Die Polizeibehörden der USA, Chinas und der Vereinigten Arabischen Emirate haben erstmals gemeinsam ein transnationales Telekom-Betrugsnetzwerk zerschlagen. 276 Verdächtige wurden festgenommen.
Die heute veröffentlichten Ergebnisse der Operation zeigen, dass neun professionell betriebene Betrugszentren in Dubai ausgehoben wurden. Beteiligt waren die Dubai Police, das US-amerikanische FBI und das chinesische Ministerium für öffentliche Sicherheit. Es handelt sich um die erste trilaterale Aktion dieser Art gegen grenzüberschreitende Cyberkriminalität im Nahen Osten.
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„Pig Butchering“ – die Masche der Täter
Die kriminellen Gruppen setzten auf sogenannte „Pig Butchering“- oder Romance-Baiting-Schemata. Auf sozialen Medien bauten die Täter über Wochen und Monate falsche Liebesbeziehungen zu ihren Opfern auf. Sobald das Vertrauen gewonnen war, lockten sie die Opfer in angeblich hochprofitable Kryptowährungs-Investments. Am Ende stand der totale finanzielle Verlust für die Betrogenen.
Die Dubai Police koordinierte die Planung und Durchführung der Razzien. Entscheidend war der Echtzeit-Informationsaustausch zwischen den internationalen Partnern. Das FBI betonte, die Operation habe gezielt Betrugsnetzwerke zerschlagen, die US-Bürger um Millionenbeträge gebracht hatten. Technische Unterstützung kam von der Social-Media-Plattform Meta, deren Daten halfen, die physischen Standorte der Betrugszentren in Dubai zu identifizieren.
Drei Hauptsyndikate identifiziert
Die Ermittler konnten drei kriminelle Organisationen ausmachen, die hinter den ausgehobenen Zentren stecken: Ko Thet Company (auch bekannt als Pixy), Sanduo Group und Giant Company. Die meisten Festgenommenen sind südostasiatische Staatsangehörige, die als Manager, Mitarbeiter oder Rekrutierer für die illegalen Hubs arbeiteten.
Mehrere Schlüsselfiguren wurden vor dem Bundesgericht im Southern District of California angeklagt – unter anderem wegen Drahtbetrugs und Geldwäsche. Zu den Festgenommenen in Dubai zählt der 27-jährige Burmese Thet Min Nyi, der als Manager und Rekrutierer für Ko Thet Company gearbeitet haben soll. Ebenfalls in Dubai gefasst wurden die indonesischen Staatsangehörigen Andreas Chandra (29) und Lisa Mariam (29). Ein vierter Hauptverdächtiger, der 23-jährige Indonesier Wiliang Awang, wurde in Thailand festgenommen. Zwei weitere mutmaßliche Komplizen sind noch auf der Flucht.
Milliardenschäden durch Investmentbetrug
Das Ausmaß des finanziellen Schadens ist gewaltig. Laut dem FBI Internet Crime Report 2025 entfielen 49 Prozent aller gemeldeten Betrugsfälle auf Investmentbetrug. Die weltweit gemeldeten Verluste stiegen von 6,5 Milliarden Dollar (rund 6 Milliarden Euro) im Jahr 2024 auf 8,6 Milliarden Dollar (rund 8 Milliarden Euro) im Jahr 2025. Allein die proaktiven Warnmaßnahmen des FBI, darunter die Operation Level Up, erreichten bis Anfang 2026 fast 9.000 potenzielle Opfer und verhinderten geschätzte 562 Millionen Dollar (rund 520 Millionen Euro) an weiteren Verlusten.
Die Dubai Police setzte bei der Ortung der neun Betrugszentren auf fortschrittliche Forensik und KI-gestützte Analysen. Die Zentren dienten als Kommandozentralen für sogenannte High-Yield-Investment-Scams (HYIS). Das Innenministerium der VAE betonte, die Operation unterstreiche Dubais Anspruch, seinen wachsenden Fintech-Sektor zu sichern und den Ruf als globales Zentrum für sichere Innovation zu wahren. Die beschlagnahmten Daten und Kryptowährungs-Aufzeichnungen sollen nun genutzt werden, um die Bewegung der gestohlenen Gelder über internationale Grenzen hinweg nachzuverfolgen.
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Signal an die globale Unterwelt
Der Erfolg der Dubai-Operation markiert einen Wendepunkt im Kampf gegen grenzenlose Finanzkriminalität. Ein Sprecher des chinesischen Ministeriums für öffentliche Sicherheit sprach von einem bedeutenden Ergebnis internationaler Zusammenarbeit. Der US-Staatsanwalt Adam Gordon für den Southern District of California stellte klar: „Betrüger, die aus dem Ausland operieren, können nicht länger mit Straflosigkeit rechnen.“
Die neu eingerichtete Scam Center Strike Force und ähnliche internationale Allianzen sollen den Druck auf transnationale Banden weiter erhöhen. Experten warnen jedoch, dass die Netzwerke nach einer Zerschlagung in einer Region oft in Gebiete mit schwächerer Strafverfolgung abwandern. Die Ermittlungen konzentrieren sich bereits auf weitere Verdachtsfälle, darunter das Tai Chang Scam Enterprise in Südostasien. Fürs Erste aber gilt die trilaterale Kooperation zwischen USA, China und VAE als Blaupause für künftige Operationen zum Schutz der Bürger in der globalen digitalen Wirtschaft.

