Die Kosten für die Zusammenstellung eines Gaming-PCs sind innerhalb eines Jahres weltweit massiv gestiegen. Marktanalysen zufolge kletterten die durchschnittlichen Preise für entsprechende PC-Builds binnen zwölf Monaten um 39 Prozent.
Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung am Beispiel Singapur: Dort stieg der Preis für Gaming-Desktops im zweiten Quartal 2026 auf durchschnittlich 1.860 Singapur-Dollar, nachdem er im Vorjahresquartal noch bei 1.330 Singapur-Dollar gelegen hatte.
Drastischer Preisanstieg bei Kernkomponenten
Die Teuerungsrate erfasst nahezu alle Hardware-Kategorien. Daten des Marktforschers IDC für den Standort Singapur belegen für das zweite Quartal 2026 einen Anstieg der Laptop-Preise um 26 Prozent auf 1.650 Singapur-Dollar.
Desktop-Systeme verteuerten sich um 28 Prozent auf 1.410 Singapur-Dollar, während die Preise für dedizierte Gaming-Laptops um 17 Prozent auf 2.890 Singapur-Dollar anzogen.
Besonders drastisch fallen die Steigerungen bei Speicherkomponenten aus. Die Kosten für 32 Gigabyte DDR5-Arbeitsspeicher stiegen von 195 Singapur-Dollar im August 2025 auf 763 Singapur-Dollar im August 2026. Global betrachtet haben sich die Preise für DDR4-Speicher seit Anfang 2025 etwa verdreifacht, während DDR5-Module eine Verfünffachung des Preises verzeichneten.
Auch bei Massenspeichern setzt sich dieser Trend fort: 1-Terabyte-SSDs verteuerten sich von 149 auf 328 Singapur-Dollar, und die Preise für Festplatten mit 4 Terabyte Kapazität stiegen um 64 Prozent auf 336 Singapur-Dollar.
Im Bereich der Grafikkarten verzeichnete die Nvidia GeForce RTX 5060 (8 Gigabyte) einen Preissprung von 572 auf 824 Singapur-Dollar, was einem Zuwachs von 44 Prozent entspricht.
Nahezu unverändert blieb hingegen das Preisniveau für High-End-Kombinationen aus Intels Ultra 9 285K und entsprechenden Mainboards, die stabil bei etwa 1.318 Singapur-Dollar notierten.
Konsumverzicht und Krise im Einzelhandel
Die hohen Hardwarekosten belasten zunehmend den Markt für Selbstbau-PCs (DIY). Eine Umfrage unter mehr als 1.500 PC-Spielern ergab, dass 60 Prozent der Befragten in den kommenden zwei Jahren keinen Neubau ihres Systems planen. Lediglich ein Viertel der Nutzer beabsichtige eine Neuanschaffung innerhalb der nächsten zwölf Monate. In der Folge verzeichneten Einzelhändler in Singapur bereits Umsatzrückgänge zwischen 20 und 80 Prozent.
Große Hersteller wie Asus und Gigabyte rechnen für das Jahr 2026 mit einem Rückgang der Mainboard-Auslieferungen um mehr als 25 Prozent. In den USA stiegen die durchschnittlichen Verkaufspreise für PCs erstmals auf über 1.000 US-Dollar, was einem Anstieg von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Während das High-End-Segment (über 1.500 US-Dollar) dort um fast 37 Prozent wuchs, brach der Absatz günstiger Geräte unter 699 US-Dollar ein.
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Kapazitätsengpässe und Produktionsverlagerungen als Ursache
Branchenanalysten führen die Preisentwicklung primär auf eine Verknappung der Produktionskapazitäten zurück. Die Fertigung von Arbeitsspeicher (DRAM) wurde zunehmend zugunsten von High Bandwidth Memory (HBM) und Kapazitäten für Rechenzentren verlagert. Der Chiphersteller Phison warnt zudem vor einer mehrjährigen Knappheit bei NAND-Flash-Speichern.
Gleichzeitig erhöhen die Auftragsfertiger ihre Preise. Samsung Foundry hat im Juli 2026 die Wafer-Preise für verschiedene Fertigungsprozesse (Nodes) angehoben. Für Kunden in den USA und China stiegen die Kosten im 4-Nanometer-Verfahren um 10 bis 15 Prozent.
Auch die 5- und 8-Nanometer-Nodes verteuerten sich um bis zu 15 Prozent. Demgegenüber verzeichnete TSMC im August 2026 mit einem Umsatz von 514,81 Milliarden Taiwan-Dollar den vierten Rekordmonat in Folge.
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Marktausblick und regionale Unterschiede
Während der globale Gaming-Umsatz für das Jahr 2026 auf 213,9 Milliarden US-Dollar geschätzt wird, bleiben die hohen Hardwarekosten ein erhebliches Risiko für das PC-Gaming-Segment.
In Europa liegen die Einstiegspreise für Gaming-PCs mit Basiskomponenten wie einem i5-Prozessor und einer RTX 3050 derzeit bei etwa 800 Euro, während leistungsstarke 4K-Systeme mit einer RTX 5070 die Marke von 2.000 Euro erreichen.
Eine Entspannung der Marktsituation wird von Experten erst für das Jahr 2028 erwartet. Für das Jahr 2027 prognostiziert IDC weiterhin ein hohes Preisniveau. Erste Entlastungen im Einstiegssegment könnten durch gezielte Preissenkungen bei älteren Prozessorgenerationen erfolgen, um die gestiegenen Speicherkosten für Systembauer teilweise abzufangen.

