Gartner BOAT 2026: Appian und UiPath führen KI-Orchestrierung an

Gartner sieht Appian, UiPath und Pegasystems an der Spitze der Business-Orchestrierung. Zugleich wächst der Bedarf an Governance für KI-Agenten.

Führende Anbieter von Unternehmenssoftware erweitern derzeit ihre Fähigkeiten zur agentischen Orchestrierung, um komplexe Geschäftsprozesse über hunderte von Systemen hinweg zu automatisieren. Aktuelle Branchenanalysen und Marktberichte im September 2026 zeigen einen deutlichen Trend hin zu konsolidierten Plattformen, die KI-Agenten in deterministische Workflows einbetten und zentral steuern.

Gartner-Bericht hebt Marktführer für Business-Orchestrierung hervor

In seinem Bericht über „Critical Capabilities for Business Orchestration and Automation Technologies“ (BOAT) für das Jahr 2026 identifizierten Analysten von Gartner wesentliche Akteure im Markt. Demnach belegt Appian den ersten Platz in den Anwendungsfällen für deterministische Workflow-Automatisierung sowie Plattformkonsolidierung.

Das Unternehmen wurde zudem erneut als Leader im Magic Quadrant für BOAT eingestuft. Nach eigenen Angaben erreichte Appian als einziger Anbieter eine Platzierung unter den Top 3 in allen fünf untersuchten Use Cases und erzielte die höchste Punktzahl im Bereich Platform Operations and Governance.

Auch UiPath wurde als Leader im Magic Quadrant für BOAT 2026 anerkannt. Die Strategie des Unternehmens stützt sich auf drei Säulen: eine Prozess-Autorität für agentische Entscheidungen, ein offenes Ökosystem zur Einbindung von APIs und Legacy-Systemen sowie eine umfassende Governance mit Audit-Möglichkeiten.

Pegasystems sicherte sich das zweite Jahr in Folge eine Leader-Position und erreichte die höchste Bewertung für die Ausführungsfähigkeit (Ability to Execute).

Marktforscher von Gartner prognostizieren, dass bis zum Jahr 2030 rund 70 % der Unternehmen auf eine konsolidierte Automatisierungsplattform setzen werden, während dieser Anteil derzeit bei 10 % liegt. Bis 2028 wird erwartet, dass ein durchschnittliches Fortune-500-Unternehmen mehr als 150.000 KI-Agenten im Einsatz hat.

Fokus auf Governance und Agent-Control-Planes

Mit der steigenden Anzahl an autonomen Systemen rückt die Kontrolle in den Fokus. Laut Gartner halten derzeit nur 13 % der Organisationen ihre Governance für KI-Agenten für ausreichend. Als Reaktion darauf haben Anbieter wie WSO2 den „WSO2 Agent Manager“ allgemein verfügbar gemacht. Dabei handelt es sich um eine quelloffene Control Plane unter Apache-2.0-Lizenz, die eine Steuerung der Agentenlogik unabhängig vom gewählten Framework ermöglicht.

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Boomi stellte auf seinem World Forum in Singapur eine „Agentic Control Plane“ vor, die auf der Akquisition von Lunar.dev basiert. Diese Schicht soll als Sicherheitsinstanz fungieren, um sensible Inhalte in Prompts zu erkennen und zu bereinigen.

Auch das Startup TrueFoundry wurde für seine Architektur ausgezeichnet, die laut Berichten täglich über eine Billion Tokens verarbeitet und eine anbieterneutrale Governance-Ebene zwischen Modellen und Anwendungen einzieht.

Technologische Fortschritte durch neue Frameworks und Konnektoren

Im Bereich der Infrastruktur veröffentlichte Google mit „AX“ einen quelloffenen deklarativen Orchestrator. Dieser ist darauf ausgelegt, Milliarden von Tasks pro Cluster innerhalb von Kubernetes-Umgebungen zu bewältigen. Das Projekt befindet sich jedoch noch in einem frühen Stadium, weshalb Entwickler vor möglichen Änderungen an den Kernspezifikationen warnen.

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Das Unternehmen Pave kündigte Konnektoren und Workflows für die agentische Orchestrierung über mehr als 350 Software-Tools an, darunter Salesforce, Microsoft 365 und Slack. Die Workflows lassen sich ereignisgesteuert ausführen und nutzen bestehende Datenzugriffsregeln der Unternehmen.

LittleHorse Enterprises wiederum brachte die Version 1.3 seines „Saddle Command Center“ auf den Markt, eine Business-as-Code-Plattform, die eine schnellere Erstellung von KI-Agenten in Sprachen wie Java, Python oder Go ermöglichen soll.

Effizienzsteigerungen in Vertrieb und Betrieb

Spezialisierte Anwendungen zeigen bereits konkrete Ergebnisse in der Praxis. Outreach wurde von IDC als Leader für Unified Revenue Orchestration Platforms eingestuft, nachdem das Unternehmen innerhalb von zwölf Monaten rund 40 agentische Funktionen eingeführt hatte. Nithya Lakshmanan, CPO von Outreach, betonte in diesem Zusammenhang, dass Vertriebsteams keine KI benötigen, die nur analysiert, sondern eine, welche die Arbeit aktiv vorantreibt.

Business Core Solutions (BCS) meldete eine Anerkennung für seine Plattform Symphony als Partner-Erweiterung für SAP Cloud ALM. Durch die Integration von Monitoring und automatisierter Reaktion konnten Kunden laut BCS den manuellen Aufwand um bis zu 85 % und Korrekturmaßnahmen um 50 % bis 70 % reduzieren.

Ein Anwendungsbeispiel ist die IDoc-Verarbeitung, bei der transiente Fehler automatisch behoben werden, während komplexe Datenprobleme gezielt an menschliche Mitarbeiter delegiert werden. Eine Sprecherin von MagMutual gab zudem an, dass durch die Einbettung von KI-Agenten Prozesszyklen von Wochen auf Minuten verkürzt werden konnten.