische Unternehmen Even Realities, das im November 2025 ein kamerafreies Modell vorstellte, sicherte sich am 6. Juli 2026 Finanzmittel in Höhe von 150 Millionen Dollar – bei einer Bewertung von einer Milliarde Dollar. Auch RayNeo und XREAL aus China sind aktiv: XREAL reichte im April 2026 einen Börsengang in Hongkong ein, RayNeo sammelte Anfang des Jahres umgerechnet rund 130 Millionen Euro ein.

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Die rasche Verbreitung der Wearable-Technologie hat bereits erste gesetzliche Reaktionen ausgelöst. Am 20. Juli 2026 verboten die Behörden in New York die Nutzung von Smart Glasses in Gerichtssälen. Ein Schritt, der zeigt: Je leistungsfähiger die Aufnahme- und KI-Funktionen werden, desto drängender werden die Fragen nach Privatsphäre und Sicherheit.