Die Ära der IPS-Panels neigt sich dem Ende zu: Fachleute empfehlen Umstieg auf OLED-Technologie, denn die Preise sinken rasant und neue Monitore mit bis zu 720 Hertz setzen Maßstäbe.
Der Display-Markt erlebt einen grundlegenden Wandel. Branchenbeobachter und Hardware-Tester raten Enthusiasten zunehmend, von klassischen IPS-Panels auf OLED-Technologie umzusteigen. Der Grund: Hochwertige Displays werden deutlich günstiger, während neue Geräte mit extremen Bildwiederholraten auf den Markt kommen. Für deutsche Gamer und Profi-Anwender lohnt sich der Blick auf die aktuellen Entwicklungen.
Sony und ASUS treiben die Grenzen der Bildwiederholrate
Mit dem Sony INZONE M10S II hat der japanische Elektronikkonzern einen neuen Maßstab im Esports-Segment gesetzt. Der 26,5 Zoll große WOLED-Monitor erreicht bei 1440p-Auflösung eine Bildwiederholrate von 540 Hertz – im Dual-Mode sogar bis zu 720 Hertz bei 720p. Die Reaktionszeit liegt bei 0,02 Millisekunden, die Spitzenhelligkeit bei 1.500 Nits. Mit einem Preis von rund 999 Euro positioniert Sony das Gerät als Premium-Lösung für wettbewerbsorientiertes Gaming.
Die Konkurrenz schläft nicht: ASUS hat mit dem ROG Swift OLED PG27AQDPR ein 26,5-Zoll-Modell angekündigt, das dank QD-OLED-Technologie 500 Hertz erreicht. Besonders bemerkenswert: Das Panel verfügt über eine spezielle Kühlung und eine dreijährige Garantie, die auch Burn-in-Schäden abdeckt. Auch MSI mischt mit dem MPG 272QR im 500-Hertz-QHD-Segment mit.
Samsung und LG: Zweikampf mit wachsender Kluft
Hinter dem technologischen Fortschritt steht ein sich verschärfender Wettbewerb der beiden wichtigsten Panel-Hersteller. Samsung Display (SDC) erzielte im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 7,5 Billionen Won – ein Plus von 17,2 Prozent im Jahresvergleich. Der operative Gewinn stieg um 40 Prozent auf 700 Milliarden Won. Um die Marktführerschaft zu sichern, investiert SDC massiv: 4,1 Billionen Won fließen in die Massenproduktion von IT-OLED-Panels der 8.6-Generation.
LG Display (LGD) hinkt derweil hinterher. Der Umsatz stagnierte mit 5,612 Billionen Won nahezu (plus 0,4 Prozent), zudem verbuchte das Unternehmen einen operativen Verlust von 108 Milliarden Won – belastet durch Einmalkosten von 240 Milliarden Won. Die Umsatzlücke zwischen den beiden Herstellern ist auf 1,888 Billionen Won angewachsen, im Vorjahreszeitraum betrug sie noch 813 Milliarden Won.
Preise purzeln: OLED wird erschwinglich
Die gute Nachricht für Verbraucher: OLED-Monitore werden zunehmend erschwinglich. Anfang August 2026 waren 2K-QD-OLED-Modelle von Herstellern wie AOC bereits für umgerechnet rund 320 Euro zu haben. Der Samsung Odyssey OLED G6 kostet etwa 365 Euro. Im 32-Zoll-4K-Segment senkte MSI den Preis für den MAG 321UPXB auf ungefähr 545 Euro.
Diese Preisentwicklung ist bemerkenswert, denn sie findet statt, obwohl Grafikkarten seit Ende 2025 im Schnitt 19 Prozent teurer geworden sind. Die Hersteller reagieren auf die wachsende Nachfrage auch mit geografischer Expansion: MMD Singapore, eine Tochter von TPV, kündigte eine Doppelmarken-Strategie für den indischen Markt an – mit lokaler Fertigung für Philips- und AOC-Gaming-Monitore.
IPS lebt weiter: Die Nischen der alten Technologie
Trotz des Trends bleiben IPS-Panels für bestimmte Einsatzbereiche relevant. Im Jahr 2026 bieten sie weiterhin Vorteile bei anhaltender Helligkeit, Textschärfe für Büroarbeit und im Preis-Leistungs-Verhältnis im 4K-Segment. Wer viel am Schreibtisch arbeitet, könnte also weiterhin zur bewährten Technologie greifen.
LG treibt die IPS-Technik sogar noch weiter: Mit dem UltraGear 25G590B bringt der koreanische Hersteller einen 25-Zoll-Monitor mit 1080p-Auflösung und 1000 Hertz Bildwiederholrate auf den Markt – übertaktbar auf 1100 Hertz. Der Verkaufsstart ist für den 1. September 2026 geplant. Allerdings: Um die volle Leistung abzurufen, sind High-Bandwidth-Anschlüsse wie DisplayPort 2.1 und kompatible Grafikkarten der nächsten Generation nötig.

