Im Rahmen eines Medien-Briefings hat Samsung neue Gesundheitsfunktionen für die Modelle Galaxy Watch9 und Watch Ultra2 vorgestellt. Der Technologiekonzern rückt dabei die präventive Überwachung der Herzgesundheit in den Fokus. Die Erweiterungen sollen es Nutzern ermöglichen, potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen und einen detaillierten Einblick in ihren physischen Zustand zu erhalten.
Analyse der Herzgesundheit und Vitalparameter
Ein zentrales Element der Neuerungen ist die Einführung des sogenannten Heart Health Score. Dieses Bewertungssystem orientiert sich an den Life’s Essential 8-Richtlinien der American Heart Association (AHA).
Auf einer Skala von 0 bis 100 analysiert die Software verschiedene Faktoren wie das Schlafverhalten, die körperliche Aktivität, die Körperzusammensetzung sowie den sogenannten Gefäßstress. Damit wird das Ziel verfolgt, die allgemeine kardiovaskuläre Verfassung messbar und vergleichbar zu machen.
Ergänzt wird dieses System durch die Funktion Vital Signs. Hierbei werden während der nächtlichen Ruhephase fünf Schlüsselindikatoren überwacht: die Herzfrequenz, die Herzfrequenzvariabilität (HRV), die Atemfrequenz sowie die Hauttemperatur und die Sauerstoffsättigung des Blutes. Zudem kündigte das Unternehmen die Integration einer Erkennung für ektopische Schläge an, was die diagnostische Tiefe der Wearables weiter erhöhen soll.
Technische Basis und globale Relevanz
Die technologische Grundlage für diese Funktionen bildet der BioActive-Sensor, der bereits seit dem Jahr 2021 in der Galaxy Watch-Serie verbaut wird. Dieser kombiniert Photoplethysmographie (PPG), Elektrokardiogramm (EKG) und bioelektrische Impedanzanalyse (BIA) in einem Modul.
Samsung verwies in diesem Zusammenhang auf die bereits im Jahr 2023 erhaltenen Zulassungen durch die US-Gesundheitsbehörde FDA sowie das südkoreanische Ministerium für Lebensmittel- und Arzneimittelsicherheit (MFDS) für die Erkennung unregelmäßiger Herzrhythmen.
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Laut Unternehmensangaben habe diese Technologie zur Identifizierung von Vorhofflimmern bereits in Ländern wie Jordanien und Brasilien zur Lebensrettung beigetragen.
Die Relevanz dieser präventiven Maßnahmen unterstreicht Samsung mit Verweis auf die globale Gesundheitslage. Demnach sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen weltweit für etwa 13 Prozent der Todesfälle verantwortlich. In Südkorea stellen sie mit einem Anteil von 9,4 Prozent an allen Todesfällen die zweithäufigste Ursache dar.
Vernetzung und künftige Entwicklungen
Neben der reinen Datenerhebung baut Samsung das Ökosystem um Funktionen wie Connected Care und den Datenaustausch innerhalb der Familie aus. Dies soll es ermöglichen, Gesundheitsdaten autorisierten Personen zugänglich zu machen, um beispielsweise die Überwachung älterer Familienmitglieder zu unterstützen. Um die Reichweite der neuen Funktionen zu erhöhen, sind zudem Software-Updates für ältere Modelle der Galaxy Watch geplant.
Choi Jong-min, Vice President bei Samsung, betonte während der Vorstellung, dass der strategische Schwerpunkt des Unternehmens klar auf der präventiven Gesundheit liege. Dennoch befinden sich einige Technologien noch in der Entwicklungsphase. So teilte das Unternehmen mit, dass die nicht-invasive kontinuierliche Blutzuckermessung (CGM) weiterhin erforscht und entwickelt werde.
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Die Marktposition von Samsung im Wearable-Sektor bleibt unterdessen stabil. Im zweiten Quartal 2026 erreichte der Konzern einen Anteil von 20 Prozent am weltweiten Smartwatch-Markt. In den USA bietet das Unternehmen zudem bereits seit März 2026 eine integrierte Blutdruckmessung über seine Uhren an.

