Die GeForce RTX 5090 von Nvidia wird knapp – und teuer. Statt in den regulären Einzelhandel zu fließen, landet ein Großteil des verfügbaren Angebots offenbar in KI-Infrastruktur.
Parallel zeigen aktuelle technische Tests, dass die Karte unter Last mit neuen DLSS-5-Anwendungen deutlich mehr Strom zieht als bislang bekannt – mit Spitzenwerten, die nahe an die Spezifikationsgrenzen des Stromanschlusses heranreichen. Das geht aus einem Bericht von archynewsy.com hervor.
Enterprise-Nachfrage saugt das Angebot ab
Laut dem Bericht sind knappe Bestände und stark gestiegene Preise der RTX 5090 auf mehrere Faktoren zurückzuführen: hohe Nachfrage aus dem Enterprise- und KI-Sektor, gestiegene Kosten für Speicherchips sowie begrenzte Waferzuteilungen bei TSMC. Diese Gemengelage sorgt dafür, dass Gaming-Kunden zunehmend leer ausgehen.
Wie shattered.io berichtete, waren bei Amazon und Newegg bereits Mitte September RTX-5090-Angebote nahezu vollständig ausverkauft, was auch PC Gamer wenige Tage später für große US-Händler bestätigte. Vereinzelt verbliebene Marketplace-Angebote erreichten drastische Preisniveaus: Amazon ab 6.395 Dollar, Newegg bis 8.699 Dollar, das höchste gemeldete Angebot lag bei 9.500 Dollar.
Gegenüber Nvidias ursprünglicher UVP von 1.999 Dollar entspricht das einem Aufschlag von rund 375 Prozent. Eine Filiale von Micro Center hatte laut dem Bericht noch eine Karte für rund 4.299 Dollar im Angebot. Ob Nvidia gezielt Chips vom Gaming- in den KI-Markt umverteilt, sei laut shattered.io nicht direkt bestätigt.
Auch der ungarische Hírnavigátor verweist unter Berufung auf Prohardver darauf, dass trotz hoher Produktionszahlen viele Karten offenbar nicht in die Geschäfte gelangten. Der unerwartete Preissprung im September habe demnach selbst Grafikkartenhersteller überrascht, die vorerst nicht wüssten, wie sie darauf reagieren sollen.
Ein konkretes Beispiel für die Knappheit lieferte Walmart während der GeForce Week: Die MSI GeForce RTX 5090 Gaming Trio OC – ausgestattet mit 32 GB GDDR7, 21.760 CUDA-Kernen, Boost-Takt bis 2.482 MHz und einer Leistungsaufnahme von 575 Watt – wurde für 4.299,99 US-Dollar angeboten und war rasch ausverkauft. Das entspricht laut playground.ru einem Aufschlag von 2.300,99 US-Dollar beziehungsweise rund 115 Prozent gegenüber Nvidias Startpreis.
Vor dem Ausverkauf lag die Karte demnach in den Warenkörben von rund 10.000 Käufern. Ein in derselben Aktion angebotener Gaming-PC mit RTX 5080 kostete 2.299 Dollar und war ebenfalls schnell ausverkauft.
Neue Spitzenwerte beim Stromverbrauch
Parallel zur Marktknappheit rücken technische Tests die Leistungsaufnahme der RTX 5090 in den Fokus. Laut archynewsy.com erreichte die Karte unter DLSS-5-Last eine Spitzenleistungsaufnahme von 646,7 Watt über den 16-Pin-Anschluss.
Detailliertere Messungen von overclockers.ru bestätigen diesen Trend: Laut HWiNFO stieg die durchschnittliche Leistungsaufnahme der RTX 5090 FE von 509,2 auf 575,1 Watt, während PCAT einen durchschnittlichen Gesamtverbrauch von 593,9 Watt und eine Spitze von 658,0 Watt maß.
