Garmin-Solaruhren: MIP-Technik ermöglicht bis zu 1.000 Stunden GPS

MIP bleibt wegen seiner Solarleistung im Garmin-Sortiment; AMOLED erreicht bei GPS und Expedition weiterhin kürzere Laufzeiten.

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Die Ausdauerlücke zwischen AMOLED- und Memory-in-Pixel-Bildschirmen hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verringert, eine vollständige Konvergenz bei den Akkulaufzeiten ist jedoch noch nicht erreicht.

Wie Brad Trenkle, Chief Operating Officer von Garmin, laut einem Bericht vom 4. November 2026 darlegte, bleibt die transflektive MIP-Technologie deshalb bis auf Weiteres ein fester Bestandteil des unternehmenseigenen Produktportfolios. Ein vollständiger Abschied von MIP sei erst dann denkbar, wenn AMOLED bei den realen Laufzeiten vollständig gleichgezogen habe.

Deutliche Effizienzgewinne bei modernen AMOLED-Panels

Garmin setzte erstmals im Jahr 2019 bei der Venu auf ein OLED-Display. Es folgten die Epix Gen 2 Ende 2022 sowie der Forerunner 965 im Jahr 2023. Aktuelle Spitzenmodelle wie die OLED-Variante der Fenix 9 Pro erreichen mittlerweile Spitzenhelligkeiten von bis zu 3.000 Nits. Bei der reinen Smartwatch-Nutzung ohne permanente Sonneneinstrahlung begegnen sich die Technologien inzwischen fast auf Augenhöhe.

So erreicht die Fenix 9 Pro in der 51-Millimeter-Ausführung mit AMOLED-Display eine Laufzeit von 31 Tagen im Smartwatch-Modus, während die Ausführung mit MIP und Solarladefunktion im reinen Akkubetrieb auf 30 Tage kommt. Sobald jedoch stromhungrigere Betriebsmodi oder Solarenergie hinzukommen, verschieben sich die Relationen spürbar.

Im Expeditionsmodus steht die AMOLED-Variante mit 31 Tagen einem Wert von 42 Tagen bei MIP gegenüber. Beim maximalen GPS-Betrieb erreicht das AMOLED-Modell 151 Stunden, die MIP-Variante ohne Solarunterstützung hingegen 186 Stunden.

Solarladung sichert MIP-Panels signifikante Vorteile

Der entscheidende Vorteil der MIP-Technologie liegt weiterhin in der Kombination mit Solartechnik, wie sie in Geräten wie der Fenix 9 Pro Solar oder der Instinct 3 Solar zum Einsatz kommt.

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Unter optimalen Lichtbedingungen – definiert als drei Stunden pro Tag bei 50.000 Lux – steigt die Laufzeit der Fenix 9 Pro 51 mm im Smartwatch-Modus von 30 auf 57 Tage. Im Expeditionsmodus sind bis zu 124 Tage möglich, und die maximale GPS-Laufzeit erhöht sich rechnerisch auf bis zu 1.000 Stunden.

Noch deutlichere Werte liefert die Enduro 4 mit MIP-Solar-Ausstattung, die im Smartwatch-Modus bis zu 36 Tage und mit Solarladung bis zu 90 Tage erreicht. Bei bestimmten Modellen der Instinct-Reihe ermöglicht die Technologie bei ausreichender Sonneneinstrahlung sogar einen unbegrenzten Betrieb.

Demgegenüber bringt der Aufbau der Solarmodelle auch konstruktive Nachteile mit sich. Bei einer Gehäusegröße von 47 Millimetern sind die Solarausführungen mit 15,8 Millimetern messbar dicker als die AMOLED-Pendants mit 13,8 Millimetern.

Zudem fällt der sichtbare Bildschirmbereich mit 1,4 Zoll und einer Auflösung von 280 mal 280 Pixeln kleiner aus als das 1,5 Zoll große Display der AMOLED-Version mit 466 mal 466 Pixeln.

Herausforderungen bei der Kombination von OLED und Solar

Eine direkte Integration von Photovoltaikschichten über aktiven organischen Leuchtdioden gestaltet sich technisch anspruchsvoll. Eine Solarschicht direkt über dem Panel würde das Display spürbar abdunkeln, während amorphes Silizium zudem organische Displaymaterialien schädigen kann.

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Als möglicher Lösungsansatz gilt die Platzierung von Solarzellen aus kristallinem Silizium als Ring um das Display herum. Garmin hat bislang jedoch kein Produkt angekündigt, das AMOLED mit Solarladung kombiniert.

Für den Verbleib der MIP-Technologie sprechen nicht zuletzt die Vorlieben der Stammkundschaft: Laut einer Umfrage unter mehr als 1.100 Garmin-Nutzern gab rund ein Drittel der Befragten an, bei einer vollständigen Abkehr von MIP zu einer anderen Marke wechseln zu wollen.