AMD hat mit dem Ryzen 5 5500F und dem Ryzen 5 7500 zwei neue Prozessoren für preisbewusste Gaming-PC-Bauer vorgestellt. Die beiden Sechskerner richten sich an unterschiedliche Zielgruppen: Während der 5500F auf die knapp zehn Jahre alte AM4-Plattform setzt, positioniert sich der 7500 auf dem aktuellen AM5-Sockel.
Mehrere Fachmedien, darunter pcgamesn.com und futuretechmarkets.com, haben die beiden CPUs Mitte September einander gegenübergestellt und dabei die Kostenunterschiede zwischen den beiden Plattformen herausgearbeitet.
Technische Daten der neuen Modelle
Der Ryzen 5 5500F basiert auf der Zen-3-Architektur (Codename Vermeer) und bringt sechs Kerne sowie zwölf Threads mit, getaktet mit 3,0 GHz Basis- und 4,4 GHz Boost-Takt. Er verfügt über 16 MB L3-Cache, unterstützt PCIe 4.0 sowie DDR4-Arbeitsspeicher, besitzt eine TDP von 65 Watt und liegt dem Karton zufolge ein Wraith-Stealth-Kühler bei.
Eine integrierte Grafikeinheit fehlt. In den USA ruft AMD dafür einen Retailpreis von 99 US-Dollar auf, laut hwcooling.net entspricht das in Europa rund 105 Euro inklusive Mehrwertsteuer.
Der Ryzen 5 7500 setzt auf die neuere Zen-4-Architektur, ebenfalls mit sechs Kernen und zwölf Threads, taktet aber deutlich höher mit 3,7 GHz Basis- und 5,0 GHz Boost-Takt. Er bringt 32 MB L3-Cache mit – laut wordupnews.com summieren sich Level-2- und Level-3-Cache auf insgesamt 38 MB – und ist mit einer RDNA2-basierten Radeon-Grafikeinheit mit zwei Compute Units bis 2,2 GHz ausgestattet.
Unterstützt werden PCIe 5.0 und DDR5-5200-Speicher, die TDP liegt ebenfalls bei 65 Watt. Der offizielle US-Preis beträgt 189 US-Dollar, laut hwcooling.net umgerechnet rund 200 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Für Australien seien Preise und Verfügbarkeit laut channelnews.com.au noch nicht bestätigt.
Der Plattform-Kompromiss: Alter Sockel gegen teuren Speicher
Die eigentliche Entscheidung für Gaming-PC-Bauer liegt laut den Vergleichsartikeln nicht allein bei den CPUs selbst, sondern bei den Plattformkosten. Der Ryzen 5 5500F hält den AM4-Sockel am Leben und erlaubt den Einbau in bestehende, günstigere Mainboards mit DDR4-Speicher. Der Ryzen 5 7500 ist zwar technisch moderner, bleibt laut futuretechmarkets.com aber an die vergleichsweise hohen Preise für DDR5-Speicher gebunden.
Zwei neue Sechskerner, zwei Plattformen, ein knappes Budget: Der Ryzen 5 5500F liegt bei rund 105 Euro auf dem alten AM4-Sockel, der Ryzen 5 7500 bei rund 200 Euro auf AM5 — doch die eigentlichen Mehrkosten stecken in Mainboard und DDR5-Speicher. Dieser kostenlose Guide rechnet AM4 gegen AM5 ehrlich durch und liefert Ihnen einen Entscheidungsbaum nach Budget und Spielen. Kostenlosen Entscheidungs-Guide anfordern
Wie whys.video berichtet, eignet sich etwa der ältere B450-Chipsatz mit ausreichend USB- und SATA-Anschlüssen sowie PCIe 3.0 weiterhin für Mainstream-Gaming und Mid-Range-Builds, sofern gegebenenfalls ein BIOS-Update für die Kompatibilität mit neueren Ryzen-Generationen eingespielt wird. Wer stattdessen auf B550 oder X570 setzt, erhält PCIe 4.0 und native Unterstützung neuerer Ryzen-Prozessoren.
Leistungsvergleich zum Vorgänger
Ein Test von RandomGaminginHD, über den tweaktown.com berichtete, zeigt den 5500F in CPU-limitierten 1080p-Szenarien mit einer RX 9060 XT (16 GB) im Vergleich zum älteren Ryzen 5 5500 im Vorteil: In Battlefield 6 auf hohen Einstellungen legte der 5500F um 16 Prozent zu, in Cyberpunk 2077 auf Ultra-Details um 11 Prozent, in GTA V Enhanced mit Raytracing auf sehr hohen Einstellungen um 9 Prozent und in Counter-Strike 2 auf hohen 1080p-Einstellungen um 8 Prozent.
Als Ursache nennt der Test den um 200 MHz höheren Boost-Takt sowie den Wechsel von PCIe 3.0 beim älteren Cezanne-Chiplet des Ryzen 5 5500 auf PCIe 4.0 beim Vermeer-Chiplet des 5500F.
Einordnung im Preisgefüge
Im breiteren Marktumfeld positioniert sich der neue Ryzen 5 7500 zwischen dem Ryzen 5 7500F mit rund 157 US-Dollar und dem Ryzen 5 7600 mit rund 226 US-Dollar, wie wordupnews.com auflistet. Auf der AM4-Seite kostet der Ryzen 5 5600 demnach etwa 159 US-Dollar, während der ältere Ryzen 5 5500 als OEM-Tray-Version bereits ab rund 74 US-Dollar zu haben ist.
Sie haben noch ein AM4-Board mit B450-Chipsatz und fragen sich, ob sich ein Aufrüsten überhaupt noch lohnt? Der neue Ryzen 5 5500F bringt PCIe 4.0 und 200 MHz mehr Boost-Takt gegenüber dem alten Ryzen 5 5500 — in CPU-limitierten 1080p-Tests bis zu 16 Prozent schneller. Der Guide zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wann ein BIOS-Update reicht und wann ein Plattformwechsel sinnvoller ist. BIOS- und Aufrüst-Schritte jetzt sichern
Laut futuretechmarkets.com lässt sich die AM4-Modellpalette so einordnen: Der 5500F basiert auf dem Vermeer-Chiplet mit halbiertem Cache, der 5500 auf dem Cezanne-Chiplet ohne Grafikeinheit, während der 5600F mit vollen 32 MB Cache, aber nur 4 GHz Boost-Takt aufwartet.
Für Käufer bedeutet die Ankündigung damit vor allem eine klare Abwägung: Wer ein bestehendes AM4-System kostengünstig aufrüsten will, findet im 5500F für 99 US-Dollar eine Option ohne Plattformwechsel. Wer hingegen in eine zukunftsfähigere Architektur mit höherem Takt und integrierter Grafik investieren möchte, muss für den 7500 samt DDR5-Speicher tiefer in die Tasche greifen.

