Der Hardware-Hersteller Supermicro hat Ende August die Markteinführung seiner neuen GB300-Workstation bekannt gegeben, die auf der Blackwell-Ultra-Architektur von Nvidia basiert. Mit einem Listenpreis von knapp 93.000 US-Dollar richtet sich das System an professionelle Anwender im Bereich der künstlichen Intelligenz und markiert eine deutliche preisliche Abgrenzung zu bisherigen High-End-Lösungen.
Das Modell mit der Bezeichnung ARS-511GD-NB-LCC-01-G2 wird laut Branchenberichten für 92.887,47 US-Dollar vor Steuern und Versandkosten angeboten. Damit ist die Workstation etwa siebenmal teurer als ein Mac Studio M5 Ultra, dessen Preis bei 12.299 US-Dollar liegt.
Für Neukunden gewährt Supermicro einen Rabatt von drei Prozent, wodurch sich der Anschaffungspreis auf 90.101,05 US-Dollar reduziert. In internationalen Märkten wird das System für umgerechnet etwa 7,4 Millionen Rubel oder 1,5 Milliarden indonesische Rupiah gelistet.
Technische Spezifikationen und Rechenleistung
Die GB300-Workstation ist mit einer Nvidia Grace Blackwell Ultra CPU-GPU-Kombination ausgestattet. Das System verfügt über eine 72-Kern-Grace-CPU und bietet eine Gesamtspeicherkapazität von 748 Gigabyte.
Davon entfallen 496 Gigabyte auf den Hauptspeicher der CPU und 252 Gigabyte auf den schnellen HBM3e-Speicher der GPU. Die Rechenleistung wird mit bis zu 20 PFLOPS bei FP4-Präzision angegeben.
Parallel dazu hat der Wettbewerber MSI die Workstation XpertStation WS300 angekündigt, die nahezu identische technische Eckdaten aufweist. Das MSI-System nutzt ebenfalls die Grace-CPU mit 72 Kernen und die Blackwell-Ultra-GPU für die Entwicklung von KI-Modellen mit bis zu einer Billion Parametern.
Während MSI die Verfügbarkeit über Distributoren wie ASI, D&H und Newegg bereits bestätigt hat, wurden hierzu noch keine konkreten Preise veröffentlicht. Die MSI-Workstation ist für lokale Inferenz, Fine-Tuning und Enterprise-AI-Anwendungen konzipiert und verfügt über duale 400GbE-Schnittstellen.
Integration in Unternehmensinfrastrukturen
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Im Rahmen einer erweiterten Partnerschaft wird die Hardware von Supermicro künftig in die „Secure AI Factory“ von Cisco integriert. Diese Kooperation umfasst luft- und flüssigkeitsgekühlte Racksysteme, die auf Architekturen wie MGX und HGX B300 basieren. Die Verfügbarkeit dieser gemeinsamen Lösungen ist für Oktober geplant. Für das vierte Quartal 2026 stellt Cisco zudem eine Cloud-Steuerung für diese Systeme in Aussicht.
Nvidia selbst befindet sich derzeit in der Massenproduktion der B300-GPU (Blackwell Ultra). Die Komponente bietet eine Bandbreite von 8 TB/s und erreicht bei FP4 eine Leistung von 15.000 TFLOPS. CEO Jensen Huang bestätigte zudem, dass die Arm-basierte Vera-CPU nun in voller Produktion sei und an Kunden ausgeliefert werde. Diese ist Bestandteil der GB300 NVL72-Plattform, die für große Rechenzentren konzipiert wurde.
Marktentwicklung und wirtschaftliches Umfeld
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Marktforscher von TrendForce gehen davon aus, dass die Nachfrage nach GB300-Racksystemen die Lieferzahlen bis in die erste Jahreshälfte 2027 antreiben wird.
Für das Jahr 2027 wird ein kombinierter Produktionswert der Systeme GB300, VR200 und VR300 von über 710 Milliarden US-Dollar prognostiziert, was einem Wachstum von 214 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche. Dabei wird erwartet, dass der Anteil der Cloud-Service-Provider am Gesamtabsatz leicht sinkt.
Wirtschaftlich zeigten sich die beteiligten Unternehmen zuletzt stabil, wenngleich Supermicro mit Herausforderungen konfrontiert ist. Das Unternehmen meldete für das vierte Quartal einen Umsatz von 11,1 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 91 Prozent entspricht.
Allerdings geriet die Aktie zuletzt unter Druck, da Ermittlungen wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten beim Export von Grafikprozessoren nach China im Raum stehen. Cisco hingegen verzeichnete im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von 17,3 Milliarden US-Dollar und blickt positiv auf das kommende Geschäftsjahr mit einer Umsatzprognose von bis zu 73,4 Milliarden US-Dollar.

