Primate Labs hat den Branchenstandard für Leistungstests grundlegend überarbeitet. Die neue Version setzt auf KI-Workloads und verändert die Bewertung von Mehrkernprozessoren.
Am 23. Juli 2026 veröffentlichte der Entwickler die siebte Generation seiner plattformübergreifenden Benchmark-Software. Geekbench 7 stellt die tiefgreifendste Überarbeitung seit Jahren dar – mit einem klaren Fokus auf maschinelles Lernen, künstliche Intelligenz und Content-Erstellung.
Neues Mehrkern-Konzept
Die wichtigste strukturelle Änderung betrifft den Multi-Core-Test. Anders als in früheren Versionen enthält Geekbench 7 nur noch Workloads, die in der Praxis tatsächlich von mehreren Kernen profitieren. Aufgaben wie HTML5-Browser-Tests, die typischerweise nicht parallelisiert werden, fliegen aus der Mehrkernbewertung heraus. Das Ergebnis: eine realistischere Abbildung professioneller Software-Leistung.
Als neuen Referenzpunkt legte Primate Labs den AMD Ryzen 7 7700 fest – er erhält 2500 Punkte. Der CPU-Benchmark integriert zudem mehrere neue Workloads, die aktuelle Softwaretrends widerspiegeln:
- AV1-Encoding für Videoverarbeitung
- Opus Audio für moderne Audiokompression
- Whisper-Spracherkennung für KI-gestützte Live-Transkription
- Jolt Physics für Echtzeit-Simulationen in Spielen
Erste Ergebnisse zeigen deutliche Leistungsunterschiede zwischen den Architekturen. Der Apple M5-Chip erreichte im Single-Core-Test 3.753 Punkte, während der Ryzen AI Max+ 395 im Multi-Core-Benchmark auf 27.412 Punkte kam.
GPU-Tests mit nativer CUDA-Unterstützung
Erstmals unterstützt Geekbench 7 native CUDA-Berechnungen für Nvidia-Grafikkarten. Erste Tests zeigen enorme Leistungssprünge: Eine RTX 4070 erzielte im CUDA-Modus 236.094 Punkte – deutlich mehr als die 163.749 Punkte im OpenCL-Test.
Der GPU-Suite-Schwerpunkt liegt auf maschinellem Lernen und digitaler Medienverarbeitung. Neue Tests umfassen KI-basierte Bildskalierung, Gesichtsverfolgung, Hintergrundunschärfe für Videokonferenzen und RAW-Bildverarbeitung. Auch anspruchsvolle Grafikfeatures wie Path Tracing und Flüssigkeitssimulation gehören nun zum Standardrepertoire.
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In einem bemerkenswerten Testlauf gelang es Forschern am 23. Juli, eine CUDA-basierte Flüssigkeitssimulation auf einem Apple M3 Pro auszuführen – mithilfe einer speziellen Konvertierungspipeline. Das Ergebnis: eine nahezu zehnfache Geschwindigkeitssteigerung gegenüber CPU-basierter Berechnung.
Neue Maßstäbe, neue Zahlen
Wichtig für alle Nutzer: Geekbench-7-Ergebnisse sind mit denen von Geekbench 6 nicht vergleichbar. Die grundlegend veränderten Workloads und die neue Basislinie machen einen direkten Vergleich unmöglich. Ein M4 iPad Pro etwa fiel von 3.719 Punkten (Single-Core, Geekbench 6) auf 3.197 Punkte im neuen Test.
Für Geräte mit größeren Arbeitsspeichern hat Primate Labs die Datensätze für Dateikompression und PDF-Anzeige vergrößert. Die Software ist ab sofort für Windows, macOS, Linux, iOS und Android verfügbar. Für den privaten Gebrauch bleibt sie kostenlos; die Pro-Version gibt es bis zum 6. August 2026 mit 20 Prozent Rabatt.
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Hardware-Leaks begleiten den Start
Der Launch fällt mit mehreren spektakulären Hardware-Funden zusammen. Bereits am 22. Juli 2026 wurde ein AMD Zen 6 „Medusa Point“-APU in der Geekbench-Datenbank gesichtet – mit 3.329 Punkten im Single-Core-Test. Der Zehnkern-Chip, offenbar Teil der Ryzen AI 500-Serie, zeigt eine Leistungssteigerung von rund 35 Prozent gegenüber der Vorgängergeneration.
Einen Tag später tauchte das kommende Redmi Note 17 in den Benchmark-Listen auf, ausgestattet mit einem Snapdragon 4 Gen 4-Prozessor. Branchenkreisen zufolge soll das Gerät am 6. August in Indien auf den Markt kommen.
Auch die Entwickler-Community bewegt sich: Am 21. Juli kündigte Unity auf einer Konferenz in Seoul Unity 7 an. Die neue Engine verspricht deutlich schnellere Shader-Kompilierung und tritt gegen Unreal Engine 6 an, die Mitte Juni vorgestellt wurde. Diese Fortschritte in den Software-Engines passen perfekt zu den anspruchsvolleren Grafik- und Physik-Workloads des neuen Geekbench.

