Statt nur zu chatten, übernehmen die Agenten selbstständig komplexe Aufgaben – vom Ausfüllen von Formularen bis zur Steuerung ganzer Softwarelandschaften.
Google stattet Gemini mit „Computer Use“ aus
Am 24. Juni 2026 schaltete Google eine neue Funktion frei: Gemini 3.5 Flash kann jetzt Bildschirminhalte analysieren und eigenständig durch grafische Benutzeroberflächen navigieren. Der KI-Agent klickt Buttons, füllt Formulare aus und führt mehrstufige Arbeitsabläufe aus – ohne dass ein Mensch eingreifen muss.
Die Funktion steht über die Gemini API und die Enterprise Agent Platform zur Verfügung. Google betont die Sicherheitsvorkehrungen: Ein spezielles Training gegen Manipulationsversuche und optionale Schutzmechanismen für Unternehmen, darunter die Erkennung von Prompt-Injection-Angriffen und Bestätigungsanforderungen durch den Nutzer.
Anthropic bringt Claude direkt in Slack
Parallel dazu launchte Anthropic Claude Tag – einen KI-Agenten, der direkt in Slack arbeitet. Anders als die bisherige Integration besitzt der Agent eine eigene Service-Account-Identität und ein kanalspezifisches Gedächtnis. Das System läuft auf dem Claude Opus 4.8-Modell und kann proaktiv eingreifen, ohne dass ein Nutzer es explizit auffordern muss.
Die Zahlen sprechen für sich: Rund 65 Prozent aller Code-Änderungen im eigenen Produktteam laufen bereits über Claude Tag. Bestandskunden von Claude Enterprise und Team müssen bis zum 3. August 2026 auf das neue System umsteigen.
Amazon Quick: Agenten per Knopfdruck
Amazon Quick zog am selben Tag nach. Nutzer können nun autonome Agenten in einfacher Sprache bauen oder aus einer Bibliothek vorkonfigurierter Optionen wählen. Die Agenten überwachen kontinuierlich legislative Änderungen oder managen Dealfollow-ups – rund um die Uhr.
Die neue Generation KI-Agenten navigiert selbstständig durch Bildschirme und erledigt Formulararbeit in Sekunden. Wer diese Tools nicht kennt, verliert wertvolle Zeit an manuelle Klicks. Der kostenlose Report zeigt die fünf wichtigsten Agenten für 2026 und wie Sie sie sicher einsetzen. Jetzt Report anfordern
Das System bündelt Aktivitäten über 16 neue Integrationen, darunter Shopify, Snowflake und Cisco Webex. Die gesamte Infrastruktur läuft auf AWS mit dedizierter Virtual-Private-Cloud-Sicherheit.
Internationale Anbieter ziehen nach
Auch außerhalb der US-Tech-Giganten tut sich einiges. Moonshot AI veröffentlichte am 24. Juni die Kimi Work Desktop-App. Sie nutzt ein Agenten-Schwarm-Modell, um Dateiorganisation und Finanzdatenanalyse zu automatisieren. Tecno brachte am selben Tag eine funktionsübergreifende Automatisierung für seinen EllaClaw-Agenten auf den Markt – für mobile Systemoptimierungen und Ein-Satz-Befehle für Dienste wie Ride-Hailing und E-Commerce-Überwachung.
Desktop-Agenten lernen aus Nutzerverhalten
Nous Research erweiterte sein Hermes-Agent-Framework um einen „/learn“-Befehl. Das System kann aus URLs, Gesprächen oder lokalen Notizen wiederverwendbare Fähigkeiten ableiten. Die Hermes Desktop-App zeigt den Status des Agenten jetzt mit animierten Sprites an – ob er untätig ist, nachdenkt oder eine Aufgabe nicht lösen kann.
Im Browsermarkt sorgte der Aside AI Browser für Aufsehen. Er erreichte im Online-Mind2Web-Benchmark für agentische Aufgaben 297 von 300 Punkten – ein Spitzenwert.
Fünf KI-Agenten für den Haushalt
Autonome KI-Agenten wie Gemini 3.5 Flash und Claude Tag übernehmen immer mehr Aufgaben – vom Ausfüllen von Formularen bis zur Steuerung ganzer Softwarelandschaften. Doch mit der Automatisierung wachsen auch Sicherheitsrisiken. Unser Leitfaden hilft Ihnen, beide Seiten zu managen. Sicherheitsleitfaden jetzt sichern
Einblicke in die Praxis liefert der ehemalige Startup-Gründer Jesse Genet. Er betreibt fünf spezialisierte OpenClaw-Agenten auf einem Mac Mini, die einen großen Haushalt managen. Die Kosten: rund 3.000 Euro pro Monat. Die Agenten erledigen Aufgaben vom Lebensmitteleinkauf über die Lehrplanplanung für den Hausunterricht bis zur rechtlichen Dokumentenverwaltung. Jeder Agent arbeitet mit einer eigenen Persönlichkeitsdatei und ist mit einem digitalen „Second Brain“ in Obsidian verbunden, um die Kontinuität über alle Haushaltsabläufe hinweg zu gewährleisten.
Die Entwicklung zeigt: Die Ära der reinen Chatbots geht zu Ende. KI-Agenten, die selbstständig handeln, sind auf dem Vormarsch – und sie verändern nicht nur die Arbeitswelt, sondern zunehmend auch den Alltag.