Die RTX 5090 ist kaum noch zu bekommen, und unter DLSS-5-Last zieht sie über den 16-Pin-Anschluss im Schnitt 582,7 Watt, in der Spitze 646,7 Watt — das PCI-SIG-Auslegungsmaximum liegt bei 662 Watt. Wer die Karte betreibt oder kaufen will, braucht klare Regeln für Netzteil, Kabel und Temperatur. Kostenlosen Leitfaden zur RTX 5090 anfordern
Über den 16-Pin-Anschluss wurden im Schnitt 582,7 Watt und in der Spitze 646,7 Watt mit DLSS 5 registriert, gegenüber 516,5 beziehungsweise 571,7 Watt ohne DLSS 5. Zum Vergleich: Das von PCI-SIG definierte Auslegungsmaximum liegt bei 662 Watt – die gemessenen Spitzenwerte nähern sich also der Belastungsgrenze.
Im selben Testaufbau – Cyberpunk 2077 in 4K, Ultra-Einstellungen, DLSS Quality, 20 Minuten Testdauer bei einer Raumtemperatur von 27,5 ±0,5 °C – erreichte die RTX 5090 FE am 12V-2×6-Anschluss laut QuasarZone-Test mit DLSS 5 bis zu 91,7 °C, ohne DLSS 5 waren es 80,9 °C. Die GPU selbst erreichte eine Spitzentemperatur von 86,3 °C.
Besonders kritisch fiel ein Wert bei der ASUS ROG Astral RTX 5090 aus: Der Kontaktstrom lag mit DLSS 5 zwischen 7,83 und 8,51 Ampere. Bei einem simulierten Ausfall eines einzelnen Kontakts stieg der Strom theoretisch auf bis zu 10,1 Ampere – und damit über die spezifizierte Grenze von 9,2 Ampere.
Auch pcnews.ru bestätigte in einem separaten Test, dass der Strom bei simuliertem Kontaktfehler mit DLSS 5 auf 10,1 Ampere ansteigen und den Schwellenwert von 9,2 Ampere überschreiten kann.
Die RTX 5080 FE zeigte im Vergleichstest von gamegpu.com ein ähnliches, wenn auch moderateres Muster: Der HWiNFO-Durchschnittswert stieg von 298,2 auf 350,3 Watt, die PCAT-Spitze lag bei 427,9 Watt, während der Anschluss eine Temperatur von 52,2 °C erreichte.
Bekannte Probleme am Stromanschluss bleiben bestehen
Nutzer berichten laut archynewsy.com weiterhin von thermischen Problemen am 12V-2×6-Anschluss der RTX 5090. Hinzu kommt ein Ärgernis bei Garantiefällen: Einige Erstattungen orientierten sich laut Verbraucherberichten am bereits abgewerteten Kaufpreis der Karte statt an den aktuellen, deutlich höheren Ersatzkosten – ein Umstand, der angesichts der aktuellen Preisentwicklung besonders schwer wiegt.
Sammlerstück mit Signatur vor Auktion
Abseits der Verfügbarkeitsdebatte sorgt ein Einzelstück für Aufmerksamkeit im Sammlermarkt: Eine ASUS ROG Astral GeForce RTX 5090 White OC Edition mit der Signatur von Nvidia-Chef Jensen Huang soll in den ersten Oktoberwochen 2026 online beim Auktionshaus Bonhams versteigert werden, mit einer Schätzung von 10.000 bis 15.000 US-Dollar.
Bei einem simulierten Kontaktausfall stieg der Strom an der RTX 5090 im Test auf bis zu 10,1 Ampere — über der spezifizierten Grenze von 9,2 Ampere. Der Anschluss erreichte mit DLSS 5 bis zu 91,7 °C. Wer sein System schützen will, sollte die Risikofaktoren kennen, bevor die nächste Lastspitze kommt. Schutz-Checkliste für den 16-Pin-Anschluss sichern
Das Stück war Hauptpreis eines DreamCraft-Wettbewerbs im September 2025. Die Standardversion dieses Modells hatte in den USA eine UVP von 4.929,99 Dollar; gewöhnliche Exemplare kosteten im Handel selten unter 5.000 Dollar und erreichten in manchen Regionen bereits 10.000 Dollar.
Ein anderes, ebenfalls signiertes ASUS-Modell mit 32 GB GDDR7, 21.760 CUDA-Kernen und einem OC-Takt von 2.610 MHz wurde zuvor bereits für 24.200 Dollar versteigert – ein Beleg dafür, wie stark limitierte High-End-Varianten der RTX 5090 inzwischen auch als Sammlerobjekte gehandelt werden.

