Micron hat seine 2-GB-GDDR7-Speichermodule als „End of Life“ eingestuft und die Produktion der Bausteine überraschend eingestellt. Die Chips stecken in mehreren aktuellen Grafikkarten der nächsten Generation. Die Entscheidung trifft einen Markt, der ohnehin unter Engpässen leidet.
Die betroffenen Module verschwanden am 22. September aus dem offiziellen Produktkatalog des Herstellers. Übrig bleiben nur die dichteren 3-GB-Varianten des GDDR7-Standards. Für Käufer und Boardpartner heißt das: Ein zweiter Lieferant fällt weg.
Zwei Varianten betroffen
Die Einstellung betrifft zwei 16-Gb-Module (2 GB): den Baustein mit 28 Gbps (MT68A512M32DF-28:A) und die schnellere 32-Gbps-Version (MT68A512M32DF-32:A). Beide Seiten, die zuvor diesen Chips gewidmet waren, liefern in der Produktdatenbank keine Treffer mehr oder sind mit einem Endstatus markiert.
Microns Engagement im GDDR7-Geschäft war ohnehin kurz. 2024 begann das Unternehmen mit dem Sampling der Technik, in die aktive Lieferkette für die GeForce-RTX-50-Serie stieg es erst Mitte 2025 ein. Im Handel tauchten die Chips erstmals im Februar dieses Jahres auf – auf mobilen Modellen und Mittelklasse-Karten wie der GeForce RTX 5060.
Ein Lieferant weniger im engen Markt
Damit rücken NVIDIA und andere Hardware-Partner stärker auf Samsung und SK Hynix als Quelle für 2-GB-GDDR7-Module. Micron war zwar nicht der Hauptlieferant der aktuellen Gaming-GPU-Generation. Doch sein Ausstieg entfernt eine wichtige zweite Bezugsquelle in einem Speichermarkt, der bereits knapp ist.
Der Schritt passt zu einer größeren strategischen Neuausrichtung. Anfang des Jahres signalisierte Micron den Wechsel zu margenstarken Produkten für Künstliche Intelligenz und Rechenzentren. Eine offizielle Begründung für den schnellen Rückzug aus dem Consumer-Segment blieb bislang aus.
Micron hat seine 2-GB-GDDR7-Module überraschend als „End of Life“ eingestuft — ein Lieferant weniger in einem ohnehin knappen Speichermarkt. Wer jetzt eine Karte kaufen will, braucht den Überblick, welche Modelle noch verfügbar sind und welche Preise realistisch bleiben. Jetzt kostenlosen GPU-Report anfordern
3 GB als neuer Standard – mit Haken
Ohne die 2-GB-Teile konzentriert sich Microns GDDR7-Portfolio nun auf 24-Gb-Module (3 GB). Diese dichteren Chips stecken derzeit in professionellen Blackwell-Workstations und High-End-Laptop-GPUs wie der mobilen GeForce RTX 5090.
3-GB-Module erlauben ungewöhnliche Speicherkonfigurationen – etwa 12 GB oder 24 GB VRAM an schmaleren Speicherbussen. Für bestehende Desktop-Designs bringen sie jedoch Probleme: Sie sind teurer in der Herstellung und passen nicht sauber auf die Speicherbusse der meisten Mittelklasse-Karten. Ein schneller Ersatz der 2-GB-Module im Consumer-Markt ist deshalb unwahrscheinlich.
Ausblick: 4 GB und 6 GB in Sicht
Die Branche bereitet sich bereits auf höhere Dichten vor. Fahrpläne sehen 4-GB- und 6-GB-GDDR7-Chips in Entwicklung, mit erwarteten Marktstarts 2027 und 2028. Diese Bausteine sind auf kommende GPU-Architekturen zugeschnitten – etwa die gerüchteweise geplante NVIDIA-Reihe Rubin.
Die 3-GB-GDDR7-Module sind teurer und passen nicht sauber auf die Speicherbusse der meisten Mittelklasse-Karten — ein schneller Ersatz der 2-GB-Teile ist unwahrscheinlich. Wer vor der Neuanschaffung steht, sollte wissen, welche Konfigurationen jetzt noch sinnvoll sind und wann sich Warten lohnt. Kauf-Timing-Guide jetzt sichern
Bis dahin werden Grafikkartenhersteller 2-GB-Module wohl weiter bei der Konkurrenz einkaufen. Berichte von Board-Partnern deuten auf stark schwankende Preise für Hochleistungsspeicher hin, befeuert durch die Nachfrage nach ähnlichen DRAM-Technologien im KI-Server-Sektor.
Microns Rückzug aus dieser Nische dürfte die Produktion stärker auf die nachfragestarken Märkte ausrichten – und den verbleibenden Speicherlieferanten zusätzlichen Druck auferlegen.

