Google Cloud bringt mit Gemini 3.1 Pro ein neues KI-Modell an den Start – und eine Plattform für Unternehmens-Agenten.
Der US-Konzern hat sein KI-Angebot deutlich ausgebaut. Im Fokus stehen verbesserte Denkfähigkeiten und die Standardisierung von KI-Agenten. Die Neuerungen richten sich vor allem an Unternehmen und Entwickler.
Während Google die technischen Möglichkeiten von KI-Systemen massiv ausbaut, müssen Unternehmen auch die rechtlichen Rahmenbedingungen im Blick behalten. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihnen einen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Pflichten und Fristen der EU-KI-Verordnung. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt
Deutliche Leistungssprünge bei Reasoning und Suche
Das neue Modell Gemini 3.1 Pro ist seit Anfang der Woche in der Vorschau auf Vertex AI und Google AI Studio verfügbar. Die technischen Daten zeigen beeindruckende Fortschritte: Beim ARC-AGI-2-Benchmark erreichte das Modell 77,1 Prozent – der Vorgänger kam gerade einmal auf 31,1 Prozent. Auch bei agentenbasierten Suchaufgaben (BrowseComp) legte die Leistung von 59,2 auf 85,9 Prozent zu.
Erste Partner berichten von deutlichen Verbesserungen im Praxiseinsatz. JetBrains verzeichnete eine Steigerung von bis zu 15 Prozent im Vergleich zur Vorschau von Gemini 3 Pro. Databricks erzielte Spitzenwerte beim OfficeQA-Benchmark. Cartwheel meldete ein besseres Verständnis von 3D-Transformationen, und Hostinger Horizons hob das tiefere Verständnis von Nutzerabsichten hervor.
Allerdings bleibt Gemini 3.5 Flash (seit Mai 2026 verfügbar) die erste Wahl für Programmier- und Finanzanalyseaufgaben. Gemini 3.1 Pro punktet dagegen bei der Analyse langer Dokumente und komplexen Denkaufgaben. Das Modell verarbeitet pro Anfrage bis zu 3.000 Bilder oder 45 Minuten Videomaterial.
Enterprise-Plattform mit offenem Standard
Die neue Gemini Enterprise Agent Platform bietet eine zentrale Umgebung für die Entwicklung und Verwaltung von KI-Agenten. Herzstück ist die Agentic Resource Discovery (ARD) – ein offener Standard, den Google unter der Apache-2.0-Lizenz veröffentlicht hat.
ARD ermöglicht das Veröffentlichen, Auffinden und Verifizieren von KI-Fähigkeiten über verschiedene Dienste hinweg. Das Protokoll basiert auf dem AI-Catalog-Datenmodell der Linux Foundation. Zu den Unterstützern zählen Microsoft, Nvidia, Salesforce, Cisco und Hugging Face. Gemeinsam wollen sie ein einheitliches Register mit dem ai-catalog.json-Format schaffen, damit Agenten plattformübergreifend Werkzeuge und Dienste finden können.
Neu ist auch „Grounding with Parallel Web Search“: Gemini-Modelle greifen über eine REST-API auf aktuelle Webdaten zu und liefern so stets aktuelle Antworten.
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Sicherheit und erste Erfolge im Handel
Parallel zur Plattform haben Okta und Google Cloud ihre Partnerschaft vertieft. Der Hintergrund: Nur 34 Prozent der Unternehmen wenden laut Branchendaten dieselben Sicherheitskontrollen für KI-Agenten an wie für menschliche Nutzer. Okta hat daher sein Auth0 for AI Agents in die Google Cloud Agent Runtime integriert. Das soll eine zentrale Identitätsverwaltung und Autorisierung für Agenten-Workflows ermöglichen.
Dass die neuen Tools wirtschaftlich Potenzial haben, zeigt ein Beispiel aus der Praxis: THG Ingenuity setzte einen Gemini-gestützten Shopping-Assistenten ein. Für die Marke Myprotein führte das zu einer achtfachen Steigerung der Konversionsrate und einem 22 Prozent höheren durchschnittlichen Warenkorbwert.
Gemini 3.1 Pro ist in mehreren Google-Umgebungen verfügbar – darunter Android Studio, Google Antigravity und das Gemini CLI. Auch in Verbraucheranwendungen wie NotebookLM und der standard Gemini-App kommt das Modell zum Einsatz.

