Gaming-Hardware: Nur vier Prozent haben 64 GB RAM

Nach fehlerhafter 64-GB-Angabe korrigiert Entwickler die Systemanforderungen für das MMO Cinder City nach unten.

Ein Rechenfehler sorgte für Aufsehen: Das MMO Cinder City verlangte kurzzeitig 64 Gigabyte Arbeitsspeicher – eine Hürde, die nur wenige Spieler nehmen können.

Am 1. Juli 2026 sorgte ein Eintrag auf Steam für hitzige Diskussionen in der Gaming-Community. Das mit Spannung erwartete MMO Cinder City listete für die empfohlene Konfiguration stolze 64 Gigabyte RAM – eine Zahl, die selbst leistungsstarke Rechner alt aussehen ließ. Nur einen Tag später ruderten Publisher NC und Entwickler Big Fire Games zurück.

Korrektur mit doppeltem Effekt

Die Entwickler aktualisierten die Steam-Seite am 2. Juli und senkten die empfohlene Speicheranforderung von 64 auf 32 Gigabyte. Doch die Korrektur hatte einen Haken: Zeitgleich hoben sie die Anforderungen an die Grafikkarte an – vom NVIDIA GeForce RTX 4060 auf die stärkere RTX 4070.

Die aktuellen Spezifikationen für den Unreal-Engine-5-Titel sehen nun mindestens 32 Gigabyte RAM in Kombination mit einer RTX 2060 vor. Für die empfohlene Leistung setzt das Spiel auf einen Intel i7-12700 oder AMD Ryzen 7 7800X3D, ebenfalls 32 Gigabyte RAM und die RTX 4070. NC betonte, dass die ursprünglichen Anforderungen auf einer Entwicklerversion basierten. Die finalen Spezifikationen könnten zum offiziellen Start sogar noch sinken. Ein konkreter Veröffentlichungstermin steht noch aus.

Hardware-Realität: Nur vier Prozent haben 64 Gigabyte

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Die anfängliche 64-Gigabyte-Empfehlung sorgte vor allem deshalb für Aufsehen, weil kaum ein Spieler über so viel Arbeitsspeicher verfügt. Aktuelle Steam-Hardware-Umfragen zeigen: Gerade einmal vier Prozent der Nutzer besitzen 64 Gigabyte RAM. Während rund 41 Prozent mit 16 Gigabyte auskommen, haben nur zwölf Prozent 32 Gigabyte oder mehr installiert.

Die Entwicklung hin zu höheren Speicheranforderungen trifft auf einen angespannten Hardware-Markt. Die Preise für 64-Gigabyte-DDR5-Kits sind seit Anfang 2025 um rund 94 Prozent gestiegen. In manchen Regionen kosten solche Konfigurationen inzwischen zwischen 500 und 1.000 Euro. Erschwerend kommt hinzu, dass die Speicherhersteller Samsung, SK Hynix und Micron wegen mutmaßlicher Preisabsprachen verklagt wurden.

Branchentrend: 32 Gigabyte werden zum Standard

Cinder City steht mit seinen ambitionierten Anforderungen nicht allein da. Erst am 2. Juli 2026 veröffentlichte Ubisoft die Systemanforderungen für Assassin’s Creed Black Flag Resynced. Während das Spiel für 1080p noch mit 16 Gigabyte RAM auskommt, verlangt es für 4K-Ultra-Einstellungen ebenfalls 32 Gigabyte.

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Auch andere grafisch anspruchsvolle Titel ziehen nach. Indiana Jones and the Great Circle, ursprünglich am 8. Dezember 2024 erschienen, empfiehlt 32 Gigabyte RAM für 1440p mit hohen Details. Branchenbeobachter verweisen zudem auf Microsoft Flight Simulator 2024, Escape from Tarkov und Seafarer: The Ship Sim – Spiele, die in ihren höchsten Spezifikationsstufen ebenfalls 64 Gigabyte RAM vorsehen.

Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wann 32 Gigabyte zum neuen Standard für High-End-Gaming werden. Für Spieler bedeutet das: Der nächste Hardware-Kauf sollte diesen Trend unbedingt berücksichtigen.