Gaming-Monitore: 720 Hertz und OLED-Boom auf der K-Display

Der Gaming-Monitor-Markt wächst rasant. LG Display fokussiert sich auf OLED-Panels, während neue Rekorde bei Bildwiederholraten die Branche prägen.

Die Gaming-Monitor-Branche erlebt einen nie dagewesenen Innovationsschub. Hersteller setzen auf extreme Bildwiederholraten und OLED-Technik – der Markt soll bis 2036 auf über 22 Milliarden Euro wachsen.

LG setzt verstärkt auf Gaming-OLEDs

Der südkoreanische Display-Riese LG Display hat während einer Telefonkonferenz zum zweiten Quartal am 22. Juli einen strategischen Schwenk verkündet. Das Unternehmen erwartet, dass der Anteil von OLED-Monitoren am gesamten großen OLED-Portfolio von rund zehn Prozent im Jahr 2025 auf etwa 20 Prozent in diesem Jahr steigen wird. Grund ist die wachsende Nachfrage nach hochwertiger Gaming-Hardware. LG will die Produktion zwischen TV- und Monitor-Paneelen optimieren, um von diesem Trend zu profitieren.

Marktforscher zeichnen ein optimistisches Bild: Laut Future Market Insights war der Gaming-Monitor-Markt 2025 rund 10,4 Milliarden Euro wert. Bis Ende 2026 soll er auf etwa 11,1 Milliarden Euro klettern, für 2036 werden sogar 21 Milliarden Euro prognostiziert. Noch optimistischer ist Strategic Revenue Insights: Die Analysten erwarten, dass der Markt bereits 2034 die Marke von 38,5 Milliarden Euro überschreiten könnte.

IPS bleibt dominant – OLED und Mini-LED legen am schnellsten zu

IPS-Panels halten mit prognostizierten 46 Prozent Marktanteil 2026 noch die Spitzenposition. Doch die Wachstumsraten von OLED und Mini-LED sind deutlich höher. Der Markt für QD-OLED-Displays soll laut Polaris Market Research bis 2034 auf rund 15,3 Milliarden Euro anwachsen – angetrieben von Premium-Fernsehern und High-End-Gaming.

720 Hertz: Neuer Rekord auf der K-Display 2026

Auf der K-Display 2026 in Seoul, die noch bis zum 24. Juli läuft, zeigen Hersteller beeindruckende technische Sprünge. LG Display präsentierte ein 27-Zoll-Gaming-OLED mit 720 Hertz Bildwiederholrate – möglich gemacht durch Dynamic Frequency and Resolution (DFR)-Technologie. Die Spitzenhelligkeit liegt bei 1.500 Nits.

Weitere Highend-Modelle der Messe: ein 24,5-Zoll-OLED mit 540 Hertz und einer Reaktionszeit von 0,02 Millisekunden sowie ein 39-Zoll-Ultrawide-Display mit 5K2K-Auflösung. Für TV-Fans gibt es ein 83-Zoll-OLED mit Tandem-Technologie, das auf 4.500 Nits kommt und Reflexionswerte unter 0,3 Prozent erreicht.

Asus bringt Fast-IPS-Monitore für E-Sport-Profis

Parallel zur OLED-Offensive treiben Hersteller auch die Fast-IPS-Technik weiter voran. Asus hat Ende Juli den ROG Strix XG259QNSR Ace vorgestellt: ein 24,5-Zoll-Full-HD-Monitor mit übertakteten 420 Hertz und 0,3 Millisekunden Reaktionszeit. KI-gestützte Tools wie dynamische Fadenkreuze und Schattenaufhellung sollen Wettkampfspielern Vorteile verschaffen.

Im Premium-Segment bringt Asus die Modelle ROG Swift OLED PG27UCWM und PG32UCWM auf den Markt. Sie nutzen 4K-Tandem-RGB-OLED-Technik und bieten einen Dual-Mode: Nutzer können zwischen 4K bei 240 Hertz und Full HD bei 480 Hertz umschalten. Dank Galliumnitrid-Transistoren (GaNFET) reduzieren sie die Abwärme um 35 Prozent.

Chinesische Hersteller drängen mit Extrem-Werten auf den Markt

Auch in China gibt es neue Spezialisten für Gaming-Monitore. Ant Esports brachte Anfang Juli den ANT275PQ Max heraus – ein 27-Zoll-2K-Panel mit 540 Hertz nativer Bildwiederholrate. Bereits am 9. Juni war der ANT273PQL PRO mit 320 Hertz auf Fast-IPS-Basis erschienen.

Philips hat den Evnia 27M4N3500PT in China gestartet, einen vielseitigen Monitor mit drei verschiedenen Modi – darunter 540 Hertz bei HD-Auflösung. Für anspruchsvolle Nutzer gibt es zudem ein 4K-Modell mit 120 Hertz, das auf einem Penta-Tandem-QD-OLED-Panel mit 1.000 Nits Spitzenhelligkeit basiert.