Der europäische Gaming-Hardware-Markt erlebt zu Jahresbeginn 2026 eine deutliche Polarisierung. Während Spitzenmodelle mit Rekordleistungen über 160 Euro kosten, locken gleichzeitig überraschend günstige Einsteigerangebote unter 30 Euro. Eine aktuelle Marktanalyse des Einzelhändlers MediaMarkt zeigt: Die Schere zwischen High-End und Budgetsegment geht weiter auf.
Flagship-Dominanz: Der Kampf um 8.000 Hz
Das High-End-Segment wird von einem Wettrennen um Leistungswerte bestimmt, die vor zwei Jahren noch experimentell waren. Laut dem umfangreichen Vergleich von MediaMarkt vom 14. Januar sichert sich das Razer Viper V3 Pro den Spitzenplatz als „Bestes Gaming-Maus“ für das Frühjahr 2026.
Hersteller standardisieren zunehmend 8.000 Hz Polling-Raten in ihren Top-Modellen. Das Viper V3 Pro verkörpert diesen Trend mit seinem 35.000 DPI-Sensor. Doch die Maximalleistung hat ihren Preis: Während die Maus bei Standard-Einstellungen bis zu 95 Stunden durchhält, sinkt die Laufzeit im 8.000 Hz-Modus auf nur noch etwa 17 Stunden.
Der Preis für diese Technikspitze bleibt hoch. Das Viper V3 Pro kostet aktuell 167,67 Euro. Interessant für preisbewusste Enthusiasten: MediaMarkt führt auch generalüberholte Einheiten ab 115 Euro – ein Zeichen für einen wachsenden Gebrauchtmarkt im High-End-Segment.
Dicht auf den Fersen ist Logitech mit dem G Pro Superlight 2c. MediaMarkt stuft es als effizienteste Kompaktlösung ein. Mit nur 53 Gramm Gewicht und einem 44.000 DPI-Sensor erreicht es bei Nutzern auf der Handelsplattform eine Bewertung von 4,9 von 5 Sternen. Logitechs Fokus auf Form und Akkulaufzeit scheint bei wettkampforientierten Spielern weiterhin gut anzukommen.
Das Preis-Leistungs-Wunder für Januar 2026
Während die Flagships die Technologie vorantreiben, entsteht im Budgetsegment das wohl attraktivste Angebot. Der klare Highlight-Deal dieses Wochenendes ist das HyperX Pulsefire Fuse.
MediaMarkt kürt es zum „Preis-Leistungs-Tipp“ für das erste Quartal 2026. Ursprünglich für 59,99 Euro empfohlen, ist die kabellose Maus jetzt für 29,99 Euro erhältlich – ein Preisnachlass von 50 Prozent. Die Specs sind für den Einstiegspunkte solide: ein 12.000 DPI-Sensor, 75 Gramm Gewicht und bis zu 85 Stunden Akkulaufzeit.
Marktbeobachter deuten diese aggressiven Rabatte als Lagerbereinigung für neue 2026er Modelle, die im Frühjahr erwartet werden. Für Gamer, die nicht die Extreme der Top-Modelle benötigen, bietet dieser Deal derzeit einen der kostengünstigsten Einstiege in kabelloses Gaming.
Spezialisierung: Ultra-Leicht und MMO-Fokus
Neben den Standard-Modellen für Shooter zeigt der Markt eine klare Tendenz zur Spezialisierung. Die auffälligste Entwicklung ist die extreme Gewichtsreduzierung bei Competitive-FPS-Mäusen.
Das Corsair Sabre V2 Pro Ultralight Wireless führt diese Nische mit einem Leergewicht von nur 36 Gramm an. Das ist deutlich leichter als der 50-60 Gramm-Standard der Jahre 2024 und 2025. Bemerkenswert: Auch dieses Leichtgewicht unterstützt den 8.000 Hz-Standard und erhielt von PC Games Hardware die Note 1,23. Der Trend zu Mäusen unter 40 Gramm zeigt, dass Materialinnovationen Gewichtsersparnis ohne Stabilitätsverlust ermöglichen.
Am anderen Ende des Spektrums behauptet das Razer Naga V2 Pro seine Dominanz im MMO-Bereich. Mit 134 Gramm ist es deutlich schwerer, punktet aber mit Vielseitigkeit. Durch wechselbare Seitenteile bietet es bis zu 22 programmierbare Tasten. Die Akkulaufzeit ist robust: bis zu 150 Stunden über den HyperSpeed-Dongle und 300 Stunden via Bluetooth.
Marktkontext: Konsolidierung und Ausblick
Die Deals erscheinen vor dem Hintergrund eines transformierten Einzelhandels. Berichte vom 12. Januar 2026 beleuchten die strategischen Verschiebungen innerhalb der Ceconomy-Gruppe. Die Marke Saturn wird schrittweise aus dem Straßenbild verschwinden und vollständig in der MediaMarkt-Identität aufgehen.
Diese Konsolidierung scheint Lagerbestände und Werbestrategien zu vereinheitlichen. Hochkarätige Tech-Launches wie das Google Pixel 10 Pro XL werden mit synchronen Rabatten beworben – zuletzt 30 Prozent. Dieser gebündelte Ansatz kommt letztlich den Kunden zugute, wie die aktuellen Gaming-Maus-Angebote zeigen.
Für den Rest des ersten Quartals 2026 erwarten Branchenbeobachter, dass sich der „Polling-Rate-Krieg“ stabilisiert, während die Akkutechnologie aufholt. Die drastisch reduzierte Laufzeit im 8.000 Hz-Modus deutet an: Die nächste Innovationsfront wird die Energieeffizienz sein, nicht die reine Geschwindigkeit.
Die Verfügbarkeit generalüberholter High-End-Geräte bei großen Händlern zeigt zudem eine reifende Kreislaufwirtschaft im Gaming-Sektor. Da die Preise für neue Top-Hardware die 170-Euro-Marke erreichen, könnte der Kauf zertifizierter Gebrauchtgeräte mit 30 Prozent Rabatt für viele Enthusiasten zur ersten Wahl werden.
Die aktuelle Marktübersicht vom 17. Januar bietet eine klare Entscheidung: Premium für die absolute Leistungsspitze zahlen oder von aggressiven Rabatten im Mittelklassesegment profitieren. Die Wahl liegt beim Spieler.





