Galaxy XR holt mit Software-Update zum Vision Pro auf

Ein entscheidendes Software-Update nutzt die volle Hardware der Samsung Galaxy XR, während die reparaturfreundliche Bauweise und das offene Android-XR-Ökosystem klare Vorteile gegenüber der Apple Vision Pro bieten.

Samsungs Mixed-Reality-Brille gewinnt durch ein entscheidendes Software-Update an Schlagkraft und stellt sich dem direkten Vergleich mit Apples Vision Pro. Die neuen Funktionen nutzen endlich die verborgene Hardware des Geräts.

Ein Update für die Virtual-Desktop-App hat am Donnerstag das sogenannte foveated Streaming für das Galaxy XR freigeschaltet. Diese Technologie nutzt die integrierten Eye-Tracking-Kameras der Brille. Sie rendert das Bild nur im direkten Blickfeld des Nutzers in voller Auflösung und reduziert die Qualität im peripheren Sichtfeld, um Rechenleistung zu sparen. Experten sehen darin eine späte Bestätigung: Schon frühere Hardware-Analysen hatten die hochwertigen Eye-Tracking-Sensoren im Inneren identifiziert, die bislang von Drittanbieter-Apps nicht genutzt wurden. Diese Effizienzsteigerung macht die Galaxy XR für PC-VR-Spiele nun konkurrenzfähiger zu High-End-Headsets.

Android XR „Glimmer“: Googles neues Ökosystem

Bereits am Dienstag hatte Google die Dokumentation für sein Android XR-Betriebssystem veröffentlicht und das neue Design „Glimmer“ vorgestellt. Die räumliche Benutzeroberfläche setzt auf abgerundete Kacheln, schwebende Fenster und eine auf Akkulaufzeit optimierte Farbpalette. Die Unterlagen bestätigen auch Gestensteuerungen, die auf den spezifischen Sensoren der Galaxy XR basieren – darunter Pinch-to-Select-Bewegungen, wie man sie von Apple kennt. Dies unterstreicht den offenen Ansatz von Googles Plattform, die tief in die eigenen Dienste integriert ist.

Reparierbarkeit als Trumpf: Was im Inneren steckt

Während die Software aufholt, bleibt die hardwaretechnische Konstruktion ein klarer Wettbewerbsvorteil. Tiefenanalysen, zuletzt von TechInsights, loben Samsungs modularen Ansatz. Im Inneren arbeitet der Qualcomm Snapdragon XR2+ Gen 2 mit 16 GB RAM. Entscheidend ist aber die Bauweise: Standard-Phillips-Schrauben statt proprietärer Befestigungen und starker Kleber. Der Akku ist extern, leicht austauschbar und reduziert so das Gewicht im Gesicht. Auch magnetische Gesichtspolster und die Hauptplatine sind ohne Zerstörung zugänglich. Diese reparaturfreundliche Architektur verspricht eine längere Lebensdauer als bei versiegelten Konkurrenzprodukten.

Direkter Vergleich: Galaxy XR gegen Apple Vision Pro (M5)

Der Wettbewerb zwischen Samsungs und Apples Premium-Headsets zeigt zwei grundverschiedene Philosophien.

  • Preis und Leistung: Mit einem UVP von etwa 1.799 US-Dollar (ca. 1.650 Euro) ist die Galaxy XR deutlich zugänglicher als die Vision Pro, die fast das Doppelte kostet. Samsungs Strategie ähnelt der im Smartphone-Markt: Flaggschiff-Spezifikationen zu einem wettbewerbsfähigen Preis.
  • Display und Optik: Beide Brillen setzen auf fortschrittliche micro-OLED-Displays. Die Galaxy XR bietet pro Auge eine Auflösung von etwa 3.552 x 3.840 Pixeln (4K-Niveau). Tests attestieren den Panels eine vergleichbare Farbgenauigkeit (96 % des DCI-P3-Farbraums) und Helligkeit wie beim Apple-Modell.
  • Prozessorleistung: Hier liegt Apple vorn. Der M5-Chip bietet mehr pure Rechenpower als Samsungs Snapdragon. Das neue foveated Streaming gleicht dies für PC-VR-Anwendungen jedoch teilweise aus, da es die Grafikeinheit des angeschlossenen PCs effizienter auslastet.
  • Ökosystem: Apple setzt auf das geschlossene, hochpolierte visionOS mit tiefer Mac-Integration. Android XR „Glimmer“ punktet mit Offenheit und unterstützt eine große Zahl herkömmlicher 2D-Android-Apps nativ – ein potenzieller Vorteil beim App-Angebot.

Ausblick: Reifephase für Samsungs XR-Strategie

Die Freischaltung des foveated Streaming und die Klarheit über Android XR markieren eine Reifephase für die Galaxy XR. Für 2026 sind nun viele optimierte Apps zu erwarten. Die herausragende Reparierbarkeit könnte zum entscheidenden Verkaufsargument für Geschäftskunden werden, die auf Langlebigkeit Wert legen. Die Frage bleibt, ob das Android-XR-Ökosystem in puncto Rundum-Polish mit visionOS mithalten kann. Mit der nun voll ausgespielten Hardware und den erweiterten Software-Fähigkeiten ist Samsung gut aufgestellt, um Apples Dominanz im Spatial-Computing-Markt herauszufordern.