Gefälschte Gaming-Apps: Weedhack und Vidar-Malware im Umlauf

Sicherheitsforscher melden tausende Fake-Downloads für Spiele und KI-Projekte, die Passwörter, Cookies sowie Krypto-Wallets ausspähen.

Sicherheitsanalysten beobachten derzeit eine verstärkte Aktivität von Plattformen, die unter dem Anschein seriöser Anwendungen für Sport oder Systemsicherheit agieren, um Nutzern schadhafte Software unterzuschieben. Diese Plattformen nutzen das Vertrauen in bekannte App-Kategorien aus, um Infostealer und andere Malware-Typen zu verbreiten, die sensible Nutzerdaten wie Passwörter, Sitzung-Cookies und Krypto-Wallets ins Visier nehmen.

Gezielte Täuschung im Gaming-Sektor

Ein Schwerpunkt der aktuellen Angriffe liegt auf der Gaming-Community. Sicherheitsforscher von McAfee identifizierten in diesem Zusammenhang rund 6.300 blockierte Zugriffe auf gefälschte Minecraft-Client-Seiten. Dabei verbreitete Malware mit der Bezeichnung Weedhack zielt darauf ab, Daten zu entwenden und Sicherheitsmechanismen wie den Microsoft Defender zu umgehen.

Gefälschte Versionen bekannter Tools wie dem Glazed Client oder dem Radium Client tauchten dabei in den Ergebnissen gängiger Suchmaschinen wie Google, Bing und DuckDuckGo auf. Dies markiert nach einer ähnlichen Kampagne im Juni bereits den zweiten größeren Fall dieser Art im laufenden Jahr.

Parallel dazu warnt Malwarebytes vor einer Datei namens gta6_installer.exe. Da für das Spiel Grand Theft Auto VI derzeit keine offizielle Demoversion existiert, handelt es sich bei dem lediglich 1,1 MB großen Download um den sogenannten Vidar Infostealer. Das Programm ist darauf spezialisiert, Passwörter, Browser-Daten und FTP-Zugänge auszuspähen.

Besonders kritisch bewerten Experten den Diebstahl von Session-Cookies, da Angreifer damit die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) umgehen können. Betroffenen wird geraten, nach einer Ausführung umgehend sämtliche Zugangsdaten zu ändern und aktive Sitzungen abzumelden.

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Zudem berichtet Bitdefender über eine Kampagne, die sich gezielt an junge Spieler von Roblox richtet. Ein vermeintlicher Cheat namens Xeno verbreitet über Foren und Discord-Server Malware, die Tastatureingaben und Webcam-Bilder erfassen sowie eine Fernsteuerung des infizierten Systems ermöglichen kann.

Manipulationen im Bereich Künstliche Intelligenz und Entwicklung

Neben Spielern sind auch Entwickler und Nutzer von KI-Anwendungen betroffen. SlowMist meldete ein gefälschtes GitHub-Repository für das KI-Modell Qwen 3.8 27B. Während das Originalmodell eine Größe von über 16 GB aufweist, wird die Fälschung als lediglich 487 KB großes ZIP-Archiv angeboten.

Diese Datei enthält die StealC-Malware, die Browser-Credentials und Informationen zu Krypto-Wallets entwendet. Die Hintermänner nutzen dabei die Polygon-Blockchain für ihre Backup-Server.

Laut den Analysten ist dies Teil einer umfassenden FakeGit-Kampagne, die seit März 2025 rund 7.600 Repositories umfasst und bereits 14 Millionen Downloads verzeichnete, darunter über 800 Imitationen von KI-Projekten.

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Bewertung neuer Distributions-Domains

Die Analyse neuer Plattformen wie 8999app.net unterstreicht die Notwendigkeit zur Vorsicht. Gridinsoft bewertete die erst vor vier Monaten registrierte Domain mit einem Vertrauenswert von 54 von 100 Punkten.

Zwar wurden bisher keine direkten Malware-Funde gemeldet und die Seite verfügt über ein gültiges SSL-Zertifikat, jedoch mahnen die Experten aufgrund generischer Inhalte und der kurzen Registrierungsdauer zur Zurückhaltung beim Download von Inhalten über solche Portale.