Google hat sein KI-Angebot deutlich ausgebaut: Mit Gemini 3.6 Flash und Gemini 3.5 Flash-Lite stehen zwei neue Modelle für Entwickler bereit. Parallel bringt Google DeepMind mit Gemini Robotics 2 eine Modellfamilie auf den Markt, die humanoide Roboter steuern soll – ein wichtiger Schritt für den europäischen Automatisierungsmarkt.
Gemini 3.6 Flash: Mehr Effizienz, geringerer Verbrauch
Das neue Flaggschiff-Modell Gemini 3.6 Flash ist ab sofort allgemein verfügbar. Google verspricht eine Reduzierung des Token-Verbrauchs um 17 Prozent gegenüber dem Vorgänger – ein entscheidender Faktor für Unternehmen, die hohe KI-Volumen verarbeiten. Die Preise liegen bei 1,50 Dollar pro einer Million Eingabe-Tokens und 7,50 Dollar pro einer Million Ausgabe-Tokens.
Das günstigere Schwestermodell Gemini 3.5 Flash-Lite richtet sich an Hochdurchsatz-Systeme und Dokumentenverarbeitung. Mit 0,30 Dollar pro einer Million Eingabe-Tokens und 2,50 Dollar pro einer Million Ausgabe-Tokens ist es deutlich kostengünstiger. Beide Modelle unterstützen einen Kontextrahmen von einer Million Tokens und können bis zu 64.000 Tokens pro Antwort generieren.
Zu den integrierten Funktionen zählen „Thinking“-Fähigkeiten für komplexe Aufgaben sowie „Computer Use“ zur Steuerung von Anwendungen. Entwickler müssen sich allerdings auf Änderungen einstellen: Die bisherigen Parameter wie Temperature, top_p und top_k wurden abgekündigt. Die Migration erfolgt über die Interactions-API.
Während die neuen Modelle in den Regelbetrieb gehen, bleibt Gemini 3.5 Pro weiterhin in der Testphase mit ausgewählten Partnern. Ebenfalls angekündigt wurde im Juli ein spezialisiertes Sicherheitsmodell: Gemini 3.5 Flash Cyber soll Unternehmen bei Cybersicherheitsaufgaben unterstützen.
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Robotik-Revolution: Gemini Robotics 2 für humanoide Maschinen
Mit Gemini Robotics 2 bringt Google DeepMind gleich drei Modelle für die Robotik auf den Markt. Das VLA-Modell (Vision-Language-Action) steuert humanoide Roboter mit vollständiger Körperkontrolle – vom Gehen über Bücken bis zum Strecken. Die Fortschritte sind beachtlich: Beim Ausdrehen einer Glühbirne erreicht das System eine Erfolgsquote von 92 Prozent, beim Aufheben von Gegenständen aus Regalen 76,3 Prozent.
Das ER-2-Modell übernimmt die Rolle des strategischen Planers. Es erkennt mit 91,3-prozentiger Genauigkeit, wann eine Aufgabe beginnt und endet – eine Grundvoraussetzung für autonomes Arbeiten. Zusätzlich unterstützen die Modelle die Zusammenarbeit mehrerer Roboter. Der integrierte ASIMOV-Sicherheits-Benchmark sorgt dafür, dass Roboter bei Annäherung von Menschen sofort anhalten.
Das ER-2-Modell ist bereits über die Gemini-API und Google AI Studio verfügbar.
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Oracle setzt auf Gemini: Integration in Fusion Applications
Ein wichtiger Schritt für die Enterprise-Verbreitung: Oracle integriert Gemini-Modelle in seinen KI-Agenten-Studio. Die Modelle Gemini 3.1 Flash Lite und 3.5 Flash werden in Oracle Fusion Applications und NetSuite eingesetzt – das erreicht potenziell über 44.000 Kunden weltweit. Für deutsche Unternehmen, die auf Oracle-Systeme setzen, eröffnen sich damit neue Automatisierungsmöglichkeiten ohne Systemwechsel.
Kreativ-Tools und Ausblick
Google erweitert zudem seine Kreativanwendungen: In Google Vids sind nun Gemini-Omni-Funktionen verfügbar. Nutzer können Videos per Textanweisung oder Bildreferenz generieren und bearbeiten – ganz ohne klassische Schnittsoftware.
Während die Gemini-3.5- und 3.6-Serie ausgerollt wird, laufen die Arbeiten an der nächsten Generation bereits: Das Training für Gemini 4 hat begonnen. Die Konkurrenz im KI-Markt bleibt damit auf höchstem Niveau – für europäische Unternehmen heißt das: mehr Auswahl, sinkende Preise und leistungsfähigere Anwendungen.

