Gaming-PCs: Fertigsysteme mit Radeon RX 9060 XT unter Teilepreis

Steigende Kosten für RAM, SSDs und Grafikkarten machen Komplett-PCs preislich konkurrenzfähig, bringen jedoch mögliche Aufrüstungsnachteile mit sich.

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Auf dem Markt für Gaming-Hardware zeigt sich derzeit eine ungewöhnliche Entwicklung: Mehrere Einzelhändler bieten vorkonfigurierte Komplettsysteme mit aktuellen Grafikkarten zu Preisen an, die unter den reinen Anschaffungskosten der verbauten Einzelkomponenten liegen.

Wie Fachmedien in Berichten vom 23. Oktober 2026 schildern, führt die anhaltende Teuerung bei Einzelteilen dazu, dass Fertig-PCs im direkten Vergleich für viele Käufer wirtschaftlich attraktiver werden.

Stark rabattierte Komplettsysteme im Handel

Ein deutliches Beispiel liefert der US-Händler Micro Center. Dort wird das System PowerSpec G538 nach einer Preissenkung um 35 Prozent für 1.099,99 US-Dollar statt regulär 1.699,99 US-Dollar angeboten.

Der am 22. Oktober 2026 bestätigte Preis gilt ausschließlich bei Abholung im Geschäft, ein Versand wird nicht angeboten. Ausgestattet ist der Rechner mit einem AMD Ryzen 5 7500X3D mit 3D V-Cache, einer Radeon RX 9060 XT mit 16 Gigabyte GDDR6-Speicher, 16 Gigabyte DDR5-6000-Arbeitsspeicher sowie einer ein Terabyte großen NVMe-SSD auf einem MSI-Mainboard.

Laut Wccftech würden allein Prozessor, Grafikkarte und SSD im Einzelkauf zusammen über 1.100 US-Dollar kosten, wobei der Wert der verbauten Grafikkarte auf 600 bis 700 US-Dollar beziffert wird. Ein Eigenbau sei zu diesem Gesamtpreis derzeit kaum realisierbar.

Auch im oberen Preissegment finden sich entsprechende Angebote. Bei Newegg wird der Gaming-PC ABS Stratos II Ruby mit einem Nachlass von 450 US-Dollar für 2.549,99 US-Dollar gelistet.

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Laut Tom’s Hardware handelt es sich um das derzeit günstigste Komplettsystem mit einer Nvidia GeForce RTX 5070 Ti bei diesem Händler. Das auf 4K-Gaming ausgelegte System kombiniert die 16-Gigabyte-Grafikkarte mit einem AMD Ryzen 7 9800X3D, 32 Gigabyte DDR5-Arbeitsspeicher, einer zwei Terabyte großen SSD sowie einer 240-Millimeter-Wasserkühlung.

Explodierende Einzelteilpreise begünstigen Fertigrechner

Ursächlich für diese Verschiebung ist die Kostenentwicklung im Einzelkomponentenmarkt. Einer Analyse von Bright und Tweakers zufolge, über die am 22. Oktober 2026 berichtet wurde, verteuerten sich Selbstbau-Systeme basierend auf sechs Konfigurationen im Schnitt um 51 Prozent beziehungsweise rund 798 Euro.

Bei High-End-Konfigurationen belaufe sich der Aufpreis gegenüber dem Vorjahr teils auf 1.000 bis 1.500 Euro. Haupttreiber seien Preissteigerungen bei Arbeitsspeicher um 321 Prozent, bei SSDs um 121 Prozent sowie bei Grafikkarten um 39 Prozent, während Prozessorpreise stabil blieben.

Fertig-PC-Anbieter geben diese gestiegenen Einkaufspreise laut einem Bericht von How-To Geek teils noch nicht vollständig an die Endkunden weiter. Zudem versuchen Händler mit Einstiegs- und Mittelklasse-Angeboten neue Segmente zu bedienen. So vertreibt Best Buy das Modell iBuypower Slate mit einem Intel Core Ultra 5 225F und einer Intel Arc B570 mit 10 Gigabyte VRAM für 899 US-Dollar, die laut Berichten mit Nvidias RTX 3060 konkurriert.

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Technische Einschränkungen bei Fertig-PCs beachten

Branchenbeobachter verweisen allerdings darauf, dass Komplettsysteme nicht in jedem Fall überlegen sind. Zwar bieten Fertig-PCs den Vorteil einer Garantie aus einer Hand und sofortiger Einsatzbereitschaft, doch müssen Käufer häufig technische Kompromisse eingehen.

Dazu zählen kompakte oder proprietäre Mainboards sowie Netzteile mit geringen Leistungsreserven, die spätere Aufrüstungen erschweren. Zudem sei im BIOS ab Werk teils das XMP-Profil deaktiviert, wodurch schneller Arbeitsspeicher unterhalb seiner Spezifikation betrieben werde, oder Optionen zur Übertaktung seien herstellerseitig gesperrt.