Gemini 3.5 Flash Cyber: KI findet 55 Chrome-Lücken in Tagen

Google schließt mit Chrome 150.0.7871.186 vier als hochriskant eingestufte Speicherfehler. KI-Tools wie Gemini 3.5 Flash Cyber entdecken zunehmend Schwachstellen.

Der Suchmaschinenriese stopft mit einem dringenden Update gleich mehrere gefährliche Speicherfehler – und setzt zunehmend auf KI, um Schwachstellen aufzuspüren.

Google hat am 24. Juli 2026 einen kritischen Sicherheitspatch für den Chrome-Browser veröffentlicht. Die Version 150.0.7871.186 schließt vier als hochriskant eingestufte Schwachstellen, die Millionen von Nutzern weltweit betrafen. Die Fehler wurden zwischen Ende Mai und Mitte Juni 2026 entdeckt.

Speicherfehler im Fokus

Das Update für Windows, Mac und Linux behebt vier spezifische Sicherheitsprobleme. Dazu gehört ein schreibender Zugriff außerhalb des Speicherbereichs in der Codec-Bibliothek (CVE-2026-16807). Hinzu kommen drei sogenannte Use-after-Free-Lücken – Angriffspunkte, bei denen Speicherbereiche nach ihrer Freigabe weiter genutzt werden können. Betroffen sind die Komponenten WebMCP (CVE-2026-16806), die Rendering-Engine Blink (CVE-2026-16805) und die Input-Schnittstelle (CVE-2026-16804).

Nach eigenen Angaben sind Google keine aktiven Angriffe auf diese Schwachstellen bekannt. Dennoch hält der Konzern an seiner bewährten Praxis fest: Details zu den Fehlern werden erst veröffentlicht, wenn die Mehrheit der Nutzer das Update installiert hat. Entdeckt wurden die Lücken durch interne Sicherheitstools wie AddressSanitizer und libFuzzer.

KI revolutioniert die Fehlersuche

Die Zahl der Sicherheitsupdates erreicht neue Rekordhöhen – und das hat einen Namen: künstliche Intelligenz. Oracle veröffentlichte im Juli 2026 mit 1.449 Patches für 1.235 Schwachstellen das bislang umfangreichste Update seiner Geschichte. Der Konzern führt den Anstieg direkt auf KI-gestützte Sicherheitsanalysen zurück, die inzwischen zum Standard gehören.

Besonders spektakulär: Googles KI-Schmiede DeepMind brachte am 21. Juli 2026 das Modell Gemini 3.5 Flash Cyber an den Start. Es identifizierte in der Chrome-V8-Engine sage und schreibe 55 bislang unbekannte Fehler. Nur drei Tage später folgte die Ankündigung von CodeMender – einem KI-Agenten, der Code automatisch auf Schwachstellen scannt, sie in einer Sandbox-Umgebung testet und eigenständig Patches erstellt. Das Tool unterstützt die Programmiersprachen C++, Java und Rust. Einige Premium-Funktionen bleiben Regierungsbehörden und vertrauenswürdigen Partnern vorbehalten.

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Erpresser-Trojaner missbraucht Browser-Funktionen

Wie dringend solche Updates sind, zeigt ein aktueller Fall. Am 23. Juli 2026 enthüllten Sicherheitsforscher ein Werkzeug der Chaos-Erpresserbande namens msaRAT. Die Schadsoftware kapert Chrome und Edge, um sie in unsichtbare Kommando-Kanäle zu verwandeln. Sie nutzt das Chrome DevTools-Protokoll, um bösartigen Datenverkehr als legitime Webaktivität zu tarnen.

Damit umgeht die Malware herkömmliche Netzwerkschutzmaßnahmen. Die Kommunikation läuft über Cloudflare Workers und WebRTC via Twilio – das Programm stellt nie eine direkte Verbindung nach außen her, sondern tarnt sich als normaler Browser-Traffic.

Weitere Sicherheitsupdates im Überblick

Auch andere Plattformen haben in den letzten Tages nachgebessert:

  • Tails 7.10: Das privacy-orientierte Betriebssystem erhielt am 23. Juli einen sichereren Herunterfahrprozess und den Tor-Browser 15.0.19. Zudem wurden Kernel-Lücken namens Copy Fail und Dirty Frag gestopft.
  • Safari Technology Preview 248: Apples Testversion vom 23. Juli unterstützt nun BigInt Math und verschärft die Content-Security-Policy, um unbefugte Frame-Einbettungen zu verhindern.
  • Node.js: Für die Versionen 22.x, 24.x und 26.x wurden am 21. Juli Sicherheitsupdates angekündigt. Die Veröffentlichung ist für den 27. Juli geplant.
  • Chrome für Android: Google gelang es, das lästige Scroll-Ruckeln zwischen 2023 und 2026 um 48 Prozent zu reduzieren – durch Eingabevorhersage und priorisierte Threads.
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Sicherheitsexperten mahnen weiterhin zu regelmäßigen Software-Updates. Daten der letzten zwölf Monate zeigen: In rund 20 Prozent aller Sicherheitsvorfälle dienten veraltete Programme als Einfallstor für Angreifer.