Samsung hat die Preise seiner Galaxy-S26-Reihe in Südkorea angehoben. Betroffen sind die 256-GB-Modelle: Das Basismodell kostet künftig 1.403.600 Won statt bisher 1.254.000 Won (umgerechnet rund 1.029,94 US-Dollar), das Plus-Modell verteuert sich auf 1.601.600 Won von zuvor 1.452.000 Won, und das Ultra-Modell steigt auf 1.947.000 Won von 1.797.400 Won. Das entspricht jeweils einem Aufschlag von 149.600 Won.
Als Grund gelten steigende Speicherchippreise. Auch in den USA wurden Modelle der Reihe um jeweils 100 US-Dollar teurer. Die Ultra-Variante mit 1 TB Speicher kostet in Südkorea nun 2.821.500 Won, rund 270.000 Won mehr als zuvor.
Die S26-Reihe war im März 2026 gestartet, einige Modelle waren bereits damals in den USA und Südkorea mit höheren Preisen eingeführt worden. Die aktuelle Anpassung folgt nun auf die ursprüngliche Markteinführung. Zum Vergleichszeitpunkt lag der Wechselkurs bei 1 US-Dollar zu 1.362,8 Won.
Speicherpreise haben sich verdoppelt
Die Preiserhöhungen fallen mit einer drastischen Verteuerung von Speicherchips zusammen. Laut DRAMeXchange kostete DRAM Ende September 2026 26 US-Dollar – doppelt so viel wie im März 2026 zum Start der S26-Reihe, als der Preis noch bei 13 US-Dollar lag. Nach Angaben von Counterpoint Research stieg der Anteil von Speicherbauteilen an den Produktionskosten von Premium-Smartphones von 27 auf 43 Prozent.
Für Samsungs Mobilsparte MX hatte das spürbare Folgen: Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete die Sparte erstmals einen Quartalsverlust in Höhe von 700 Mrd. Won. Für das zweite Halbjahr wurde eine Ausweitung dieses Verlusts erwartet.
Samsung ist mit den gestiegenen Kosten nicht allein. Apple erhöhte im September 2026 die Preise älterer iPhone-16- und iPhone-17-Modelle um jeweils 100 US-Dollar. Auch Huawei-Verbrauchergeschäftschef Richard Yu erklärte, die Smartphone-Kosten des Unternehmens seien im Schnitt um 200 US-Dollar gestiegen, was die Profitabilität stark belaste. Huawei werde seine Preise künftig moderat anheben.
Prognosen deuten auf anhaltende Knappheit
Der Marktforscher TrendForce rechnet für das vierte Quartal 2026 gegenüber dem dritten Quartal mit weiteren Anstiegen der konventionellen DRAM-Vertragspreise um 10 bis 15 Prozent sowie der NAND-Flash-Vertragspreise um 15 bis 20 Prozent.
Die Nachfrage nach Enterprise-SSDs soll 2026 gegenüber 2025 um mehr als 80 Prozent wachsen – laut TrendForce die einzige Kategorie mit beschleunigtem Preisanstieg. Das Angebot an PC-DRAM könnte 2027 sinken, da Kapazitäten zugunsten von Serverprodukten verlagert werden.
Samsung selbst rechnet laut TrendForce mit knappen Speicherlieferungen bis 2028. Eine neue Fabrik von Micron in New York soll erst 2030 die Produktion aufnehmen.
Micron geht davon aus, dass die Speichernachfrage 2027 und 2028 das Angebot übersteigen wird und Kunden 2027 deutlich höhere Preise zahlen müssen als 2026. Nach Samsungs eigenen Angaben könnte High-Bandwidth-Memory (HBM) 2027 fast 30 Prozent der DRAM-Waferkapazität beanspruchen, gegenüber derzeit rund 20 Prozent.
Micron plant im ersten Halbjahr seines neuen Geschäftsjahrs Investitionen von 25 Mrd. US-Dollar; neue Fabriken sollen 2028 anlaufen, die Versorgungslage aber nicht sofort entspannen.
Auswirkungen auf den globalen Markt
Counterpoint Research schätzt, dass bis 2030 rund 230 Mio. Smartphones unter 200 US-Dollar vom Markt verschwinden könnten. Für den gesamten Smartphone-Markt prognostiziert das Unternehmen einen Rückgang um fast 14 Prozent im Jahr 2026 und um 3 bis 4 Prozent im Jahr 2027 – über drei Jahre könnten dadurch 100 bis 150 Mio. Geräte wegfallen, vor allem im Niedrigpreissegment.
Nach Einschätzung von Counterpoint könnte ein vor zwei Jahren 150 US-Dollar teures Smartphone mit vergleichbarer Ausstattung heute 300 US-Dollar kosten, was Käufer dazu bringen könnte, stattdessen zu einem 500-Dollar-Gerät zu greifen.
Auch GlobalData bestätigt, dass Apple, Google und Samsung die Preise ihrer Premium-Smartphones im Sommer 2026 um rund 100 US-Dollar erhöht haben. Das teuerste Modell von Apples iPhone-Duo kostet demnach 3.199 US-Dollar. Google erhöhte die Preise der Pixel-11-Reihe und reduzierte zugleich den Arbeitsspeicher der Pro-Basismodelle von 16 auf 12 GB.
Ein Bericht der GSMA (SOMIC 2026) warnt, dass die KI-bedingt steigenden Speicher- und Chipkosten Einstiegs-Smartphones verteuern und den Zugang zu mobilem Internet erschweren könnten.
Demnach nutzen weltweit mehr als 3,4 Mrd. Menschen kein mobiles Internet, obwohl über 90 Prozent von ihnen in Gebieten mit Mobilfunk-Breitbandabdeckung leben. 2025 kamen 160 Mio. Menschen neu online, nach 190 Mio. im Jahr 2024. Ende 2025 kostete ein Einstiegsgerät die ärmsten 20 Prozent der Bevölkerung in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen 44 Prozent ihres durchschnittlichen Monatseinkommens, in Subsahara-Afrika sogar 76 Prozent.

