Gaming-Monitore: Preiskampf treibt Displays unter 100 Euro

Gaming-Monitore erreichen historische Tiefstpreise, während Hersteller auf OLED setzen und vor steigenden Chipkosten warnen.

Händler und Hersteller liefern sich einen erbitterten Preiskampf bei Gaming-Monitoren – mit Rabatten, die es so noch nie gab.

Sowohl Einsteigergeräte als auch High-End-Modelle sind aktuell stark reduziert. Mitte Juli senkten große Elektronikhändler die Preise für Displays mit hohen Bildwiederholraten auf historische Tiefststände. Dabei warnen Branchenführer bereits vor steigenden Komponentenkosten für die zweite Jahreshälfte 2026.

Der Kampf um die 200-Euro-Marke

Im Einsteiger- und Mittelklassesegment purzeln die Preise besonders heftig. Am 22. Juli fielen mehrere Displays unter die 200-Euro-Marke. Der Samsung Odyssey G4 (25 Zoll, Full-HD) kostete nur noch 199,99 Euro. Im günstigen 1440p-Segment lag der KTC H27T22C-3 sogar unter 200 Australischen Dollar – ein Preis, der selbst in früheren Sommerschlussverkäufen nicht erreicht wurde.

Noch härter geht es im 1080p-Bereich zu. Basis-Modelle mit hoher Bildwiederholrate kosten mittlerweile unter 100 Euro. Der Samsung S32GF (27 Zoll, 120 Hz) war am 22. Juli für 99,99 Euro zu haben. Zeitgleich lockte der AOC 27G50F2 (180 Hz, IPS) für nur 90 Euro. Auch LG mischt mit: Der 27-Zoll-Curved-UltraGear-Monitor (1440p) fiel am 21. Juli auf 160 Euro – ein Rekordtief für dieses Modell.

OLED und extreme Bildraten erobern den Massenmarkt

Die Marktführer setzen verstärkt auf OLED-Technologie. LG Display gab am 22. Juli bekannt, den Anteil von OLED-Monitoren am großen OLED-Versandportfolio 2026 auf rund 20 Prozent steigern zu wollen – fast eine Verdopplung gegenüber den etwa zehn Prozent im Jahr 2025. Die Strategie zeigt Wirkung: Der ASRock Phantom Gaming (27 Zoll, 1440p, OLED) war am 21. Juli mit 28 Prozent Rabatt für umgerechnet 333 Euro zu haben.

Auch bei extremen Bildwiederholraten tut sich was. Asus kündigte am 21. Juli den ROG Strix XG259QNSR Ace an – ein 24,5-Zoll-Monitor mit 1080p, der per Overclocking 420 Hz erreicht. Philips konterte am 22. Juli mit einem 27-Zoll-Dreifachmodus-Monitor, der bis zu 540 Hz schafft – für umgerechnet 162 Euro. Im 4K-Enthusiasten-Segment senkte Samsung den Preis für den Odyssey G7 (37 Zoll, Curved) am 21. Juli um 300 Euro auf 599,99 Euro.

Neue Modelle und drohende Kostensteigerungen

Der Markt bereitet sich auf weitere Neuheiten vor. Am 24. Juli 2026 bringt MSI den MAG 274QPF X32 (320 Hz, Rapid-IPS) in Japan an den Start. Philips plant für August 2026 den Evnia 32M2N6901A (4K, QD-OLED) zu einem Preis von umgerechnet rund 780 Euro.

Doch trotz der aktuellen Rabatte zeichnen sich Probleme ab. Samsung-Display-Präsident Lee Cheong warnte, dass der Display-Markt in der zweiten Jahreshälfte 2026 unter „Chipflation“ leiden könnte – steigende Halbleiterpreise treiben die Komponentenkosten. Samsung reagiert mit einer Investition von 67 Billionen Won (rund 47 Milliarden Euro) in seine Anlagen in Asan, um Displays der nächsten Generation zu entwickeln, darunter die 8.6G-IT-OLED-Produktionslinie.

Branchenanalysen vom 22. Juli, basierend auf Tests von über 400 Modellen, zeigen: Die Preise fallen derzeit zwar. Doch künftige KI-Funktionen wie dynamische Fadenkreuze oder automatische Schattenaufhellung – etwa in neuen Asus-Modellen – könnten helfen, Premium-Preise langfristig zu stabilisieren.

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