Gemini 3.5 Pro: Googles KI-Modell verzögert sich hinter Plan

Google stellt neue KI-Funktionen für Unternehmen vor, während das Gemini 3.5 Modell hinter dem Zeitplan zurückbleibt.

Gleichzeitig gibt es Berichte über interne Probleme beim wichtigsten Modell.

Google Cloud und seine Muttergesellschaft haben in dieser Woche eine Reihe von Updates im Bereich der generativen Künstlichen Intelligenz vorgestellt. Neue Funktionen für die Suchmaschine und die Workspace-Tools wurden integriert – doch der Status des nächsten großen KI-Modells bleibt ungewiss.

Gemini 3.5 Pro: Verzögerung sorgt für Diskussionen

Am 17. Juli wurden Widersprüche zur Verfügbarkeit von Gemini 3.5 Pro bekannt. Auf der Entwicklerkonferenz Google I/O im Mai hatte die Konzernführung noch einen Start im Juni angekündigt. Branchenbeobachter berichten nun, dass das Modell aufgrund interner bürokratischer Hürden und Wettbewerbsbedenken hinter dem Zeitplan zurückliegt.

Während einige Berichte von einem eingeschränkten Start mit einem Kontextfenster von zwei Millionen Tokens und einem „Deep Think“-Modus für Premium-Abonnenten sprachen, blieb das Modell anderen Quellen zufolge weitgehend unzugänglich. Die Verzögerung kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Konkurrenten wie Anthropic und OpenAI haben bereits im Frühsommer aktualisierte Versionen ihrer Modelle veröffentlicht.

Neue Agenten-Funktionen und Medien-KI

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Am 18. Juli erweiterte Google Cloud sein Angebot deutlich. Der Always-On Memory Agent nutzt Gemini 3.1 Flash-Lite, um strukturierte Erinnerungen in einer lokalen Datenbank zu speichern. Das System arbeitet mit drei spezialisierten Unter-Agenten, die alle 30 Minuten Informationen aufnehmen, bündeln und abfragen.

Ebenfalls auf der Plattform Vertex AI verfügbar wurden:

  • Gemini 2.5 Flash Image und Imagen 4: Neue Versionen für fotorealistische Bildgenerierung
  • Gemini 2.5 TTS: Eine Sprachausgabe-Engine für Dialoge zwischen mehreren Sprechern in über 70 Sprachen
  • Veo 3: Ein Update des Videogenerierungstools mit 9:16-Format und variablen Clip-Längen

Zu den Infrastruktur-Updates gehören die Vorschau auf BigLake für einheitliches Datenmanagement und die allgemeine Verfügbarkeit von Vertex AI Workbench. Letzteres soll maschinelle Lernprozesse im Vergleich zu Vorgängerversionen um das Fünffache beschleunigen.

Intel und TCS setzen auf Google-KI

Um die KI-Einführung in der Halbleiterindustrie zu beschleunigen, gaben Intel und Google Cloud am 18. Juli eine erweiterte Zusammenarbeit bekannt. Intel wird Gemini Enterprise in seiner gesamten globalen Belegschaft einsetzen – für Ingenieurwesen, Unternehmensabläufe und Lieferkettenmanagement.

In Indien eröffnete Tata Consultancy Services (TCS) am 17. Juli ein neues Gemini Experience Center in Kalkutta. Es ist das dritte dieser Art im Land und Teil eines Plans, bis Jahresende weltweit zehn solcher Zentren für Kunden aus Einzelhandel, Reise und Konsumgüter zu betreiben.

Google erweiterte zudem seinen Search AI Mode in den USA um native Integrationen mit Canva, Instacart und YouTube Music. Nutzer können nun direkt aus der Suchoberfläche Designvorlagen erstellen, Einkaufswagen befüllen und Playlists speichern.

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NotebookLM wird zu Gemini Notebook

Am 16. Juli benannte Google sein Tool NotebookLM in Gemini Notebook um. Die Plattform, die schätzungsweise 30 Millionen Nutzer und 600.000 Organisationen bedient, bietet nun native Code-Ausführung in einer sicheren Cloud-Umgebung. Während diese Funktion für Ultra- und Workspace-Geschäftskunden sofort verfügbar ist, sollen Pro-Nutzer in den kommenden Wochen folgen.

Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, führte Google ein rechenbasiertes Kontingentsystem für Gemini-Anwendungen ein. Die Limits werden nun anhand der Komplexität der Nutzeranfragen berechnet. Höherwertige Abonnenten erhalten deutlich größere Kapazitäten: AI Ultra-Nutzer haben bis zu 20-mal mehr Spielraum als Nutzer kostenloser Konten. Die Kontingente aktualisieren sich alle fünf Stunden – fehlgeschlagene Anfragen werden nicht angerechnet.